Biskaya - warum nicht an der Küste entlang...?

  • Nein, diejenigen die offensichtlich lieber zur Tastatur als zur Großschot greifen

    meinst du nicht, dass ds etwas überheblich ist? Woher weißt du denn, dass die Menschen, die hier schreiben, nicht schon mal da lang gesegelt sind?

    Die heutigen informationsmöglichleiten gehen doch weit über den Reeds hinaus. Wer heutzutage die aktuellen Informationsmöglichkeiten bei der Planung und an Bord nicht nutzt, der muss sich wohl irgendwas zwischen Fahrlässigkeit und schlechter Seemannschaft vorwerfen lassen.

    huihui.

  • Nein, diejenigen die offensichtlich lieber zur Tastatur als zur Großschot greifen :runner:

    Die heutigen informationsmöglichleiten gehen doch weit über den Reeds hinaus. Wer heutzutage die aktuellen Informationsmöglichkeiten bei der Planung und an Bord nicht nutzt, der muss sich wohl irgendwas zwischen Fahrlässigkeit und schlechter Seemannschaft vorwerfen lassen.

    jo, mach dich mal locker.. Es hatte jemand gefragt warum da wenige Segler unterwegs sind und es gab ein paar Erklärungen dass dies kein einfaches Revier ist.

    Es war ja nicht so dass jemand ungefragt die Beschreibung der Apokalypse erhalten hat.

    Wenn du dich gut informierst und Zeit hast wird das sicher ein schöner Törn.

    VG

    Dirk

  • Ich hatte, als ich 2014 da lang bin, auch überlegt, ob ich die Biscaya ausfahren soll.

    Der Klassiker Brest-La Coruña erschien mir nicht nötig zu sein.

    Ich wäre gerne bis La Rochelle gefahren, aber das gab dann zeitliche Probleme.

    So bin ich dann von Concarneau nach Gijon und konnte auf diese Weise wenigstens noch einen kleinen Teil Frankreich und einen größeren Teil Galizien mitnehmen.

    Mit mehr Zeit wäre ich aber eher noch weiter drinnen rübergegangen. Irgendwann kommt dann aber entlang der Küste, wie schon erwähnt, erstmal so 100+ sm Ödland ohne Häfen oder Ankermöglichkeiten.

  • Im Jahr 2021 sind wir bis La Rochelle und haben dabei die wunderbare Bretagne kennengelernt. 2022 sind wir im April von der Belle Ile dann nach Gijon. Besser wäre es gewesen, wenn wir gleich direkt nach A Coruna gelaufen wären, da die Spanische Nordküste anstrengend und die Häfen an dort nicht besonders schön sind. Wir hatten auch länger überlegt, ob wir die gesamte Küste der Biskaya absegeln. Wir haben wegen der Sperrgebiete und der Wetterbedingungen es aber gelassen.

  • Ich fand die Biskays-Landseite tatsächlich nicht so großartig. Mag sein, dass es an dem etwas schlechten Wetter in dem Jahr gelegen hat, aber die Rias an der Spanischen Küste ab Cedeira bis Portugal runter fand ich deutlich schöner. Wunderschön um genau zu sein. Portugals Atlantikküste runter war im Vergleich dazu gerade mal ok, mit einigen netten Städtepausen. Die Algarve danach mich dann erneut begeistert.


    Ich würde beim nächsten Mal (noch) mehr Zeit für die Rias und die Algarve einplanen und and den anderen Teilen vorbeisegeln. Ich bin aber (abgesehen von der Bewunderung für die französischen Segelgötter und meine Liebe zu Brie de Meaux) nicht besonders francophil. :smiling_face:


    Paul

  • Je kleiner das Boot umso wahrscheinlicher der Umstand, bei Bedingungen, die weiter draußen problemlos sind, beim Ein- und Auslaufen doch Probleme zu kriegen. Sowas gibts in sehr vielen Revieren, dort aber besonders deutlich. Es genügt irgendeine Restdünung von einem Sturm auf dem Atlantik.


    Bei aller Aversion gegen die geschriebene Sprache, könnte man sich trotzdem bewusst machen, dass ein Einzelschicksal, ein Youtuber z.B., dort an einem einzigen Tag gewesen ist und an diesem Tag gerade nichts vom Atlantik kam. Wenn einer beim Roulette oder beim Kartenspiel auf Rot setzt und es wird rot, beweist das doch weiter garnichts, als dass auch das möglich ist. Schwarz heißt: Wenn Du drin bist "und gerne zur Großschot greifst", kann es sein, dass Du nicht gut rauskommst, draußen aber herrlichstes Wetter ist. WennDu draußen bist und des Abends gern in einem Restaurant speisen möchtest, kann es sein, dass die einzigen Probleme an dem Tag in der Einsteuerung lauern. Man kann dann immer noch sagen "lassen wir das".

    Wenn man auch morgen wieder gerne zur Großschot greift, sollte man das immer als Plan-B haben. Es gibt zwar auch topogragische Umstände, die das begründen, aber das währe zu viel des Guten.


    Angesehen von Bequemlichkeit und Reiseplanu g gibt es keine Gründe, es nicht zu tun. Was aber in vielen anderen Revieten und auch dort garnichts mit Theoretisieren zu zun hat: Bei haarigen Bedingungen bleibt man dort, wo man ist. Bist Du drin, bleibst Du drin. Bist Du draußen, bleibst Du draußen. Das weiß ich von einem Mann, der weder eine Tastatur (damals nur mit mechanisch gekoppelten Drucker zu kriegen) noch einen Füllfederhalter besaß. Galt und gilt unter Freunden der Großschot als Algemeingut.


    Reiseberichte von früher (vor 2010) sind vielleicht nicht so interessant, aber um es einzudampfen: das Wort 'opportun' kommt von 'o portus' = dem Hafen gegenüber oder dem Hafen vorgelagert. Das vermeidet etliche Probleme und erleichterte früher, noch früher sogar die Verteidigung. Häfen in tiefen Buchten, nicht zwangsläufig an deren Ende, sind leichter anzulaufen. Sachen die Kahrtausende gut oder nicht so gut funktioniert haben, würde ich eine höhere Bedeutung zumessen, als 10 min Youtube von jemandem der weder sehr alt ist noch gute Chancen hat, es zu werden.

  • Also die Strecke bis La Rochelle oder noch ein wenig weiter nach Süden ist ja die Wohnstube der franz. Offshore-Klassen. Da fährt man doch nur vorbei, wenn man es eilig hat. Ich habe jedenfalls ganz wunderbare Erinnerungen an all die Orte in der Bretagne.

  • Youtube kommt nur in meinem Beitrag vor. Also hebst Du vermutlich darauf ab. Woher auch immer die Annahmen und die augenscheinliche Abneigung gegen Youtube kommt - sie sind nicht begründet. Wenn jemand meint, über Youtube-Videos seine Törnplanung machen zu können, sollte er nicht segeln. Das hätte eine große Wahrscheinlichkeit, nicht gut zu gehen, insbesondere nicht in einem anspruchvollen Revier. Das sollte Konsens sein.


    Über das, was "gute Seemannschaft" ist, mag man in Randbereichen streiten können. Dass das Lesen von "geschriebener Sprache" in Törnführern, Seehandbüchern etc. dazu gehört, sollte außer Frage stehen.


    Dass alle, die auf Youtube zum Segeln in der Region Beiträge veröffentlichen, nicht alt sind (also vermutlich jung sind) und keine lange Lebenserwartung haben, ist nicht richtig. Neben BlueOcean oder wie auch immer die Truppe heißt, gibt es eine Reihe von Seglern, die Erfahrungen und Kenntnisse teilen und auch graue Haare haben (Dwersteg, Impavidus, X-Trip etc. etc. etc.). Einer der Beitragenden wies auf Capbreton hin. Auf Youtube kann man sehen, wie es dort aussehen kann. In einer Karte wird es nicht so deutlich und greifbar - und Capbreton ist nur ein Beispiel.


    Wenn jemand in der Region im flachen Wasser bleiben möchte, weil er hofft, dass er keine Orcas trifft, kann ich das verstehen. Dann sind die Häfen an Land für ihn "notweniges Übel". Wenn jemand die Küste absegeln möchte, weil er es sehen möchte, reizvoll findet oder es einfach ausprobieren möchte, kann er sich bei denjenigen, die das als "notweniges Übel" gemacht haben, zusätzlich informieren. Dagegen ist nichts einzuwenden. Im Gegenteil würde ich die Frage stellen wollen, ob es heute noch gute Seemannschaft ist, eine potenzielle (nahezu kostenlose und nahezu immer verfügbare) Informationsquelle nicht auszublenden. Die Beiträge haben unterschiedlichen Gehalt, teilweise helfen sie nicht weiter. Das ist in diesem und anderen Foren ähnlich, wie nicht zuletzt auch die BSU im Untersuchungsbericht über den tragischen und fatalen Seeunfall der Silja festgestellt hat. Das aber nun alles keinen Wert hat, sehe ich nicht.

  • Die Mädels vom youtube-Kanal "Anna und Malin" haben die Biskaya auch ausgesegelt.. Besser gesagt, die sind da gerade im Winterquatier. Ich fand das ganz unterhaltsam. 👍

  • Die Mädels vom youtube-Kanal "Anna und Malin" haben die Biskaya auch ausgesegelt.

    :fragen: die liegen doch noch in Loriont!?



    (Rabulski war schneller)

  • Jahaaaa.. Die sind halt nicht direkt rüber gesegelt. Mein Gott..😆

  • Weil mir Nordspanien vom Auto aus gefallen hat, wollte ich auch die Häfen kennen lernen und bin 2017 von La Rochelle in einem Nachttörn nach Bilbao und dann Porthopping bis A Coruna, im nächsten Jahr noch bis Vigo und zurück wieder entlang der Küste bis Hondaribia an der spanisch-franz. Küste und von dort wieder in die Bretagne.


    Fazit: es war schön und interessant, aber auch spannend. Die Häfen sind z.T. klein, mit viel Schwell, nicht auf Segler eingerichtet. Mein Boot hat nur 10m und 1,45 Tiefgang; mit einem größeren Boot müsste man einige Häfen, die ich besucht habe, auslassen. Anderes Problem, bei West und Südwest hängt man entlang der Küste im Windschatten der hohen Berge (2500 m hoch!), selten so viel motort. Im Nachhinein war mir klar, weshalb viele von Brest aus den direkten Schlag nach A Coruna vorziehen.


    Handbreit, Skokiaan

  • Biskaya ist leicht reinzukommen und schwer herauszukommen. Unter Zeitdruck, bleibst du da stecken.