Schrank Furnieren - Trägermarerial

  • Moin zusammen,


    Ich möchte auf meinem 20er Jolli den Innenausbau verschönern, da bisher alles nur aus hässlichem Birke- bzw. Eichenfurnier besteht. Erstmal ist ein kleiner Schrank dran, den ich neu bauen möchte um ihn dann mit Mahagonifurnier und ein paar Intarsien zu Furnieren.

    Jetzt zur Frage: Was nimmt man da am besten als Trägermaterial? Der Träger sollte zwischen 18mm und 20mm stark sein. Bei dem alten Zeug wurde ne OSB Platte verwendet. Ist das optimal, oder ist bspw. MDF besser geeignet? Sperrholz ist mir einfach viel zu teuer, wo wir wieder bei OSB sind. Mit Intarsien und Furnieren allgemein hab ich auch schon ein paar Erfahrungen sammeln können.

    Hat da wer Erfahrungen bezüglich des Trägers machen können?


    Edit: Die Frage nach dem Leim stellt sich mir auch noch. Normaler Weißleim (D3) oder Titebond Furnierleim? Es wird alles kaltgepresst

  • Weder osb noch mdf halte ich im Bootsbau für brauchbar weil nicht wasserfest. Aus guten Grund gibt es wasserfestes Bootsbausperrholz. Habe in einer kompletten Wohnung einmal alle mdf Fensterbänke überarbeitet weil sie durch Feuchtigkeit gequollen waren.

    Vergiss es.

  • Dass das Sperrholz die wohl beste Variante ist, habe ich ja schon vermutet, kommt aber nicht in Frage, weil mir 60-80 Euro pro Quadratmeter einfach viel zu viel für den ganzen Innenausbau ist. Ich lackiere es doch aber mit Epifanes Klarlack ca. 8 mal, da sollte doch nichts passieren?

    Wer keine Angst vorm Teufel hat braucht auch keinen Gott

  • Osb ist voller „Nähte“, kein Lack bildet dagegen eine ausreichende Wasserdampfsperre.

    Epoxy würde dies vielleicht tun, allerdings wird das kaum billiger als mit Sperrholz

    Vor allem die Stöße bekommst auch mit epoxy nicht dicht.

  • Verstehe ich nicht, ich lackiere doch das aufgeklebte Furnier und nicht das OSB selbst

    Wer keine Angst vorm Teufel hat braucht auch keinen Gott

  • Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du das inhomogene Quellverhalten der verschiedenen, unterschiedlich orientierten und sehr groben OSB-Späne mit einer Furnierschicht in den Griff kriegst. Irgendwann sieht Deine (geile!) Lackoberfläche aus wie eine Rüttelpiste vom Autotest.

    --
    Stefan

  • Wenn es unbedingt kein Bootsbausperrholz sein darf, würde ich mit Sperrholz AW100 verleimt arbeiten. Wenn das auch noch zu teuer ist, entweder MDF in höchster Qualität, gut geschützt und ohne Erwartung, dass das ewig hält. Einmal Wasser am MDF und du kannst das Teil wegwerfen. Auf dauerhafte totale Abdichtung mit Lackschichten würde ich mich nicht verlassen …

    viele Grüße,
    Bodo

  • Moin,


    eine andere Variante ist Stab- bzw. Stäbchensperrholz (ehemals Tischlerplatte). Hat gute Festigkeitswerte, ist leichter als MDF und lässt sich gut furnieren. Allerdings ist auch hier wie bei allen Furnierträgern der Kantenschutz besonders wichtig.

    Der Lackierer: Noch ne Frage zur gewünschten Stärke: warum willst Du 18/20 mm Stärke? Sind die Schränke statisch relevant? Reicht nicht 16 mm auch? Spart noch mehr Gewicht.

    Beste Grüße


    Dominik


    Das Flüstern des Windes, das Rauschen der See schenken einem das Glück, einfach zu existieren.

  • Moin,

    das war auch mein Gedanke - warum 20 mm für den Innenausbau, noch dazu auf einem leichten Jollenkreuzer? Bei mir an Bord ist der Innenausbau aus 10 oder 12 mm Sperrholz, und das ist völig ausreichend.

    Viele Grüße
    Jens


    --

  • Osb ist voller „Nähte“, kein Lack bildet dagegen eine ausreichende Wasserdampfsperre.

    Nicht vollständig richtig. OSB 4 ist Dampfsperre, OSB 3 teilweise auch.


    Für nicht sichtbaren oder Einbau zum Beschichten geht noch Siebdruckplatte Birke, wenn man die Schnittkanten versiegelt.

  • Du wirst an keine der Schnittkanten eine Dampfsperre bekommen, ausser du leimst Massivholz dagegen, genauso wie man es selbst bei wasserfestem Bootsbausperrholz macht. Schnittkanten "versiegeln" ist ansonsten eine Unmöglichkeit.

    Es ist sinnlos, hier irgendwelche Alternativmaterialien zu suchen, von denen jeder weiss, dass sie in der Anwendung im Bootsbau mittelfristig kaputt gehen.

    Gruß

  • Hier kannst Du zwischen verschiedenen Bootsbausperrholz und Sorten auswählen. Entscheide, dann ob es Dir zu teuer ist.


    Mein Kielschwertkreuzer Bj. 1956 ist übrigens, was den Innenausbau betrifft, teils mit Mahagonie-Sperrholz und Mahagonie-Furnier (ich schreibe jetzt nicht welche Furnierstärke, um die heutigen Stärken nicht als Pfusch aussehen zu lassen :O ), so kein Vollholz verwendet wurde, gefertigt worden.

    Hält heute noch, nur mal so zum nochmaligen überlegen.

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Danke für die bisherigen Antworten


    Die Materialstärke ist beim alten Schrank halt auch schon 20mm und da war es naheliegend den wieder so zu machen, wegen der Maße. Dünner wäre aber auch möglich und bietet halt den Vorteil vom Gewicht

    Wer keine Angst vorm Teufel hat braucht auch keinen Gott

  • Du wirst an keine der Schnittkanten eine Dampfsperre bekommen, ausser du leimst Massivholz dagegen, genauso wie man es selbst bei wasserfestem Bootsbausperrholz macht. Schnittkanten "versiegeln" ist ansonsten eine Unmöglichkeit.

    Es ist sinnlos, hier irgendwelche Alternativmaterialien zu suchen, von denen jeder weiss, dass sie in der Anwendung im Bootsbau mittelfristig kaputt gehen.

    Mist ich hab das schon mit Epoxy gemacht.


    Ich glaube außerdem nicht, dass die mechanisch stabilen Siebdruckplatten ab z.B. 15 mm, die jahrzehntelang auf Trailern im Freien halten, im rel. trockenen Innenraum einer Yacht mittelfristig, was immer das heisst, auseinandergehen, wenn sie nicht im Wasser stehen.

  • Ein Innenausbau wie Du ihn schilderst, ist mal eine Aufgabe.


    Gehen Deine Erfahrungen über das Zusammensetzen, Verleimen oder Schleifen von Bauteilen über Schachbrettgröße hinaus? Hast Du die technischen Vorraussetzungen für das Furnieren von größeren Flächen, z. B. eine Spindelpresse o. ä.? Hast Du wegen der Gefahr des Verziehens das beidseitige Furnieren der Platten auf dem Schirm?

    Ich würde auf jeden Fall darüber nachdenken, ob es am Ende nicht doch günstiger und nervenschonender ist, bei einem guten Holzhändler Plattenware, zu kaufen, die schon fertig furniert ist. Es gibt mehrlagige Sperrholzplatten in verschiedenen Dicken, AW100 verleimt, beidseitig fertig furniert als ganze Platte unter 100 Euro/qm. Zuschneiden, Kanten anleimen (entweder aus Furnierstreifen oder 5mm-Massivholz-Streifen), lackieren, fertig.


    Falls Du Dich für das Selbstfurnieren entscheidest, würde ich im Bootsbau eher wasserfesten Leim verwenden. Den gibt es auch als Furnierleim, z. B. von Ponal. Wenn es um's Geld geht, reicht der D3-Weißleim. Furnierleim hat i. d. R. eine längere offene Zeit und schlägt weniger durch. Wenn das Furnier aber gut zusammengesetzt ist und die Stossfugen gut mit Furnierklebeband abgeklebt sind, ist das mit "normalem" Weißleim auch kein Problem.


    westwind1 : Siebdruckplatten eignen sich nicht wirklich zum Überfurnieren. Gut möglich, dass du einen speziellen Leim verwenden musst. Durch die Phenolharzbeschichtung wird der Leim nur in eine Richtung (in Richtung des Furniers) ablüften können. Da wird Leim auf Wasserbasis eher schwierig zu verarbeiten sein und die Flächen sollten vor dem Furnieren auf jeden Fall gut angeschliffen werden.


    Beste Grüße

    Jörg

  • Gehen Deine Erfahrungen über das Zusammensetzen, Verleimen oder Schleifen von Bauteilen über Schachbrettgröße hinaus? Hast Du die technischen Vorraussetzungen für das Furnieren von größeren Flächen, z. B. eine Spindelpresse o. ä.? Hast Du wegen der Gefahr des Verziehens das beidseitige Furnieren der Platten auf dem Schirm?

    Tatsächlich habe ich bisher nur eher kleinere Sachen furniert. Zum Pressen müssten auch schwere Gewichte + Schraubzwingen reichen, da die größte Fläche gerade einmal 0,5m2 groß ist. Die ganzen Grundregeln habe ich natürlich auch auf dem Schirm, und ich möchte es auch selbst gebaut haben mit Intarsien und sowas :winking_face:

    Mit dem Leim bin ich mir aber unsicher, ob der normale D3 Ponal Weißleim dafür geeignet ist, da ich den auch bei meinen anderen Sachen genutzt habe und da auch mal was durch kam. Ponal D3 Furnierleim finde ich aber nirgends?


    Auch die Frage nach dem Klebeband zum Fügen ist noch nicht geklärt. Ist richtiges Fugenband, was man anfeuchten muss viel besser als normales? Gibts da Vorteile, außer dass man das ohne Rückstände wegschleifen kann?


    Dankeschön an alle, die mir hier bereits geholfen haben

    Wer keine Angst vorm Teufel hat braucht auch keinen Gott

  • Innenausbau mit Aluminium Wabenplatten. 4 mm stark. Das dann mit Furnier beklebt. Extrem leicht und stabil. Kein verziehen usw. Alternativ PVC Hartschaumplatten oder Doppelstegplatten.

    Alle haben ein geringes Gewicht und sind stabil genug für den Innenausbau. Entsprechende Stärke vorausgesetzt.


    Gruß Rainer