Vorstellung neuer Segler mit Boot aber ohne Erfahrung

  • Hallo zusammen,



    meine Name ist Johannes, ich bin 30, aus Oberfranken und bin eher durch Zufall zum Segeln gekommen (bzw auch noch nicht so richtig).

    Ein Verwandter von mir hatte seit den 90er Jahren eine Segeljolle (die müsste aus den 70ern sein).

    Er selbst hat den SKS und ist früher viel auf Binnengewässern hier bei uns gesegelt. Leider ist ihm vor knapp 3 Jahren der Stellplatz fürs Boot weggefallen. Da hat er mir seine Jolle kurzerhand geschenkt.

    Seitdem waren wir 2 mal segeln, einmal davon war ich auch schon am Steuer. Leider war damals nicht wirklich viel Wind, von daher konnte ich nicht so richtig viel üben.

    Ich habe schon sehr viel zur Theorie gelesen und habe vor 5 Jahren mit 2 Kumpels den SBF Binnen und See gemacht.


    Ich würde gerne das Boot mehr nutzen und hab richtig viel Lust zu segeln. Leider hat mein Verwandter sehr wenig Zeit. Einen weiteren Schein zu machen habe ich auch nicht wirklich Lust/Zeit; ich würde die Zeit lieber zum segeln/üben nutzen. Segelvereine gibts hier in der Nähe leider auch nicht so wirklich…

    Daher meine Frage in die Runde: ist es naiv das einfach mal mit meiner Frau/einem Kumpel zu probieren? Oder kann das nur schiefgehen?

    Hab auch schon öfter gelesen dass man die Jolle auch gut einhand segeln kann, das würde ich mich aber fürn Anfang eher nicht trauen.

    Wie meint ihr gehe ich das am sinnvollsten an?


    Bin für jede Meinung dankbar!


    Ich wünsche schonmal einen schönen Abend,

    Johannes


    PS: die Lenzklappe meiner Jolle ist leider undicht (müsste mal prüfen wo es das Wasser reindrückt). In den Abmessungen habe ich keine gefunden. Ist das sinnig das einfach mit Silikon abzudichten oder wie mach ich das?

  • Herzlich willkommen im Forum!

    :MG_124:

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    Autokorrektur ist grässlich!
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  • Willkommen!

    Ist Typsache würde ich sagen. Der eine lernt es allein aus der Praxis heraus (und aus seinen Fehlern), der andere braucht zunächst einen Batzen Theorie (was aber auch nicht unbedingt vor Fehlern schützt). Grundzüge der Segelphysik und Manöver sollte man schon kennen, je nach Gewässer auch wichtige gesetzliche Vorschriften und Ausweichregeln. Wenn ansonsten aber keine Pflicht zum Bootsführerschein herrscht und man sich als Autodidakt für begabt hält ...

    Der Vollständigkeit halber und aus einer Erfahrung (noch aus meiner Kindheit) fussend (ich fing mit 12 an): man kann auf dem Wasser wie zu Land auch Schaden anrichten, der ohne Haftpflichtversicherung auch mal empfindlich teuer werden kann. Spätestens die Versicherung würde aber nach Eignung fragen, wofür Bootsführerscheine (und Nüchternheit u.s.w.) immer eine gute Antwort darstellen. Nur so zur Überlegung. Ist auch nicht mir selbst passiert, aber die Schadenssumme damals war hoch gewesen und das hat mir zu denken gegeben.

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Der Vollständigkeit halber und aus einer Erfahrung (noch aus meiner Kindheit) fussend (ich fing mit 12 an): man kann auf dem Wasser wie zu Land auch Schaden anrichten, der ohne Haftpflichtversicherung auch mal empfindlich teuer werden kann. Spätestens die Versicherung würde aber nach Eignung fragen, wofür Bootsführerscheine (und Nüchternheit u.s.w.) immer eine gute Antwort darstellen. Nur so zur Überlegung. Ist auch nicht mir selbst passiert, aber die Schadenssumme damals war hoch gewesen und das hat mir zu denken gegeben.

    Die Versicherungen, die ich jüngst gecheckt habe (bei einer habe ich auch nochmal telefonisch nachgefragt), verlangen keinen SBF o. ä., wenn man ihn für das zu versichernde Boot und Revier nicht braucht. D. h. wenn man ein führerscheinfreies Boot mit <= 15 PS in einem ebenfalls führerscheinfreien Revier fährt, sollte man bei den meisten wenn nicht allen Versicherungen auch ohne SBF Versicherungsschutz genießen.

    Twenty years from now you will more regret the things that you didn’t do than the ones you did do. So throw off your bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.

    --Mark Twain

  • Nur macht ein Befähigungsnachweis ganz allgemein das Glaubhaftmachen von Sorgfalt einfacher. Zudem: ich habe keine Ahnung wo der TO segelt.

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Willkommen im Forum!


    Ich bin auch kompletter Anfänger und habe keinen SBF, aber trotzdem schon ein Boot (hat sich so ergeben). Allerdings bewege ich das Boot momentan nur zusammen mit meinem Segellehrer, alleine traue ich mir das noch nicht zu.


    Die Theorie ist wichtig und das Wichtigste wird sicher auch bei den üblichen SBF-Vorbereitungskursen vermittelt. Aber nur mit einem SBF und wenig Praxis allein oder mit anderen Unerfahrenen aufs Wasser zu gehen halte ich für schwierig.


    Wenn du bis auf den SBF vor 5 Jahren nur mal ab und zu gesegelt bist, würde ich von Selbstversuchen ohne jegliche praktische Anleitung abraten. Und ohne Anleitung von jemandem mit entsprechender Erfahrung bringt das ganze Üben nichts, denn dann übst du im Zweifelsfall etwas falsches.


    Mein Rat: Such dir jemanden mit Erfahrung, entweder über einen Verein, im Freundeskreis oder eben gegen Bezahlung. Anders wirst du dich glaube ich schwer tun, die nötige Erfahrung und Seemannschaft aufzubauen.

    Twenty years from now you will more regret the things that you didn’t do than the ones you did do. So throw off your bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.

    --Mark Twain

  • Wo liegt das Boot denn bzw. wo möchtest du fahren?

    Vielleicht finden sich da ja Leute, die einem etwas zeigen, sozusagen "Vormachen gegen Mitfahren" (und das Eis danach würfelt ihr aus). - Ich bin durch eine vergleichbare Anfrage hier auch mal dazu gekommen, ein paar Stunden aur der Alster herumdödeln zu dürfen, ohne etwas dafür zu zahlen:-) War auch eine schöne Abwechslung in der Mittagspause.

  • Willkommen und Salut (= moin)


    0.5 so wild denke ich. Wenn Du es schaffst von einem Steg / einem Strand loszufahren und selbst bei Winddrehern wieder dorthin zurückzukommen* ist schon viel geschafft. Viele segeln ihr ganzes Leben lang mit diesem Anspruch.


    Fahr bei etwas Wind. Nicht zu viel aber auch nicht zu wenig. Probier aus, was das Ding macht. Für den Anfang genügen 3 Segelstellungen (normal, fest und lose**). Ich hab bisher ein paar Leuten so Segeln beigebracht. Einer dachte, man müsste für alles erstmal Namen verteilen. Nix da. Probieren wie es sich am besten bewegt. Genau gegen den Wind klappt nicht, aber Zickzack dagegen schon. Der Rest fliegt einem nach und nach zu.


    Ein anderer, den ich kannte, der ist in der 1ten Ölkrise zum Segeln gekommen. Es begann damit, dass er sich ein Segelboot mit Motor kaufte. Wenn das Segeln nicht klappte, fuhr er unter Motor. Wenn er segelte, standen die Segel anfangs nicht so optimal. Na und? Er hat 2 Sommerurlaube á 4 Wochen gebraucht.



    * ohne treideln, ohne Schlepphilfe

    ** darf man je nach Hang zur Seemannssprache auch anders nennen.

  • Moin, bei den Blechlenzern ist oft nur das Moosgummi zerbröselt oder das Blech verbogen. Richten und mit Mossgummitape abdichten.


    Grüsse

  • Hallo zusammen,



    erstmal vielen Dank für das Feedback. Jetzt bin ich natürlich etwas verunsichert und denke nicht, dass ich das alleine/mit nochjemand unerfahrernen probieren sollte.

    Das Boot liegt nirgendwo, die hängt bei meinem Vater im Carport. Die ist sehr leicht, den Rumpf kann man zu zweit rumheben.

    Wenn ich also wo fahren will -> ablassen, auf den Trailer, verzurren und am See auftakeln.


    Ich wohne in der Region Bamberg. Meines Wissens nach gibts hier nicht wirklich Vereine, das nächste wäre wohl die Fränkische Seenplatte mit Rothsee Brombachsee etc. Das ist von mir aus ca. eine Stunde weg.

    Den SBF haben wir damals auf dem Rhein-Main-Donau Kanal gemacht, das ging. Aber segeln geht da natürlich nicht.

    Welcher Schein wäre denn theoretisch für mich der Richtige, wenn hier hier nur auf Binnengewässern segeln möchte? SKS?


    Danke auch für den Tipp mit der Lenzklappe. Meine ist aus Kunststoff. Muss einfach mal schauen ob die selbst kaputt ist, oder obs das Wasser seitlich reindrückt. Das war bei den beiden Segelausflügen auch immer das Thema, dass relativ viel Wasser im Boot war. Das hat natürlich sehr gebremst.


    Freue mich noch über weiteren Input :smiling_face:

    Johannes

  • denke nicht, dass ich das alleine/mit nochjemand unerfahrernen probieren sollte.

    Das Boot liegt nirgendwo, die hängt bei meinem Vater im Carport. Die ist sehr leicht, den Rumpf kann man zu zweit rumheben.

    Wenn ich also wo fahren will -> ablassen, auf den Trailer, verzurren und am See auftakeln.

    Und so leicht mit 2 Leuten? Sunfish oder so was?


    Wenn die Versicherungsfrage geklärt ist ;-), dann sehe ich da wenig Probleme: Das Risiko ist gering. Du fährst zum See, wirfst das Boot rein, am besten an einem regnerischen Werktagvormittag, dann ist da wenig los..., und versuchst, erstmal von links nach rechts zu fahren, 50m pro Schlag reichen ja schon. Halbwind. Ein paar Wenden, vielleicht schon mal eine Halse, dann mal eine kleine Kreuz etc.

    Wenn du dich theoretisch damit schon beschäftigt hast (auch mit der Physik des Segelns, nicht nur mit Gesetzeskunde), dann kannst du dir auch selbst einen "Trainingsplan" erstellen. Den Plan B dabei immer mitdenken: Kann ich irgendwo in Ufernähe Kenterübungen machen? Falls ich nicht gut kreuzen kann - wohin treibt mich dann der Wind schlimmstenfalls? Kann ich das Boot da mit dem Trailer abholen? Wir schreiben hier von kleinen Seen und kleinen Booten.

  • Zunächst einmal ein herzliches Moin im SF.


    Wenn Du nur auf Binnengewässern unterwegs bist / sein willst, dann sind SBF Binnen und See mehr als ausreichend.


    Den SKS brauchst Du erst an der Küste bzw. dort ist er sinnvoll.


    Dafür scheint mir Dein Boot jedoch nicht geeignet bzw. davon rate ich Dir zunächst ab.


    Viele Grüße


    Jens

  • Ich wohne in der Region Bamberg. Meines Wissens nach gibts hier nicht wirklich Vereine,(…)

    Im Internet finde ich zwei Vereine in Bamberg oder der Nähe, die auf für dich vielleicht sogar passenden kleinen Baggerseen segeln - dem ersten Anschein nach wirken die nett…

  • Vergess die Scheine. Schau mal das Du mal 4-5 Stunden von einem Segler die Grundzüge erklärt bekommst. Notfalls mal einen Jollenkurs machen. Leider ist Bamberg arg weit von entfernt, sonst könnte man helfen. Danach einfach regelmäßig dran bleiben.

  • Tasarhomepage Deutsche-Tasar-Flotte

    Sailing at its very best


    ....wenn es sich um ein solches Teil Handelt, dann wird´s Sportlich.

    wenn Du ihn dann beherrscht, dann kannst Du auch Jolle segeln !!!!! :wacko3: :thumb: :thumb: