Landstrom dauerhaft am Boot oder nicht

  • Habe in einem anderen Beitrag gelesen dass viele von euch den Landstromanschluss bei Abwesenheit nicht angeschlossen lassen. Das wundert mich eigentlich.


    Ich bin seit vielen Jahren ganzjährig an der Nordsee unterwegs und kenne eigentlich niemanden der vor der Heimreise das Kabel abstöpselt und einrollt. Das gilt auch für uns. Wir sind auch ganzjährig am Landstrom angeschlossen. Warum auch nicht? Bei den heutigen Booten ist die Elektrik (soweit ich das beurteilen kann) professionell ausgeführt mit einzeln abgesicherten Stromkreisen, FI‘s usw.


    Speziell bei größeren Booten sind die Verteilerkästen der Boote manchmal größer als ein normaler Hausanschlusskasten.


    Was spricht da gegen einen dauerhaften Stromanschluss?

  • Was spricht denn dafür den Landanschluss aktiv zu lassen ? Allenfalls der Kühlschrank .

    Ich lasse aber keine zu kühlende frische Lebensmittel an Bord . Wer weiß ob ich planmäßig wiederkomme.


    Habe ich jedoch ein elektrisches Problem, Feuchtigkeit, Kriechstrom, o.ä. , so bin ich nicht vor Ort. Das mag ich gar nicht.


    Vor Jahren hatte ich mal eine Batterie , die überladen wurde. Das Schiff stank nach Schwefelsäure. Seit dem bin ich vorsichtig.

  • Was spricht denn dafür den Landanschluss aktiv zu lassen ? Allenfalls der Kühlschrank .

    Ich lasse aber keine zu kühlende frische Lebensmittel an Bord . Wer weiß ob ich planmäßig wiederkomme.


    Habe ich jedoch ein elektrisches Problem, Feuchtigkeit, Kriechstrom, o.ä. , so bin ich nicht vor Ort. Das mag ich gar nicht.


    Vor Jahren hatte ich mal eine Batterie , die überladen wurde. Das Schiff stank nach Schwefelsäure. Seit dem bin ich vorsichtig.

    Was dafür spricht? Alleine schon die Bilgenpumpen … die Batterien sind irgendwann leer, mit Landstrom laufen die tage- und wochenlang

  • Was dafür spricht? Alleine schon die Bilgenpumpen … die Batterien sind irgendwann leer, mit Landstrom laufen die tage- und wochenlang

    Stimmt schon, habe ich auch schon drüber nachgedacht. Ich vertraue aber meinen Borddurchlässen .

  • Stimmt schon, habe ich auch schon drüber nachgedacht. Ich vertraue aber meinen Borddurchlässen .

    Vertrauen ist gut … Absicherung ist besser!


    Bei mir ist vor kurzem an der Druckwasseranlage der Schlauch vom Wassertank abgerutscht, trotz doppelter Schlauchschellen … ein paar hundert Liter Wasser in der bilge waren schnell weggepumpt. Ich war am Boot und habe es gemerkt und konnte die Situation auch noch entschärfen. Bei einer leeren Batterie hätten hunderte Liter Wasser möglicherweise wochenlang unter den bodenbrettern gestanden.

  • Was dagegen spricht:

    - Brandgefahr bei Schäden in der Elektrik die sich langsam entwickeln (Übergangswiderstände, Batteriezelle defekt)

    - Galvanische Korrosion bei verbundenem Schutzleiter

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    Autokorrektur ist grässlich!
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  • ich haenge eher selten am Landstrom.

    wenn ich an Bord bin, wird in aller Regel auch gesegelt, gefahren. sprich, die Maschine ist dann auch mal in Betrieb und laedt dabei ausreichend die Batterien. verbaut sind 2 normale AGM Batterien mit zusammen 320 Ah, was fuer mich ewig reicht. 220 Volt Verbraucher habe ich kaum im Einsatz.

    Wassertank ist nur minimal befuellt.

    Liegt man mal ein paar Tage fest, kommt natuerlich auch mal das Landstromkabel zum Einsatz.

    wenn keiner an Bord ist, braucht das Schiff in aller Regel keinen Landstrom. Hauptschalter sind dann aus. bei ausgeschalteten Hauptschaltern fliesst bei uns auch null Strom.

    im Wintermodus, wo das Schiff auch immer im Wasser liegt, ebenso. Im Fruehjahr dann Hauptschalter an. In all den vielen Jahren noch nicht eine Batterie defekt gehabt. Hauptschalter an und es kann losgehen.

  • bisher in allen Marinas ( Mittelmeer, SLO, HR,GR IT) in den Marinaregelungen verboten, aktuell in Spanien erstmalig erlaubt.

    Macht aber für uns keinen Sinn. Kabel bleibt landseitig gesteckt, wird im Boot aber 3-polig abgeklemmt.

    viele Grüße,
    Bodo

  • In unserem Vereinshafen ist es schlicht verboten, den Landstrom angeschlossen zu lassen, wenn man abwesend ist. Die Kosten für Strom machen einen erheblichen Teil des Vereinsbudgets aus, so dass ein sparsamer Umgang mit Elektroenergie geboten ist. Stehen dauerhaft 230 V zur Verfügung, so werden die Kühlschapps etc. weiterlaufen.

    Zur automatischen Bilgepumpe: Wie kann es zu einem plötzlichen, starken Wassereinbruch im Hafen kommen? Ich kann mir da nur gravierende Wartungsmängel (antike Seeventile) oder gravierende Fehlbedienung (Seeventile nicht geschlossen) vorstellen. Was habe ich da übersehen?


    Bei den heutigen Booten ist die Elektrik (soweit ich das beurteilen kann) professionell ausgeführt mit einzeln abgesicherten Stromkreisen, FI‘s usw.

    Was die heute in Fahrt befindlichen Schiffe angeht möchte ich da mal glatt widersprechen. Auf vielen Schiffen findet sich unsachgemäße Bastelei, und weiterhin finden sich auch sehr vielen Schiffen gammelige Kabel, deren Widerstand langsam ansteigt.


    Gruß

    Robert

  • Bei uns ist es schlichtweg untersagt! Landstrom nur, wenn man an Bord ist. Auch der immer teurer werdende Strom gebietet dieses.

    Außerdem widerspricht es total meinem ökologischen Denken, immer Strom zu ziehen, um ein kaltes Bier vorzuhalten.

    Was spricht gegen ein Solarpaneel? Kann fest oder mobil sein. Ich habe eine Solartsche, die meinen Strombedarf ohne Probleme abdeckt, sogar wenn beide Kühlschränke laufen.

    Wenn jetzt das Argument kommt, dass es ja oft wettermäßig bedeckt ist…das lasse ich nicht gelten, da das Laden als Erhaltungszustand der Batterien sehr gering ist. Die meisten, die sich dann hier für Dauerstrom aussprechen, lassen Verbraucher weiterlaufen, die auf jeden Fall bei Verlassen des Schiffes ausgeschaltet gehören. Außerdem ist das Bier nach einer Stunde nach einschalten des Kühlschranks wieder kalt genug…😉


    Wenn das bei euch an der Nordsee normal ist, dass der Stecker immer drin ist, wundert euch bitte nicht über drastisch steigende Liegegelder und Vereinsbeiträge.

  • Hat jeder Liegeplatz eine zugehörige Steckdose, kann man den ständigen Anschluss dulden (muss man aber nicht). Wenn nicht, so sind die Gäste zuweilen gekniffen, weill die nachbarschaftlichen Dauerlieger aus Bequemlichkeit den Stecker drinlassen.

    Wir haben schon oft Häfen angelaufen ohne den Landstrom nutzen zu können, die Dauerlieger hatten alle Dosen belegt.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Genauso machen wir das auch… Hintergrund ist, dass die Steckdosen einen Zähler haben und der Strom nach Verbrauch abgerechnet wird… das ist aber zumindest nach meiner Erfahrung ehr selten so in den Marinas…

    viele Grüße,
    Bodo

  • Bilgenpumpe:
    Kenne da einen Hafen, da liegt ein Schiffchen, wo ein Käbelchen dauerhaft von Land an Bord geht. Dann fiel auf dem Gelände wegen Bauarbeiten auf der Zuwegung, der Strom aus. Der Hafenmeister erkundigte sich, wann es dann wieder Strom gibt. Wir arbeiten dran! "Wenn es länger als eine Stunde ist, sende ich Euch die Rechnung. An dem Boot dahinten ändert sich schon die Wasserlinie, liegt jetzt schon "satter" drin.

    Ein Notstromgenerator hat dann das schlimmste verhindert.


    Landstrom an Land angeschlossen lassen und an Bord abnehmen ist sinnfrei und gefährlich zudem.


    Wassereinbruch im Hafen

    Nun hatten wir im Club vor zwei Jahren ein Boot, was auf Tiefe ging. Es stellte sich konstruktiv als falsch gebaut heraus. Die Plichtentwässerung war einfach falsch gebaut. Plichtentwässerung absperren ist ja schonmal sinnfrei, deswegen gab es da auch keine Absperrung. Der Ausgang war aber mindestens 60cm unter der Wasserlinie, der Schlauchanschluß hatte zwei Schellen, aber bei diesem dauerhaften Druck hat es irgendwann dann eben mal nachgegeben. Wurde dann mechanisch besser gelöst als von der Werft.

    Ein dauerhafter Landstromanschluß hätte in diesem Fall auch nicht geholfen. Die Bilgenpumpen sind bei so einem Fehler Spielkram. Wir hatten sofort, als wir merkten, die Hütte liegt immer tiefer im Wasser alle Pumpen, die wir irgendwie im Club greifen konnten, an Bord gebracht und gepumpt, was das Zeug hielt. Wir konnten das ansteigen des Wassers nicht stoppen! Nach 30min. haben wir glücklicherweise eine Hochleistungspumpe der Feuerwehr nutzen können. Das stoppte das ansteigen und wurde gaaaanz langsam weniger. Das brachte Zeit zur Fehlersuche. Der 1" Schlauch war ab bei 60cm Wassertiefe, zunehmend, weil das Boot ja sank. Es ist unvorstellbar, was da dann kommt! Wir konnten von außen einen Stopfen eintreiben.....denn bis zum Slipwagen waren es 250m, die Zeit hätte ohne Leckstop nicht gereicht.

    Also, wenn es kommt, dann wirklich richtig......Landstrom bei Abwesenheit hilft da nicht. Pumpe an Batterie und zusätzlich einen akustischen und optischen Alarm, sodass andere auf das Problem aufmerksam werden, rettet ggf. Dein Schiff, ein Landstromanschluß, wo recht schnell der FI dann auslöst, hilft zu 0%.


    Batteriepufferung durch Solar: Ja selbstverständlich, was sonst


    VG

  • Gegen den dauerhaften Stromanschluss spricht also vieles:

    Gefahr der galvanischen Korrosion, Brandgefahr, Missbrauch durch unnötige Dauerverbraucher im Schiff und letztlich Umweltbewußsein.


    Zu automatischer Bilgepumpe bei Abwesenheit: Als ehemaliger Besitzer von Holzklassikern kenne ich natürlich Bilgepumpen, die man auf Automatik laufen lassen kann. Aus gesetzlichen Regeln (welche hab ich schlicht vergessen) ist das jedoch nicht zulässig, wenn es unter dem Dieseltank nicht eine Auffangwanne mit gleichem Fassungsvermögen gibt. Kann im seltenen Fall eines Schadens wohl nicht nur teuer sondern strafbewehrt sein.


    Volker