SKS oder kein SKS ... das ist hier die Frage ...

  • Der Vollständigkeit halber: plus konstruktive Mängel am Boot (Einsatz der Leiter an Badeplattform); wurde danach geändert.

    Danke für die Erinnerung, das ist korrekt. Dies war die Art von Befestigung, bei der man die Leiterenden in ne Nut einfädeln und dann zusätzlich mit einer gerändelten Kontermutter sichern musste. Sieht man leider bei ettlichen Herstellern immer noch.

    Aber auch hier, war, zumindest habe ich das so in Erinnerung viel Hektik im Spiel.


    Sorry korrigiere mich. War ein gebrochener Bolzen in nem Gelenk der Badeleiter. Hatte ich verkehrt in Erinnerung.

    Wenns jemand nachlesen will: https://segelschule-bensberg.de/pdf/Yacht_21_Toern_59.PDF

  • OT Wie muss ich das verstehen? Das Bändsel war vorhanden wurde aber nicht entdeckt und nicht genutzt? Oder wurde die Strickleiter erst nach dem Unfall nachgerüstet?


    Wir hatten die Strickleiter an einer Charteryacht. Keiner wollte ausprobieren, was passiert, wenn man daran zieht. 🧨Was das ist, haben wir erst nach unserer Heimkehr enträtselt.

  • Nein, bei dem besagten Seenotfall gab es nur dieses Badeleiter, die eingehängt werden musste. Daraufhin wurde generell die Forderung nach sofort einsatzbereiten "Rettungsleitern" gestellt. Das ist diese Strickleiter. Hast Du schonmal versucht an so einer an Bord zu klettern? Versuche es gar nicht, geht nicht.


    Gruß Odysseus

  • Ich empfehle jedem diesen Artikel zu lesen. Leider wird es nicht viel bringen, da man als Anfänger sehr viele Spitzen im Text gar nicht erkennt. Aber er ist - LOB! - schon sehr konkret geschrieben.

    Und es bildet sehr gut die Realität auf manchen Törns ab.

    Huschhusch, wirdschonnixsein, müssenwirjajetznichtbereden. Es locken Organisatorisches, Bordbier, Erholung von der Anreise und Co. Die Skipper sind eh gestresst (Respekt vor jedem der sich das antut) 6 Personen stimmungstechnisch und organisatorisch unter einen Hut zu bringen. Ich halte überhaupt nichts mehr von diesen kurzen Kursen. Und der Mist ist leider, man kann auch in kurzer Zeit nicht ALLE Eventualitäten durch sprechen. Doch manchmal bleiben selbst die Basics auf der Strecke, sogar trotz nachfrage.


    Und - wenn eine Schule sagt, sie nimmt sich Zeit: (grosse Warnung!) es gibt leider imho auch Schulen die davon leben Ihre Schüler xfach mitfahren zu lassen. "Da nur das eine gründliche Ausbildung ist". Die Gründlichkeit besteht dann darin 3 Tage durch didaktische Inkompetenz und Reparaturen zu verlieren. Und einfachste Vorgänge nicht unter zu bringen zeitlich. Daher: Augen auf bei der Schulwahl. Ich habe ehrlich gesagt unseren SKS Kurs für das grösste Risiko gehalten, dass ich in den letzten Jahren am Wasser erlebt habe. Klar, grösseres Boot, wird schon passen Hafennah. Aber ich habe da Szenen und Umstände und Verhaltensweisen der Verantwortlichen erlebt die echt arg waren. Wenn da etwas passiert wäre, wüsste ich nicht ob nicht auch rasch etwas hätte passieren können.

    Man wundert sich immer wie viel letztlich dann doch nicht passiert.

  • Einer meiner Segelpartner war bei dem Unfall dabei (er hatte die Kopfverletzungen).....

    Großschot war ausgerauscht.....dann große Panik..... Badeleiter hielt nicht....

    Kann jedem von uns passieren.... schrecklicher Fehler..... Großschot!!!!

    Strickleitern funktionieren nicht, selbst ausprobiert....Lange Badeleiter am Heck ist die Lösung....bin auch schon Rückwärts ins Wasser gefallen und über die Badeleiter ging es zurück ins Schiff....

  • Riggse :

    Es war ein Unfall....kein Grund die Segelschulen zu kritisieren....ich habe auch schon Mal den Achterknoten in der Großschot vergessen und der Baum ist selbstständig geworden....zum Glück nichts passiert....wir machen alle Fehler.

    Ich segele seit über 40 Jahre mit eigenem Boot und bin nicht fehlerfrei...lerne immer noch hinzu.

  • Ich bin mal in voller Montur, Schwerwetteranzug aber ohne R-Weste, beim Zusammenpacken im Hafen über Bord gegangen.

    Ich hab es nicht geschafft mich über den Schwimmer aufs Trampolin zu ziehen.

    Gut war, dass der Tri am Heck eine Bade-/Taucherleiter hat die ich vom Wasser aus einhaken konnte. So bin ich wieder an Bord gekommen.

    Als ich wieder in der Plicht stand war ich doch sehr erstaunt wieviel Wasser aus meine Klamotten lief.

    Die Nummer bei heftigen Wind mit Seegang müsste ich nicht so unbedingt haben.


    bin nicht fehlerfrei...lerne immer noch hinzu.

    So wie wir Alle!

    Du kennst es bestimmt: "Ist das Manöver noch so gut gelungen, verträgt es doch Verbesserungen"!

    Edited once, last by erpel-ernst: Ein Beitrag von erpel-ernst mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Was mich auch wieder sehr erschreckt hat ist die Seite 43.

    Da passiert dieser schreckliche Unfall und die Ausbildung läuft weiter als wäre nichts gewesen.

    Darüber hinaus kriegen alle Beteiligten auch ohne Prüfung den SKS ausgestellt. Und der Gipfel dieser Geschichte ist die Darstellung, dass dies wohl bei genannter Bootsschule nicht unüblich sei. Auch der Leiter der Prüfungskommision wird nicht wirklich positiv benannt.


    Wir hatten das ja auch schon in nem anderen Thread, wo ich darauf verwiesen hatte, dass bei vom DSV abgehaltenen Prüfungen, Scheine quasi verschenkt werden. Zumindest in dem meiner eigenen Erfahrung betreffenden Fall.

    Allerdings wurde mir in diesem Thread sofort entgegnet, dass es sowas in Deutschland wohl nicht gebe … Naja :Kaleun_Sick:

  • Wir hatten das ja auch schon in nem anderen Thread, wo ich darauf verwiesen hatte, dass bei vom DSV abgehaltenen Prüfungen, Scheine quasi verschenkt werden. Zumindest in dem meiner eigenen Erfahrung betreffenden Fall.

    Allerdings wurde mir in diesem Thread sofort entgegnet, dass es sowas in Deutschland wohl nicht gebe … Naja

    Das Problem sind die Netzwerke, Viele Ausbilder, Ausbildungsbuchautoren und auch Innhaber von Segelschulen sind auch Prüfer. Auch wenn Sie Ihre eigenen Schützlinge nicht mehr prüfen dürfen, wie das früher durchaus der Fall war, man kennt sich. Und Sie haben natürlich eine Wiessenvorsprung vor Ausbilder und Autoren die keine Prüfer sind. Der Prüfunginhalte der Theorieprüfung in den höheren Scheinen ist ja z.B. Geheimsache genauso wie die Toleranzschwelle der praktischen Prüfer.


    IMHO war die Sache mit den Vergabe von Scheinen in diesem Artikel von 2012 ein Fall für den Staatsanwalt. Es sind amtliche Scheine. Ich glaube das es aber heut nicht mehr so leicht ist. Seit 2012 wurden da die Verordnungen verschärft , auch im Sinne der Dokumentation der Prüfung.


    Ich bin mal in voller Montur, Schwerwetteranzug aber ohne R-Weste, beim Zusammenpacken im Hafen über Bord gegangen.

    Ich hab es nicht geschafft mich über den Schwimmer aufs Trampolin zu ziehen.

    Ich kann jeden Empfehlen einfach mal ein Sicherheitstraining mitzumachen. Und zwar eines wo man ins Wellenbad mit Schwimmweste springt und dann sich eine Strickleiter hochhangeln muss oder in eine Rettungsinsel einzusteigen, mit eigener Kraft. Das macht demütig, grad für mich als über 100kg Brocken.

  • Man kennt sich gut: kann ich bestätigen. PA Ausland.

    Mittlerweile gibt es auch DSV gelistete Schulen, vo denen aus meiner beschränkten Sicht zu warnen wäre. (technischer Schiffszustand, Umgang mit den Azubis)

    Konkretes darf man öffentlich nicht äußern, so ist das nun heutzutage.

    Eine Schwimmeinlage in Elsfleht sollte man sich gönnen, es kostet, strengt an und nachher ist der Blick ein anderer. Abends mit unterschiedlichsten Segler aus dem Kurs gemeinsam futtern zu gehen: ein Elebnis.

    Meine ängstliche Marie (Synonym für Goldschatz) hat die Prüfung bestanden, sieht jetzt alles cooler und 23 machen wir zusammen den refresher.


    spliss

    Holt groß das Dicht ! dillen statt chillen !

  • HR38: Eine Namensverwechslung, Du solltest das korrigieren. Leiter des Prüfungsausschusses war jener hier *), nicht …., auf den Du sicherlich anspielst.

    Gruß
    Andreas

    Hallo Andreas, danke dir für den Hinweis. Ist korrigiert. Jetzt darfst du gerne dein Zitat auch noch „bereinigen“.

  • Das macht demütig, grad für mich als über 100kg Brocken.

    Ich habe es nur über die Badeleiter mit meinen 72 KG und jede Menge Wasser in den Klamotten geschafft.

  • Der Unfall in Fehmarn hätte vielen von uns passieren können. Es war ein gechartertes Schiff...beide Skipper waren sehr erfahren . Mein Segelpartner hatte zu der Zeit schon einen BR Schein...der Baum ist rüber gekommen und war dann am Kopf verletzt und noch auf die Winsch gefallen...er war schon Bootseigentümer, also nicht unerfahren...er ist jahrelang nicht mehr gesegelt und dann vor drei Jahren das erste Mal wieder...mit mir.

    Ich finde es schlimm wenn dann alle Leute irgendwelche Schlüsse aus dem Unfall ziehen.....und ob die Berichte das wiedergegeben was wirklich passiert ist, ist fraglich....

    Man sieht wie schnell solch eine Situation entstehen kann.....beim Segel hochziehen...

    Das hätte jeder Segelschule passieren können und hat nichts mit der SKS Prüfung zu tun.



    Nur Mal als Beispiel :


    Bei mir hatte sich die Großschot gelöst, Traveller ist achtern (hinter dem Steuermann) und ich befand mich zwischen zwei Stellnetzen, enges Fahrwasser....Wind Böe ....Baum ausgerauscht....hätte auch böse ausgehen können...ich war nur mit meiner Frau unterwegs.....34 Fuss Schiff, großes Großsegel.Habe seit 40 Jahren ein eigenes Boot und viel Segelerfahrung.....habe früher in Südengland gelebt und dort das Segeln erlernt mit meinem eigenem 28 Fuss Schiff (Maxi84).

  • Naja, das wir unsere Schlüsse aus dem Unfall ziehen, sollte man sogar erwarten, aber möglicherweise hast Du das in einem anderen Kontext gemeint, nämlich im Hinblick von Schuldzuweisungen an die damals Beteiligten.
    Wir haben auch unsere Schlüsse aus diesem Vorfall gezogen, zumal ich auch derartige Fälle erlebt habe, die nur eben nicht letal ausgingen.
    Zwischen der anfänglichen Sorge um die Brille, dem Eintritt in den Kampf um das eigene Überleben und letztlich dem Verlieren dieses Kampfes lagen nur wenige Minuten.
    Es kommt entscheidend darauf an, dass die Crew an Bord zügig und effektiv handelt.
    Kaltes Wasser, übergewichtige und untrainierte Menschen, hochbordige Boote (heute ist jeder Kleinkreuzer in diesem Sinne "hochbordig") verengen die (zeitlichen) Spielräume für eine zügige Rettung zusätzlich.
    Zurück zum SKS:
    Der ist kein Anfängerschein mehr und soweit ich es erlebe und höre, setzen auch die Prüfer höhere Maßstäbe an als beim SBF, wo man noch viel Unsicherheit durchgehen lässt.
    Bei der SBF-Prüfung sind Probanden mit sich und der Bootsbeherrschung beschäftigt und haben dabei durchaus auch Kredit.
    Beim SKS wird in der praktischen Prüfung viel mehr darauf geachtet, dass Bootsbherrschung und Manöver sitzen und der Proband stattdessen Führungsqualitäten zeigt - jedenfalls wenn die Prüfung so abläuft wie es gedacht ist.
    Das ist ein gewaltiger Sprung nach vorn in der eigenen Entwicklung als Segler*in und erklärt auch die im Vergleich zum SBF viel höheren Durchfallquoten.


    Das obige vorweggeschickt: Einen Vercharterer und dessen Ansprüche als Maßstab für eine hinreichende Qualifikation zu nehmen, ist erklärlich, aber nicht sonderlich clever. Denn der macht, was er juristisch und wirtschaftlich vertreten kann. Der Hühnerhaufen einer Ausbildungscrew, die im o. g. Unfall kopflos handelte, kann auch die eigene weitgehend segelunkundige Familie oder auf einem 50-Füßer gar noch eine zweite Familie on top sein.
    Menschen, die nach einem SBF-Kurs, einem Meilentörn und einem 1-wöchigen Skippertraining bereits Skipper sind, sind entweder hochbegabt oder überschätzen sich.
    Letztlich, das muss man auch mal sagen, haben viele von uns auch verdammt viel Glück.

    Die meisten Segelvereine verlangen von den Skippern vereinseigener Boote übrigens den SKS und bei etwas küstenfernerer Fahrt den SSS und sehen sich die Personen genau an, haben sogar zuweilen noch interne zusätzliche Auswahlkriterien. Die handeln nicht ohne Grund so.

    Gruß
    Andreas

  • Kurz zu meinem Posting, was hier ggf. konträr aufgefasst wurde vom Beteiligten.

    Das mit dem Baum kann natürlich passieren, man kann nicht überall die Augen haben.

    Aber - und bitte das ist KEINE Schuldzuweisung - ich habe erlebt, dass - zumindest bei meinem SKS Törn - Zeit für nicht notwendiges sehr vergeudet wurde. Aber es war dann keine Zeit mehr für anderes.

    Der Skipper hat nicht mehr Zeit gehabt (oder sich genommen) vor dem ersten Ablegen mal mit offenen Augen übers Boot zu gehen. Was dazu führte, dass wir direkt bei einer ersten Wende den maximal depperten Fall hatten, dass das Vorsegel sich an einem nach vorne abstehenden Fall blockiert hat, mit welchem ein unerfahrener Mitsegler das Schlauchboot falsch fixiert hat. Das hätte man sehen können. (Wahrscheinlich leichter als fehlende Endknoten, aber auch darauf könnte man einen Blick werfen, da diese Konstruktion für diesen Fehler bekannt ist.)

    Zurück: Anstelle einfach wieder abzufallen (war eh wenig Wind und noch Restfahrt), oder kurz den Motor anzumachen um mit dem Bug durch den Wind retour zu kommen, oder das Boot einfach eine Runde um sich selbst zu drehen um das Segel wieder auf der richtigen Seite zu haben, hat der Skipper ein Crewmitglied nach vorne geschickt, damit er bei schlagendem Vorsegel mit fetten Knoten dran versucht das Vorsegel über die Leine zu ziehen. Mit Brüllen und x sinnlosen Versuchen. "Jetzt ZIEH, ZIEH!!!" Was natürlich nicht ansatzweise funktioniert hat. Also Chaos wegen einer Lappalie, die bei Rundgang vorm Ablegen nicht passiert wäre und bei richtiger Reaktion nicht passiert wäre.

    Da wäre man einfach wieder retour auf den alten Bug, hätte das Vorsegel eingerollt und hätte mal in Ruhe geschaut bevor man wen nach vorne schickt.

    Zum Thema Notmittel/Verständigung: Wenn schon derartige Fälle mit dem nicht lange genug gedrückten Knopf passiert sind. Was man in der "Szene" ja überaus mitbekommen hat als Schulbesitzer/Lehrer. WARUM dann nicht bei der Sicherheitseinweisung einfach den Satz sagen: Und wenn ein Notfall ist DRÜCKT IHR SO LANGE BIS....

    Dieser Satz braucht 30 sekunden. Bei uns wurde fast nichts zum Funkgerät gesagt. Nur, da ist das Funkgerät, das ist der Notknopf. Das Funkgerät war während der Fahrt übrigens aus. zt. glaube ich auch der Schalter am Panel... Ob das mal in der Eile so gut gegangen wäre?

    Am Gerät stand noch nicht mal die MMSI oder der Bootsname oder kurze Anleitungen. Aus war es weil der Skipper es so wollte, die "quatschen ja soviel, das nervt". Ein Tag war es an weil Crewmitglieder ihn mehrfach gebeten hatten, da sie mal hören wollte was sich so tut am Funk. Diese Schüler wurden dann von ihm damit aufgezogen und lächerlich gemacht. An dem Tag war eine Borawolke dabei über den Berg zu kommen, es kam eine Gale Warning und wir waren plötzlich das fast einzige Boot am Wasser.

    Als wir ihn gefragt haben ob das nicht ein Borawolke ist, weil er hatte da nicht hingesehen die ganze Zeit, wurden wir angeschnautzt es gäbe keine Borawolken. Super, nicht?

    Es waren Notbaken an Bord, jene wurden aber trotz Nachfrage nicht gezeigt/erklärt. Auch nicht die Feuerlöscher oder die Notpinne. Wo die Pyro ist wurde verschwiegen. Sie wurde nicht gezeigt. Nachdem wir am 3 Tag insistiert haben, wurde uns ein falscher Ort für die Pyro genannt. Lustig, nicht? Im indirekten wurde uns dann gesagt, man wolle es uns nicht sagen, damit wir dann damit nicht im Hafen heimlich rumhändeln und es passiert was. (Wir waren alle vorsichtige Personen. Ich hab sogar einen Pyroschein. Spezifische evtl. Vorkenntnisse wie Pyro/Funk wurden nicht mal nachgefragt bei der Vorstellung). Der Rettungskragen und die Boje die angebändselt ist wurden nicht erklärt. Das habe ich dann der Crew gezeigt, die sich schon gewundert hat, was da für ein Ding mit ner komischen Fahne dran hängt. Kein Witz. Es wurde kein Ersatz eingeteilt, falls dem Skipper was passiert. Keine Rolle. Was aufgrund einer Erkrankung und seinem unbeholfenen Umgang mit dem Wetter und Situationen wie oben beschrieben überaus hätte passieren können. Auf unsere Nachfrage wurde dann am 4. Tag unter Maulen vom Skipper was das soll - nach unserer Crewsicht - genau der zweitunfähigste der Gruppe bestimmt. Der aber ein Naheverhältnis hatte und recht ähnlich strukturiert war.


    Ich bin froh, dass in dieser Woche nichts gravierendes passiert ist. Von der Konstellation her, war das die unangenehmste Situation in der wir seit einer Weile waren. Und wir haben täglich in Ruhe angesprochen, dass es doch gut wäre mal eine Sicherheitseinweisung zu machen und ein paar Dinge zu zeigen. Alleine um eine Seemanschaft als Lehrer zu vermitteln. Augen auf bei der Schulwahl. Wenn ihr in den Rezensionen im Web negative Beurteilungen findet, die merkwürdig abgeschmettert werden, Finger weg. Für mich ein Wunder, dass nicht mehr passiert.

    Edited 9 times, last by Riggse ().

  • PS:

    Ein anderes Schulboot ist trotz angekündigtem Wetter in den Süden gefahren und musste am Vortag der Prüfung hochkreuzen trotz Bora. Die sind dann im höheren 7er Wind angekommen mit zerfetztem Vorsegel und Wassereinbruch im Motorraum. Mit Kübelkette haben die das Wasser rausgeschafft, Starkwind. Alle fertig mit den Nerven. Der einzige Prüfling an Bord ist dann durchgefallen, wohl auch wegen der Strapaze am Vortag? Zum Segel wurde gesagt "das wurde schon mehrmals geflickt in letzter Zeit".


    Unser Skipper hat vorgeschlagen -"wenns sein muss"- halt in den Süden und dann hochkreuzen, da ein (netter, aber unter vom Veranstalter falsch suggeriertem Törncharakter dabei seiender) Mitfahrer ohne SKS Prüfung der das als "Urlaubstörn mit lernen" gebucht hatte sich beim Veranstalter beschwert hat, dass er ja gar nicht so viel vom Umland sieht. WIR sollten das dann unter uns ausmachen wo wir hin fahren. Ich habe das Gott sei Dank geschafft den anderen auszureden. Sonst wären wir in der selben Situation gewesen am Vortag der Prüfung. Der markante Wind war seit Tagen angekündigt. Ich wurde angeschnauzt woher ich denn wissen wolle, dass es da windig ist an dem Tag und als Querulant dargestellt. Da wurde auch die Stimmung der Crew kühler. Ich habe noch versucht zu erklären, dass man es natürlich nicht 100% wissen kann, aber dass ich mich seit Jahren sehr mit dem Wetter beschäftige und ich mit einer sehr grossen Wahrscheinlichkeit rechne, dass dies so stattfindet. Und dass wenn wir die Möglichkeit haben im Norden zu bleiben, es doch abwägenderweise betreffs aller Infos und Umstände doch eine gute Idee wäre. Ausserdem habe ich gesagt uns fehlen eh 2 Tage Übungszeit, da wir einen Tag wegen einer Kloreparatur verloren haben und einen Tag wegen Nonsens und mit dem Wetter wohl einen dritten Tag. Wir hatten bis dahin ja noch garnix geübt. Stimmung blieb kühl. Ist ja auch nachvollziehbar, dass die Neulinge erstmal dem "erfahrenen" Skipper glauben und ihmin der Organisation erstmal vertrauen und auch etwas Küstensegeln Dolce Vita wollten. Nachdem alle dann den Wind gesehen haben an unseren Hafentag und dass das Nachbarboot so ankam war ich zum Glück rehabilitiert.


    Nebenbei: es hiess dann vom Skipper wenn wir in den Süden fahren, dann fahren wir halt im Zweifelsfall einfach Nachts wieder hoch. Das sollen - wie gesagt - wir dann entscheiden. Ich habe mich gegen eine längere Nachtfahrt gerade bei dieser angekündigten Wetterlage ausgesprochen, und habe gesagt, dass ich gesehen habe, dass die Batterien an Bord angeschlagen sind und ich kein Vertrauen in das Boot wegen diesem und anderem und die Crewfähigkeit in dieser Konstellation habe (mich eingeschlossen). Ich wurde angeschissen die Batterien sind top und der Crew als Dampfrednerin vorgeführt. Es wurde nicht mal gefragt, warum ich das mit den Batterien glaube. Ich habe versucht es zu schildern aber wurde abgeschasselt. Nach 15 Stunden am Landstrom hatte Batt 1 ohne grössere Last (Kühlschrank, Lichter etc. aus 12,0V, und Batterie 2 (die umschaltbare Funksicherheitsbatterie 11,9V). "Zum Glück" hat jemand am Folgeabend vergessen den Landstrom richtig einzuschalten und um 22 Uhr ging an Bord nix mehr. Obwohl wir mit dem Boot nur 5 Stunden an dem Tag unterwegs waren und da auch viel motort wurde. Ist dann den Mitseglern aufgefallen, da ihr Handyladegerät (!) nicht mehr ging. Foto anbei. Gut, zur Not hätte es eine Lichtmaschine am Motor gegeben. Aber dennoch. Ich finde sowas arg und auch ein Motor kann mal ausfallen. Denke die Batterien sind Sicherheitskritisch, gerade auf einem Schulboot. Was wäre denn gewesen, wenn mit dem Skipper was ist und wir in dem Fall einfach zu gestresst sind um auf die Idee mit dem Motor als Stromgeber zu kommen als Anfänger? Sorry, wenn ich jetzt hier viel schreibe. Aber evtl. ist es für SKS Anwärter wichtig dies in die Frage einzubauen. Nicht: SKS ja oder nein, sondern vor allem "wenn ja, dann wo"?