Ich hab nen Jollenkreuzer gekauft…

  • Lang ist es her, viel ist nicht passiert. Trotzdem mal ein aktueller Stand…


    Ich habe ein Großsegel mit passenden Maßen, welches für den Anfang noch recht gut ist. Nachdem ich schon kurz davor war, im Winter aus Neugier eine selbstgeschneiderte Variante aus einem geschenkten Starboot- Groß zu kreieren, konnte ich es tatsächlich 1:1 tauschen… Schade für Jugend forscht, gut für den Workflow.

    Überzeugt hat mich auch, dass es reffbar ist, was ja nicht bei allen Jollensegeln der Fall war.

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    Dann habe ich mich am Zustand des Mastfußes gestört. Vielleicht hätte ich die Bohrungen mehr hinterfragen sollen, als ich das Ding auf der Werkbank hatte. Aber irgendwas ist ja immer. Mir kamen sie unnütz vor, also hab ich noch etwas Holz eingeleimt, damit es stabiler als vorher ist. Kabel gingen da jedenfalls nicht durch, und Fallen laufen alle außen lang. Im Mast sind die Bohrungen auch, aber nur als Sacklöcher…

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    Wie oben schon zu sehen waren mir die Durchführungen für die Bolzen zu ausgeschlagen. Also hat mir ein freundlicher Mensch (ungeplant eierige) Durchführungen gebaut, die dann hartgelötet wurden. Kupfer auf VA sollte halbwegs gehen von der Paarung, Messing habe ich wegen des Zinkanteiles und Elektrolyse nicht genommen. Die dürfen übrigens grün werden, stelle ich mir ganz nett vor…

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    Nach dem Lackieren werden die Rosetten verschraubt. Ob ich statt der Gewindestange noch auf Drehteile wechsele, ist nicht entschieden.

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    Für oben drauf gab es dann noch „Wetterschutzdeckel“, da mir die Neigung zur witterungsbedingten Rissbildung jetzt schon aufgefallen ist.

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    Dann gab es mal was fürs Auge, ein Teil Vordeck, wenn auch bisher nur grob gesägt. Der Bandschleifer wartet aber schon.

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    Das war es für heute.


    Grüße aus Münster,

    Johanna

  • Zum Positionieren, bevor das stehende Gut fest ist?

    Nein, dafür gibts ja die zwei Bolzen. Den oberen rein, Mast klappen und den unteren rein.


    Da waren diese zwei 30mm Löcher nur an BB. Wie für Teelichter, wenn das Boot auf der Seite liegt. Wenn ich die mal brauchen sollte, sind die ja auch schnell wieder drinne.

  • Ich weiß. Vielleicht gehe ich als gerne Improvisierender zu Sehr von mir selbst aus. Es gab eine Zeit, geschätzt 70er bis Anfang 90er, da wurde an solchen Holz-Preziosen teils übel rumgewurschtelt. Möglicherweise auch eine komische Verbindung für eine (temporäre?) Winch. Keine Ahnung. Hatte mal einen 20er JK >50Jahre alt und irgendwann aufgehört mich über Details zu wundern. Der Werkstoff Holz lädt halt auch ein zum Frickeln - leider / zum Glück. 🙃

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Aber eine Teelicht-Halterung nach Kenterung und um die Wartezeit zur Rettung gemütlicher zu gestalten ist eine angenehme Vorstellung. Britischer Humor, gefällt mir.

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Vielleicht gehe ich als gerne Improvisierender zu Sehr von mir selbst aus.

    Ach, ich bin in einem Selbstbauerumfeld seglerisch sozialisiert worden. Mir ist da wenig fremd;-)

    Aber genau bei dem Fall reicht erstmal auch meine Phantasie nicht.


    Teelicht-Halterung nach Kenterung

    Aber wie stellst du das an, immer nur nach Stb zu kentern?

    Edited once, last by rwe: Ein Beitrag von rwe mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Ja, grundsätzlich hat Du recht. Kupfer ist deutlich weicher als ein Chrom- Nickel- Stahl und könnte sich bei regelmäßigen Drehbewegungen der Bolzen abnutzen. Um eine Beschädigung der Hülsen durch das Gewinde auszuschließen, denke ich über Drehteile nach.


    Wenn ich merke, dass die Teile zu schnell verschleißen, hab ich dazu eine CAD- Datei auf dem Rechner, die ich an meine Laserbude des Vertrauens schicken kann, statt sie dem Azubi zu geben, so dass die Teile auch schnell nachgebaut sind… :winking_face:


    Im Mast ist übrigens auch Kupferrohr als Hülse verbaut worden und am Mastfuß waren ja nur Bohrungen im Holz.

  • Da wäre ja OK wenn die Bolzen das Gewinde nur am Ende hätten und nicht durchgängig.

    Und so Bolzen könntest Du ja auch einsetzen, evtl. weniger Arbeit als die Originalhülsen zu tauschen, falls diese noch fest im Mast sitzen.

  • Nein, im Mast sitzt unten nichts mehr fest, da ist sogar eine Verleimung offen. Die Hülsen und Bolzen sind da nur ein kleines Problem… Passende Bolzen sind aber ja auch schnell gefertigt, wenn ich Material hab.

  • Der Wetterschutzdeckel, den ich übrigens auch habe wird die Rissbildung nicht verhindern. Außerdem ist er zu klein. Du musst unbedingt knapp oberhalb des obersten Mastbolzens ein durch das ganze Holz gehenden Edelstahl oder Bronzebolzen von beiden Seiten verschraubt einfügen. (Siehe schwarze Pfeile) Ansonsten kann Dir durch das Gewicht auf dem Mastbolzen das Holz aufspalten.


    Die Löcher in den Mastbacken waren mit Sicherheit für die Klampen, welche dort hingehören. Großfallklampe, Fockfallklampe, Spifallklampe, Signalflaggenklampe, Standerklampe etc.

  • Die Löcher in den Mastbacken waren mit Sicherheit für die Klampen, welche dort hingehören. Großfallklampe, Fockfallklampe, Spifallklampe, Signalflaggenklampe, Standerklampe etc.

    Aber dann Durchgangslöcher? Ok, kann man machen, hier kenne ich aber tatsächlich mal Holzschrauben.

  • Aber dann Durchgangslöcher? Ok, kann man machen, hier kenne ich aber tatsächlich mal Holzschrauben.

    Das habe ich jetzt nicht genau gesehen ob die bei ihr durchgängig waren.

    Meine sind nur Holzschrauben, nicht durchgängig.

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple