Schwerer Sturm auf Korsika

  • Hier noch ein weiteres Video das teils die bisherigen enthält aber auch ein paar weitere welche zeigen wie sehr dramatisch die Lage vor Ort war. Ich denke bei allen Überlegung was man hätte besser machen können oder welche Fehler man in Zukunft vermeiden kann muss man wohl auch ein wenig erkennen das es seltene und extreme Ausnahmesituation war und wie auch schon von einigen hier angemerkt selbst die Häfen nicht sicher waren...


    CORSICA 18 AGOSTO 2022 - YouTube

  • Das sind schon erschütternde Bilder.


    Was mich wundert ist die große Zahl zerrissener Vorsegel.


    Wie sichert Ihr die Roll-Vorsegel, wenn Sturm angesagt ist?


    Abschlagen?


    Die Roll-Anlage extra sichern, falls die Reffleine reißt?


    Ich würde sie komplett einrollen und die Schoten ein wenig durchsetzen, damit diese nicht schlagen und Kraftspitzen erzeugen.

  • Das Video hatte ich auch schon gesehen, ist schon beeindruckend wieviel Kraft die Natur ausüben kann. Ich wüsste auch nicht ob man da real im Vorfeld hätte was verhindern können. Im Nachhinein ist das immer leicht, auch die Entscheidung auf See zu flüchten, mit Familie auch so eine Sache. Ich glaube in dem Fall gilt wirklich zur falschen Zeit am falschen Ort oder verkürzt großes Pech.

  • Wie sichert Ihr die Roll-Vorsegel, wenn Sturm angesagt ist?

    Ich mach es immer so, egal was angesagt ist:

    Reffleine soweit ziehen, bis die Vorschoten 2 volle Umdrehungen um das Vorsegel gemacht haben. Dann die Schoten durchsetzen und die Reffleine zusätzlich auf der Klampe sichern.

  • Das setzt voraus, dass das Segel gleichmäßig sauber aufgerollt wird. Eine kleine lockere Wicklung und der Sturm findet eine Tasche, die er aufreißt. Und dann ist recht bald das Vorsegel in Fetzen. Wer ein weiteres Vorsegelfall hat, kann das nach dem Aufrollen in mehreren Windungen um die Segelwurst schlingen und dann gut sichern.

    Gruß, Klaus

  • Es hat auch oder sogar überwiegend Ankerbuchten getroffen, die nicht als extrem unsicher gelten. Vorm Strand zu ankern ist trotzdem was für schönes Wetter und milde Sommernächte. Interessanterweise ging wohl alles so schnell, dass sich nichtmal viel See aufbaute.


    Es ist halt voll um die Jahreszeit. Mal eben einen Hafen anzulaufen, erübrigt sich meistens. Wie sagt dasSchiff dem Schiffer: "Bewahre Du mich vor dem Land, dann bewahre ich Dich vor der See." Gesunken ist offenbar keiner.

  • Wie die Böenwalze kommt erschütternd ,das Kleinholz überall . Da hat es nicht nur einzelne erwischt . Die Tribute die man fürs Mittelmeer entrichten muß , aber die wo da dabei waren sollten schon noch ein bar Freikarten bekommen .

    Gruß

    Jerng

  • Sailo: Wenn kein schönes Wetter ist und keine milden Sommernächte hat man die Boote hoch auf den Strand gezogen.


    Der Mann mit dem ich als kleiner Junge manchmal rausgefahren war, hatte mir eingeschärft: Bei üblem Wetter bleibst Du dort wo Du bist. Drinnnen ist gemütlicher als draußen, aber Du bleibst immer da wo Du bist. Vorm Strand ankern ist zwischen drinnen (guter Hafen / Boot hoch auf den Strand) und draußen

    - weder das eine noch das andere und das ist halt nicht gut.


    So Wetter gab es immer mal. In einer der Buchten an der korsischen Westküste wurde mal eine ganze handvoll Boote hoch aufs Land gespült und blieb dort lange liegen. Die Leute erzählten, das Abtransportieren sei wegen dem sumpfigen Ende der Bucht nicht zu bewerkstelligen. Der eine oder andere könnte die gestrandeten Boote gesehen haben. Anfang/Mitte 80er hatte genau in diese Bucht ein Sturm reingestanden, der alles verwüstet hat.

  • Das setzt voraus, dass das Segel gleichmäßig sauber aufgerollt wird. Eine kleine lockere Wicklung und der Sturm findet eine Tasche, die er aufreißt. Und dann ist recht bald das Vorsegel in Fetzen. Wer ein weiteres Vorsegelfall hat, kann das nach dem Aufrollen in mehreren Windungen um die Segelwurst schlingen und dann gut sichern.

    Ein ordentlich aufgerolltes Vorsegel, eine gesicherte Reffleine und durchgesetzte Schoten - eventuell 1-2 Mal um das Segel gewickelt - sollten demnach reichen.


    Wäre jetzt interessant zu wissen, ob bei den gerissenen Segeln diese Regeln verletzt wurden.

  • Sailo: Wenn kein schönes Wetter ist und keine milden Sommernächte hat man die Boote hoch auf den Strand gezogen.


    Der Mann mit dem ich als kleiner Junge manchmal rausgefahren war, hatte mir eingeschärft: Bei üblem Wetter bleibst Du dort wo Du bist. Drinnnen ist gemütlicher als draußen, aber Du bleibst immer da wo Du bist. Vorm Strand ankern ist zwischen drinnen (guter Hafen / Boot hoch auf den Strand) und draußen...

    Was hat das mit den 40-50 Fuss Segeljachten und Katamaranen in der Bucht auf Korsika zu tun?


    Guter Hafen bei über 90Knt ist buchstäblich fabelhaft.

    (Abgesehen davon, dass dazu eine entsprechende meteorologische Erkenntnis am Vortag notwendig wäre.)

  • Das kann man so oder so sehen. Das geschlossene Brückendeck hält den Skipper bei etwas Welle trocken, hat bei leichten Booten dieser Art aber den Ruf für unzuträglichen Auftrieb zu sorgen.

    Das Problem ist nicht der Katamaran an und für sich sondern die große Tragfläche. Steht der, wie z.B. bei Catalac, kein entsprechendes Kampfgewicht gegenüber, kann das nachteilig sein.

  • Ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass das Ankern vor dem Strand der Besatzung des Katamarans das Leben gerettet hat.

    Meinst Du den Kat, den Helfer mit einer Leine an den Strand gezogen haben?


    Das sieht so aus, als wäre der Sturm schon durchgezogen und der Kat hätte ihn einigermaßen überstanden, jedoch die Besatzung “nur noch runter vom Schiff und an Land wollte”.


    Menschlich nachvollziehbar, jedoch in Bezug auf Materialschäden möglicherweise nicht die beste Lösung.


    Ich kenne jedoch den Zustand der Besatzung und Hinweise auf eine zweite Sturmfron nicht.

    Von daher will ich hier keine Steine werfen - ich hätte es möglicherweise genauso gemacht.


    Die Aussage, “dass das Ankern vor dem Strand der Besatzung des Katamarans das Leben gerettet hat”, kann ich jedoch nicht ganz unterschreiben.


    Ankern vor einem Strand ist aber deutlich besser, als Ankern vor Felsen - da bin ich dabei.

  • Ich meine den aus dem Bericht in der "Yacht" und da wird das wohl so zutreffen, wie ich es schrieb.

    Stimmt, in diesem Fall ja.


    Es sind leider so viele Fälle - da kommt man schonmal durcheinander.


    So dicht, wie der Kat vorm Strand lag, waren wohl Ruder und Props bereits beschädigt. Wir sehen das natürlich auf dem Video nicht.

    Auch eine Möglichkeit

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