Der Marktplatz ist wieder da! [war: …ist abgeschaltet]

  • Moin Ihr Lieben,


    bis zur Klärung, ob und wie wir unseren Marktplatz nach den neuen Plattformen-Steuertransparenzgesetz regelkonform betreiben können, bleibt er zu unserem Bedauern geschlossen.

    There's nothing - absolutely nothing - half so much worth doing as simply messing about in boats.

  • Na da hat man sich in Berlin ja wieder mal was ganz tolles ausgedacht. War an mir bisher vorbeigegangen und das war sicher wieder so eine Nacht- und Nebelaktion, die von allen abgenickt wurde ohne die Konsequenzen auch nur anzudenken.


    Wenn das so umgesetzt wird, wie sich das anhört, dann wird es praktisch keine Privatverkäufe mehr in Deutschland geben und alles, was noch jemand anderes gebrauchen könnte, landet halt auf dem Müll. Wie zeitgemäß...


    Außer Ebay und Co. wird niemand in der Lage sein, die erforderlichen Anforderungen zu erfüllen. Das bedeutet das aus für alle kleineren Märkte.

  • Das hat sich Brüssel ausgedacht, nicht Berlin, und zwar nicht mal eben schnell (aka „bei Nacht und Nebel“), sondern bereits 2019 oder so.


    Aber hier geht es um die Ankündigumg bzw. Erklärung unseres Handelns. Politik bitte in Politik.

    There's nothing - absolutely nothing - half so much worth doing as simply messing about in boats.

  • Moin,


    könnte hier mal jemand einem Laien verständlich erklären, was das "Plattformen-Steuertransparenzgesetz" besagt? Ich hab' davon noch nie gehört.

    Mast- und Schotbruch,


    Jürgen

  • Der Betreiber muss ans Finanzamt melden wenn ein User mehr als 30 Verkäufe im Jahr tätigt oder mehr als 2000€ Umsatz. Dazu müssen Kontaktdaten von Käufer unde Verkäufer übermittelt werden.


    Ziel ist es illegalen gewerblichen Händlern die z.b. bei Ebay oder Amazon als privat Personen auftreten die unterschlagenen Steuern abzunehmen.

    Gooden Wind


    Hendrik

  • Nur grob, da viele auch noch nicht durchblicken (deshalb werden wohl auch hier im Forum die Konsequenzen geprüft):

    Plattformbertreiber wie z.B. ebay müssen EU-weit den Finanzbehörden Steuernummer, Name, Adresse und Umsätze von privaten Verkäufern mitteilen.

    Es gibt wohl eine Freigrenze von bis zu 30 Verkäufen und max. 2.000 EUR Umsatz p.a.

    Aber ich habe das auch eben erst gegoogelt.


    Edit: emotion war schneller

  • Moin,


    vielen Dank!

    Dann werden ebay & Co. demnächst wohl alle Verkäufer anschreiben und um die entsprechenden Daten bitten. Viel Spaß dabei :tongue: .

    Und wer bislang als Powerseller die Steuern geprellt hat, wird wohl auch jetzt Wege finden, damit das so weiter läuft.

    Mast- und Schotbruch,


    Jürgen

  • Wer sich detailierter informieren möchte, bitteschön, ein Erklär-Video bei youtube (die Werbung kann man nach 5 sec. überspringen, wie meistens).


    Gruß, Manfred



    ABER: wie Stefan schon schrieb: HIER bitte keine Diskussionen darüber. Das gehört ins Politische

  • Naja... Zumindest ein Thread "Hinweise auf Ebay-kleinanzeigen-angebote" sollte dann hier möglich sein. Die Plattform kümmert sich dann ja um die Einhaltung der Gesetze.

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    Autokorrektur ist grässlich!
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  • Das wäre die kleinstmögliche Lösung. Wir schauen mal, was so machbar ist.

    There's nothing - absolutely nothing - half so much worth doing as simply messing about in boats.

  • Wenn ich das Gesetz richtig interpretiere, sollte es auch möglich sein, zumindest die Mitsegelgesuche und Angebote online zu behalten, solange es ausschließlich um HGK geht. Da wird dann ja weder Ware noch eine Dienstleistung gegen Entgelt angeboten.

  • Naturalausgleich ist auch ein Geldwerter Vorteil und damit Steuerpflichtig

    Jein. Das Gesetz schafft ja keine neuen Steuertatbestände sondern dient dazu, dass bestehende Steuergesetze eingehalten werden. Die kleinen Platformen sind dabei halt Kollateralschaden.


    Was vorher steuerfrei war ist es auch jetzt noch. Und HGK war noch nie steuerpflichtig, wenn es nicht als Kojencharter gewerbsmäßig erfolgte, also wiederholt und mit Gewinnerziehlungsabsicht, womit es dann keine HGK mehr wäre.

  • Super... wenn ich also 3 Segel zu je 1999 Euro verkaufen möchte brauche ich 3 Accounts um nicht am Ende des Jahres eine Diskussion mit meinem Steuerbeamten zu haben....


    !!! finde den Fehler beim Onlinehandel !!!


    Oder ich ändere regelmäßig Namen und Anschrift des Accounts wenn diese Daten vom Betreiber übermittelt werden....


    Hat bei diesen Eurodöseln auch mal nur einer nen Ebayaccount???

  • Ach, für mich als analogen Menschen sind Zeitungsbeilagenanzeigen auch gut. Oder echte Flohmärkte.

    Es gab bei ibäh immer schon die Maßgabe, "verdächtige" Verkäufer steuerlich unter die genauere Lupe zu nehmen. Ich wurde mal angeschrieben, weil ich viele gebrauchte Kinderklamotten in kurzer Zeit einzeln angeboten/verkauft hatte. Konnte das aber plausibel nachweisen.

    Auch die Finanzbehörden beobachten derartige Plattformen - es wird nun einfacher, die Sünder zu finden. Was ja gut ist. Leiden tun nur die Ehrlichen, eventuell, oder die Mauschelheinis.

    "Ich weiß, was Sie jetzt denken, und Sie haben Recht."

  • Das ist der Hintergrund. Dem Staat sind dadurch viele, viele, viele Millionen an Steuern entgangen. Die genaue Summe ist nicht bekannt, aber sie ist wirklich sehr, sehr hoch. Und mehr als 30 Verkäufe oder 2.000 Euro im Jahr, wer hat das als Pivatverkäufer schon, ausser er betreibt das geschäftsmäßig und wäre somit steuerpflichtig. Dann bitte schön, soll er auch Steuern zahlen. Damit werden die ganzen im Ausland, bisher (unrechtmäßig) steuerbefreiten Importe (z.B. Aliba), oder Inländer die gewerbsmäßig verkaufen, weitestgehend unterbunden, wenn es denn so funktioniert, wie es der Gesetzgeber verlangt. Daran habe ich allerdings meine Zweifel.


    Nebeneinkünfte bis zu 410 Euro sind steuerfrei. Ab einem Nebeneinkommen von 411 Euro muss aber der gesamte Betrag versteuert werden. Deshalb kann ein Ebay-Verkäufer, der 400 Euro Gewinn macht am Ende mehr Geld im Geldbeutel haben als ein Verkäufer, der 425 Euro Gewinn vor Steuern erzielt.

    Im Alter wir man bequemer und braucht Luxus.

  • Und mehr als 30 Verkäufe oder 2.000 Euro im Jahr, wer hat das als Pivatverkäufer schon, ausser er betreibt das geschäftsmäßig und wäre somit steuerpflichtig.

    Naja, wenn ich mit meinen Kids Klamotten oder Spielzeug durchsortiere kommen 30 Artikel sehr schnell zusammen....

    Gooden Wind


    Hendrik

  • Das Problem liegt doch nicht bei der Steuergesetzgebung sondern bei denen, die versuchen gewerbliche Umsätze als Privatverkäufe zu tarnen.