Code Zero bei Toptakelung möglich?

  • Hallo zusammen,


    ist es theoretisch und praktisch möglich ein Code Zero an ein topgetakeltes Boot zu fahren?

    Der Spinnaker wird derzeit über eine Umlenkrolle welche an einem Bügel festgemacht ist genutzt, daran sollte ich doch auch einen Code Zero anschlagen können oder ?

    Das Bild ist nicht aktuell, daher sieht man die Rolle nicht, aber der halbrunde Metallbügel oberhalb des Vorstags ist gemeint.


    IMG_0075.PNG


    Bin gespannt auf eure Rückmeldung :smiling_face:

  • Der Spi fliegt frei nach vorne und schafft sich dadurch oben Platz. Der Code0 wird ja sehr dicht geschotet. Das kann zu Beschädigungen dessen am Top führen.

    Ist eine schöne Genua 1 nicht eine gute Alternative?

  • Bei Topgetakelten Booten kann man doch meist eine riesige Genua fahren. Die dann aus ganz leichten Tuch und es kommt dem Code0 sehr nahe und man spart sich den zusätzlichen Roller. Es bleibt aber der aufwändige Segelwechsel.

    Alternativ könnte man auch einen Code0 ohne Roller verwenden. Dann mag das da passen. Aber der Segelmacher vor Ort kann das am Besten beurteilen.

    Edit: auf das Vorstag muss ordentlich Zeng drauf. Ob der Bügel das mitmacht?

    First 21.7, Etap 21i, Sunbeam 22.1, Dufour 350 GL

  • Von einer Rolle war auch gar nicht die Rede, so wie ich das verstanden habe.

    Trotzdem würde das Segel Schaden nehmen, glaube ich.


    Eine Rolle hat gar keinen Platz.

    Edited once, last by ex-express: Ein Beitrag von ex-express mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Von einer Rolle war auch gar nicht die Rede, so wie ich das verstanden habe.

    Code0 sind ja in der Regel frei fliegende Segel aus relativ robustem Tuch - die will man schon rollen - selbst wenn cableless. So ein Laminatsegel wie einen Spi in einen Sack stopfen ... ist wohl nicht so toll.



    Die dann aus ganz leichten Tuch und es kommt dem Code0 sehr nahe und man spart sich den zusätzlichen Roller. Es bleibt aber der aufwändige Segelwechsel.

    Das wird wohl das Problem sein - ein Segelwechsel auf der Rollanlage - mit kleiner Crew unterwegs ... nicht so toll ...

  • Bei Booten mit Code0 bis 45qm wird oftmals kein Laminat, sondern Gennistoff genommen, so dass man dann schon ein bisschen stopfen könnte.

    Aber ich würde sowieso für einen Toprigger eher eine schön große Genua 1 nehmen.

  • Bei Booten mit Code0 bis 45qm wird oftmals kein Laminat, sondern Gennistoff genommen

    Zum Glück ist die Bezeichnung Code0 nicht geschützt oder genormt... Wenn ein Segel ein AWA um die 30 Grad bei mehr als Flaute erlauben soll - der typische Code0 - dann muss es auch entsprechend formstabil sein. Das kann man mit Nylon i.d.R.- nicht erreichen - auch nicht bei 30qm und schon gar nicht bei 45qm. So fahren die meisten Minis ca 25qm große Code0 aus Folie die natürlich gerollt werden müssen.


    Das was manche Segelmacher als Code0 (aus Nylon) bezeichnen sind eher C5/A5 und für Kurse mit einem AWA um die 40 Grad gebaut, die sogar vor dem Wind "halbwegs" funktionieren sollen - wie auch immer ...

  • Genau, wie präzise sind da die Unterschiede? Ich habe meinen als Code0 gekauft, der ist knappe 40m2 und aus Nylon.

    Ich fahre den um unkompliziert von SW-Fock zu einem großen Halb- Raumwinder zu wechseln. Eine Genua bringt das nicht.

    Zur Frage des TE denke ich schon das es gehen würde, es muss natürlich richtig bums auf dem Kabel sein und etwas Platz nach vorne sollte auch sein. Ich habe mir da einen festen Spriet gebaut. Der obere Wirbel sollte doch nicht so riesig sein das er die Fock beklemmt.

    Man kann über alles mit mir reden nur Kritik vertrage ich nicht.

  • Der Code0 ist ungemein modern. Allerdings ist eine Gen1 hoch am Wind überlegen und ein Halbwinder bei halb und raumer auch. Nur dazwischen liegt der Code0 gut. Für dieses schmale Segment braucht der Tourensegler kein spezielles Segel.

    Allerdings spielt man durch den Besitz eine Code0 schon in der gehobenen Regattaliga mit :smiling_face:


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Das wird wohl das Problem sein - ein Segelwechsel auf der Rollanlage - mit kleiner Crew unterwegs ... nicht so toll

    genau darum geht es, unterwegs nicht das Segel wechseln zu müssen, ein Bugspriet wollte ich sowieso diesen Winter verbauen, so das der Code Zero unten eh weiter vorne angeschlagen werden würde.

    Gibt es irgendwo Windtabellen/-grafiken auf den man die Windwinkel sieht?

    Am liebsten etwas was hoch am Wind gefahren werden kann bei wenig Wind.

    Derzeit vorhanden ist eine Fock und eine Genau 2 mit 135% sowie ein A1 Spinaker.

  • Gibt es irgendwo Windtabellen/-grafiken auf den man die Windwinkel sieht?

    so etwas z.B. - ist aber sehr "Setup-abhängig". Code0 = Gennak in dem Chart / im 2. setup ergänzt um den Code5


    Wenn Du bei wenig Wind (sehr) hoch fahren möchtest => G1. Besser geht nicht. BTW - ich habe mich auch für einen C5 als Ergänzung zu einer G2/HA-Fock entschieden - kostet nichts in der Vermessung, verleiht dem Schiff Flügel ab AWA 40..50 Grad und kann gefahren werden bis 40kn+ - dann natürlich entsprechend tief

  • Also 40kn+ ist auch ein Muss.

    Nur wenn das Schiff "fliegen" und ein "Abflug" halbwegs ausgeschlossen werden kann - ein Tradi-Verdränger fährt dann sicher lieber im 3. Reff mit Sturmfock

  • Das ist klar, dass du bei solchen Bedingungen fährst, aber wir Normalsterblichen machen das eher nicht. Bei Windgeschwindigkeiten von über 80km/h sitzen wir gemütlich im Hafen oder zu Hause.

    Aber schön zu wissen, dass das Material das abkann. Die Crew ist eh das schwächste Glied an Bord. Also bei uns jedenfalls.

  • genau darum geht es, unterwegs nicht das Segel wechseln zu müssen,........

    Wir sind 17 Jahre mit einem topgetakelten Boot mit Stagreiterfocken gesegelt (+6 Jahre mit vorlaufendem Boot). Segelwechsel war gang und gäbe, vier oder fünfmal pro Tag keine Seltenheit, zuweilen auch nachts. Wenn die Bewegungsabläufe eingeschliffen sind, stellt es keine besondere Belastung dar.


    Wenn Du das Wechseln vermeiden willst, muss Du ein weiteres Rollsegel ständig angeschlagen haben. Das dient nur der Sicherheit wenn das Boot von vornherein dafür vorgesehen ist. Ansonsten fehlen leicht 100kg an Ballast wenn die Rollanlage nur 10 kg wiegt. Der Starkwindbereich ist dabei immer noch nicht abgedeckt.


    Der Code 0 ist zwar ein frei fliegendes Segel, hat aber ein straffes Vorliek. Dafür ist der Spinnakergalgen nicht ausgelegt, ich halte ihn in diesem Fall für überfordert.


    Einen Code 0 um Segelwechsel zu vermeiden kann ich nicht empfehlen.


    Gruß Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Wir sind 17 Jahre mit einem topgetakelten Boot mit Stagreiterfocken gesegelt (+6 Jahre mit vorlaufendem Boot). Segelwechsel war gang und gäbe, vier oder fünfmal pro Tag keine Seltenheit, zuweilen auch nachts. Wenn die Bewegungsabläufe eingeschliffen sind, stellt es keine besondere Belastung dar.


    Wenn Du das Wechseln vermeiden willst, muss Du ein weiteres Rollsegel ständig angeschlagen haben. Das dient nur der Sicherheit wenn das Boot von vornherein dafür vorgesehen ist. Ansonsten fehlen leicht 100kg an Ballast wenn die Rollanlage nur 10 kg wiegt. Der Starkwindbereich ist dabei immer noch nicht abgedeckt.

    Das Problem ist die bereits vorhandene Rollanlage, die einen Segelwechsel (solo/DH) unterwegs eher schwerer macht. Stagreiter wären eine Alternative aber ... haben andere Nachteile ...


    Aber Du hast natürliche einen Punkt damit - wenn nicht vor dem Stag ein Segel zusätzlich warum nicht dahinter - sprich eine Kutterfock als Starkwindsegel und eine G1 auf dem Stag ... Das wäre segeltechnisch das Beste - leider auch das teuerste ...

  • Würde auch eine perfekte G1 empfehlen und etwas leichtes für downwind. Sei es der Spi oder der Gennacker. Schau dir mal an für welches kleines Windfenster so ein Code 0 überhaupt ideal ist. Lohnt sich das für dich überhaupt?

    Gruß
    Arne

  • Bei Windgeschwindigkeiten von über 80km/h sitzen wir gemütlich im Hafen oder zu Hause.

    Tue ich ja auch - ist ja nicht so, dass ich/wir uns das so aussuchen und wenn klar ist, dass in einer Wettfahrt >35kn und das noch dazu von vorn - angesagt sind, dann fahren wir auch nicht los. Nur ... wenn es dann unterwegs passiert - insbesondere Sommergewitter - dann verkriechen wir uns nicht gleich im nächsten Hafen - im Zweifel ist der dann der Zielhafen und wir wissen inzwischen auch (bei meinen Schiffchen seit 2011), dass "laufen lassen" besser ist als "bremsen" - in der Ostseewelle ( nicht unbedingt in der Nordsee / Bsikaya / ...)