Befragung Segelboot-System

  • Moin liebe Segler!


    Im Rahmen meiner Bachelorarbeit beschäftige ich mich mit einem System, welches Segler beim Anlegen und Ablegen unterstützen soll.


    Mit Hilfe zweier Kameras, welche am Mast des Segelbootes befestigt werden, soll ein aktuelles Bild des Bootes aus der Vogelperspektive aufgenommen und auf ein mobiles Gerät (Smartphone/ Tablet) übertragen werden.


    Es soll ermöglicht werden, das Boot in seiner Umgebung zu betrachten, um beispielsweise die Entfernungen zu anderen Booten oder den Stegen im Auge behalten zu können.


    Meine Aufgabe ist es, die Oberfläche der Anwender (also das, was der Segler auf seinem Tablet sieht) zu entwerfen und umzusetzen.



    Da Sie die Zielgruppe eines solchen Systems sind, möchte ich Sie bitten, mir offen Ihre Gedanken dazu mitzuteilen.


    Wäre es z.B. praktisch, wenn zusätzliche nautische Informationen auf dem Mobilgerät zur Verfügung gestellt werden würden? Wenn ja, welche?


    Möchten Sie, dass bestimmte Objekte (wie z.B. andere Boote) in irgendeiner Form markiert bzw. hervorgehoben werden?


    Soll es (akustische oder visuelle) Warnhinweise geben, wenn sich das Boot anderen Objekten nähert?




    Ich würde mich freuen, wenn Sie mir alles mitteilen, was Ihnen bei der Benutzung des vorgestellten Systems wichtig wäre.

    Sie helfen mir dadurch sehr, die Oberfläche des Systems benutzerorientiert zu gestalten.


    Vielen Dank!

  • Naja nutzen würde ich sowas nicht, es geht auch ohne.

    Was ich an nautischen Information gerne haben würde in so einer Ansicht von oben wäre ein Geschwindigkeitsvektor um einschätzen zu können wo sich das Boot wie schnell hinbewegt.

  • Bei kleinen Booten kein Problem ohne.

    Größere Yachten haben zumeist schon einen recht Technik-überladenen Mast. Da ist man eher froh über alles, was nicht noch dran ist und kaputt gehen kann oder Wartung erfordert. Kameralinsen sauber halten, Kabelführung (oder wenn ohne dann muss ja eine andere Energiequelle her).

    Könnte mir vorstellen, dass, wenn schon, es sinnvoll wäre die Kameras am Mast mit sowieso schon vorhandener Technik zu koppeln (Gehäuse, Stromzufuhr, Kabel).

    Zum Einparken selber stellt sich mir die Frage, ob es für einen viel belasteten Rudergänger wirklich sinnvoll ist zusätzlich eine Videoübertragung anzusehen. Der Perspektivwechsel ist das eine, die Menge an Information das andere. Denn bei wirklich heiklen Manövern wird sich keiner nur auf das Display verlassen wollen, sondern selber wahrschauen. Die Idee an sich ist plausibel von der Theorie her (und irgendwie analog zum Auto), aber praktisch ...

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Kollegen, den Blick nach vorne richten! Im Auto parkt heute auch kaum noch jemand ohne piepsen oder Kamera ein. So ähnlich könnte ich mir das auch vorstellen.

    Angezeigt bräuchte mir dabei nur die Geschwindigkeit und die Abstände zu einem Objekt (egal ob Boot oder Steg) in optisch und akustisch.

    Das änder nichts an der Anlegetechnik aber hilft insbesondere einhand die Abstände besser einzuschätzen.

    Cool wäre noch wie beim PKW die theoretische Fahrtrichtung, aber da sind viele Infos, auch und insbesondere vom Wind, nötig.

    Für die Dicken Boote kann man das noch mit der Antriebstechnik koppeln und e voila. Dock and Go !

    Cooles Projekt und viel Erfolg !!!

    First 21.7, Etap 21i, Sunbeam 22.1, Dufour 350 GL

  • Auto schaukelt aber nicht so. Viel Spass mit der Mastperspektive. Ich weiß, ich weiß - alles technisch machbar, Fortschritt u.s.w.. Will es ja auch nicht schlecht reden. Viel Erfolg!

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Moin,


    sehe ich genauso. Der Rudergaenger muss das Ruder und die Maschine bedienen, die "Decksleute" koordinieren, den allgemeinen Überblick behalten und den Bootsverkehr beobachten. Und jetzt noch zusätzlich auf ein Display schauen?

    So sieht die Praxis aus, aber in eurem Projekt geht es ja nicht um die Praxis, ihr sollt etwas entwickeln und umsetzen. Zu Deiner Frage, was sinnvoll oder nicht ist: Ich würde alles mit in die Software integrieren und durch eine Config dem User die freie Wahl lassen, was er möchte.


    Jörg

  • Weitere Kritik (der TO will ja input, daher bitte nicht als meckern mißverstehen, Danke!)
    - Perspektive nach vorne ist viel wichtiger als alles andere (Entfernung, wann Aufstoppen)
    - Bei Kamerablick nach vorne ist das schaukelnde Schiff wahrscheinlich weniger störend als bei der Mastperspektive, zudem intuitiver
    - Schon normale Anzeige-Displays ohne die Feinheiten eines Videobildes haben auf Booten oft Probleme mit Adaption Dunkelheit oder Sonnenschein
    - Die audio-visuelle Kommunikation mit dem Vorschiff ist nicht immer einfach, ermöglicht aber Erkennung von noch mehr Problemen als nur Schiffsposition
    (Beispielhaft: unklare Leinen, Fender, Probleme am Steg, an Land etc.)

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Um ein Boot bei Windstille einzuparken, könnte so ein System für Ungeübte vielleicht hilfreich sein. So wie beim Auto.

    Aber leider ist dieser Fall sehr selten. Windrichtung und Stärke sind die wesentlichen Faktoren beim Anlegen. Dazu kommt, dass jedes Schiff anders auf darauf reagiert.

    Ein Kurzkieler eben anders als ein Langkieler. Ein solches System müsste, wenn es hilfreich sein soll, sehr, sehr komplex sein.


    Als Studie mag eine solche Arbeit ja ganz nett sein. Praxistauglichkeit würde ich nicht erwarten.

    Gruß
    Cirrus

  • Moin Struve,


    eine Aufsicht nebst engerer Umgebung kann bei größeren Yachten und kleinen Crews imho sehr sinnvoll sein, zumal die Sicht zum Bug durch Aufbau/Spryhood/geborgene Segel meist erheblich behindert ist. Das ist im Grunde nicht viel anders als in einem unübersichtlich gestalteten Auto. Wenn die Kamera hoch genug montiert ist, um etwas herauszuzoomen, kann ggf. auch die Drehrichtung bei Manövrieren auf engem Raum zusätzlich kontrolliert werden.

    Tendenziell unnütz bis nervig sind imho akustische Signale, da
    1.) sie die umliegenden Crews erheblich nerven würden (bereits Nebengeräusche durch Bugstrahlruder sind nicht unumstritten)
    2.) ein "Andocken" beim Anlegen ja ohnehin immanent ist. Es käme realiter eher darauf an, eine Berührung an der "falschen Stelle" zu vermeiden bzw. zu signalisieren, womit ein Warnsystem sehr differenziert arbeiten können müsste - lasst es stecken. Das fällt vermutlich unter "overdone".

    Gruß und viel Erfolg
    Andreas

  • Ich weiß nicht ob ich beim anlegen noch die Zeit und eine zwei freie Hände hätte um ein Tablet oder ähnliches zu halten. Ich brauche da eher beide Augen auf die Pier / Steg gerichtert. Und die Leinen müssen auch angetüddelt werden.

    Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.
    Alexis Carrel

  • Es gibt durchaus das Szenario, daß der Rudergänger vom Vorschiffsmann oder Bojenmann oder MOB-Aufnehmer Zurufe bekommt, 5 noch... 3 noch, 2.....

    Also quasi Bio-Parkpiepser für unübersichtliche Fahrzeuge.

    "head down" auf ein Display gucken halte ich für kontraproduktiv. Dann eher ein Großdisplay am Mast (wie die Regattaanzeigen)

    Die Idee mit dem Vektor, die genannt wurde könnte auch ganz interessant sein.

    Viel Spaß beim Tüfteln.

    spliss

    Holt groß das Dicht !

  • Weitere Kritik (der TO will ja input, daher bitte nicht als meckern mißverstehen, Danke!)
    - Perspektive nach vorne ist viel wichtiger als alles andere (Entfernung, wann Aufstoppen)
    - Bei Kamerablick nach vorne ist das schaukelnde Schiff wahrscheinlich weniger störend als bei der Mastperspektive, zudem intuitiver
    - Schon normale Anzeige-Displays ohne die Feinheiten eines Videobildes haben auf Booten oft Probleme mit Adaption Dunkelheit oder Sonnenschein
    - Die audio-visuelle Kommunikation mit dem Vorschiff ist nicht immer einfach, ermöglicht aber Erkennung von noch mehr Problemen als nur Schiffsposition
    (Beispielhaft: unklare Leinen, Fender, Probleme am Steg, an Land etc.)

    Hallo,

    der Themenstarter bat um offene Meinung.

    Ich als einfacher "Dahin-Segler" und manchmal Wasserwanderer benötige so etwas nicht.

    Wäre ich stark sehbehindert und würde ein Segelboot oder eine Tonne sehr schlecht erkennen, würde ich diese "Dinger" auf einem Display noch schwerer erkennen.

    Bei einem sehr langen Boot ist es von Vorteil, die Annäherung an einen Steg in der Vergrößerung zu erhalten.

    Hierfür gibt es schon Kameras am Bug.

    Zwei Kameras im Mast bedeutet:

    - Bei entsprechender Krängung sehe ich auf der einen Seite den Horizont und und den Nahbereich des Bootes auf der anderen Seite. Bei entsprechenden Weitwinkel-Kamaras ist eine räumliche Zuordnung schwer möglich.


    - Alle Bewegungen des Bootes werden im Mast verstärkt wiedergegeben. Die Bilder werden so zu sehr schnellen

    Bildern (schemenhaft). Was unten im Boot als kleine Winkelveränderung wahrgenommen wird, nehmen die Kamars als "schwankende Welt" wahr. Hätte ich ein großes Boot, würde ich mir so etwas dennoch nicht wünschen.

    Aber . . . man weiß ja nie in einer Zeit, in der man die Heizung, die Kaffeemaschine und die Waschmaschine aus dem Ausland bedienen kann. Gibt es schon eine App für den Kühlschrank ?


    Reinhard

    Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
    Nur meine Erwartungen vermögen das.

  • Das Ganze macht nur Sinn, wenn man es auf die gängigen Plotter (Raymarin, Garmin & Co.) bekommt. Sonst sinnlos.


    Dann ist der Abstand Bug zu Steg und nahen Objekten wichtig, gerade wenn man alleine unterwegs ist. Für Mittelcockpit, wo man als Rudergänger nicht hinten am Heck ist, mag auch Heck zu Steg und nahen Objekten sinnvoll sein.

  • Um den Blick frei zu haben für das wesentliche halte ich mehr von akustischen Systemen, analog zu meinen Erfahrungen mit im Kfz. bislang genutzten Systemen fand ich schon immer besser ich sehe dorthin wo es mir in jeder Anlege-(Einpark-)Sekunde als wichtig erscheint und kann parallel akustisch "erkennen" wie weit bin ich weg von einem Hinderniss

  • In der letzten Jacht gab es wieder ein Mehrumpf Spezial. Fountaine Pajot New 80, Hainsteiger x1, Privilege Signature 750. Das ist wohl eher die Zielgruppe für so ein System als kleine Einrumpfer von 7-11m Länge die hier im Forum wohl die Mehrzahl der Mitglieder besitzen. Bei diesen Schiffen dürfte es wirklich nicht so ganz einfach sein alles im Blick zu haben und könnte so etwas Sinn machen. Gehen wir also mal von so etwas aus.

    Dann aber, wie schon gesagt, sollte eher nicht ein mobiles Endgerät, sondern ein Plotter angesteuert werden.

    Ein Steuerman muss die Hände frei haben, um Ruder und Gas und auch noch Bugstrahler sofort bedienen zu können.

    Auf der Anzeige machen Bewegungsvektor des Bootes, Ruderlage, und natürlich Abstände einen Sinn. Evtl. noch Wassertiefe und Windrichtung. (Liefert ja alles der Plotter) Akustische Alarme sind schwierig bzw. nervig, schließlich will man ja oft am Ende sogar etwas berühren. (Längsseits)

    Ein Freund ist, wer Dich für gutes Schwimmen lobt, nachdem Du beim segeln gekentert bist.

  • Hab nicht alles gelesen.

    Super wäre akustisches Signal wie im Auto.

    Unterschiedliche Tonhöhe für Bb, STB und achtern.

    Das wäre intuitiv, unterbewusst wahrnehmbar und könnte im Kopf Reflex gekoppelt abgespeichert werden.

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


    Jeden Abend ´nen Bier - Ganze Leben Alkoholiker


    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...


    Cetero credo Putin esse delendum.

  • Abstandpieper vorne halte ich für sinnvoll, aber auch 1m vom Bug entfernt, bei seitlicher Annäherung zum Nachbarlieger Krach macht. Die seitlichen sollten sich akustisch von den Vorderen unterscheiden.
    Für die seitlichen Pieper dürfen auch gerne Lautsprecher au dem Vordeck sein. Eine kleine Crew kann viel zu tun haben und es hilft der Person auf dem Vordeck schonmal, wenn er/sie gesagt bekommt, dass es da nach Lee etwas eng wird.

    Video zum anlegen wirklich nicht. Die Situationen zum Auto sind überhaupt nicht vergleichbar. Da ist viel mehr Dynamik im Spiel, besonders bei Seitenwind, aber leider auch achterlich. Die Sprayhood kann Dich enorm in die Box schieben!
    Das piepen würde auch Einhandseglern eine sinnvolle Hilfestellung sein. Vielleicht ist mein Auge noch nicht geübt genug.....aber ich dampfe in die Achterleine(n) ein und führe so den Bug zum Steg. Wenn ich meine, das passt, ist vorne oft noch zu viel Platz, sodass ich nicht übersteigen kann. Der Pieper würde einen Gang nach hinten sparen.

    (die Reflexionsflächen von Stegen sind seeehr unterschiedlich....viel Spaß.


    VG

  • Entfernung durch Piepsfrequenz gekennzeichnet.

    Drei Tonhöhen für Bb, STB und achtern.

    Durchgehender Ton frequenzmoduliert für Bug.


    Per n2k ins System, Lautsprecher im Cockpit.

    Einfach im Falle per Schalter an und aus.


    Kamera und Bildschirm halte ich für hinderlich.

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


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    Cetero credo Putin esse delendum.

  • Das ist aber die Aufgabe, es geht hier weniger um das was mit Piepser alles so geht.

    Wobei ich mir echt gar nicht vorstellen möchte, was für ein Konzert dann zur Einlaufzeit in Bagenkopp zu hören sein könnte, wenn sich das durchsetzt.

    Ein Freund ist, wer Dich für gutes Schwimmen lobt, nachdem Du beim segeln gekentert bist.