Fernglas NIKON oder Steiner (mal wieder)

  • Aw.: Sobald man aus großer Entfernung das Fernglas nicht richtig stillhalten kann, weil der Hochsitz schwankt oder man auf einem Boot steht und man dazu noch was lesen will.

    Das war eine rethorische Rückfrage an den TO, da nur er weiss, wozu er das Glass benutzen möchte. Da er im Segelnforum fragt, vermutlich nicht zur Jagd.


    Ich habe eine Reihe Ferngläser verschiedenster Preisklassen vom Fielmann bis zum Canon AW IS 15x50, das sich meine Frau gewünscht hat. Bildstabilisierung ist super, klar. Vor allem wenn man tatsächlich in der Ferne etwas lesen will, z.B. den Namen ejnes Schiffes. Dass man das wirklich muss, habe ich noch nie erlebt. Es sind doch in der Regel alle Infos in den Karten bzw. auf dem Plotter. Ich habe mich auch noch nie geärgert wenn ich durch das Fielmann geguckt habe und habe mir dann schnell das Nikon oder das Minox geholt. Da der Entfernungsmesser das kleinste der Geräte ist, habe ich meistens den dabei, und gucke in der Regel da durch. Am Fielmann liebe ich seine monetäre wertlosigkeit auf dem Boot. Das hochwertigere Optik beim direkten Vergleich besser kommt, ist natürlich kleine Frage.

  • Wir haben ein 7x50 von Minox, haben uns damals gegen das Steiner entschieden weil das Minox auf Grund des größeren Okulars mit Brille bessere Sichtbedingungen bietet. Kosten weiß ich nicht mehr genau, aber definitiv deutlich günstiger als das Steiner, billig aber trotzdem nicht :winking_face:


    Service ist Top; in der ersten Saison hat unser "Großer" eine Okular Abdeckung geschrottet. Eingeschickt, anstandslos Ersatz bekommen

  • Vielen Dank für die vielen Anregungen und Alternativvorschläge. Das Nikon-Glas spielt offenbar in einer anderen Liga ( Ralf C. Kohlrausch und den aufschlussreichen Test) und es geht daher (wieder mal) nach dem Motto: You get what you pay for. Dann wird es wohl das Steiner in der Hoffnung, dass sie den Service dann irgendwann für die Erben vornehmen können.

    Das Ziel ist im Weg.

  • Autofokus könnte ein Missverständnis sein? Früher musste man per Hand nachstellen zum Scharfsehen. Die besseren Gläser ermöglichen scharf sehen nach einmaligen Einstellen ab einen relativ geringen Abstand bis zum Horizont. Etwas was ich auf garkeinen Fall mehr missen möchte.

    Moin,


    genauso habe ich es bei dem von mir genannten Test - als Brillenträger - auch empfunden.

    Mast- und Schotbruch,


    Jürgen

  • Die Qualität des Fernglases offenbart sich gerade in Grenzsituationen. Die Lichtstärke war daher auch für mich der Grund, zum Steiner zu greifen. Damit sieht man bei Dämmerung und Nachts noch tadellos und ohne besonders störende Reflexe o.ä.

    Wenn das Fernglas also auch öfter mal in solchen Situationen und nicht nur tagsüber for fun benutzt wird, dann würde ich auch zum Steiner greifen. Und die 30% finde ich schon sehr entgegen kommend.

  • Palamos

    kläre uns einfach sachlich auf, wie das funktioniert oder auch nicht. Du kannst Dein Wissen hier teilen. Wir freuen uns darüber! :Laie_22:


    Bei meinen althergebrachten Ferngläsern muss ich jeweils immer wieder an den Rädchen scharf stellen, wenn ich z.B. erst etwas entferntes betrachte und danach zu etwas nahen schwenke. Beim Autofokus von Steiner ist dem nicht so. Da stelle ich vorne einmal auf meine Augen scharf ein und dann schaue ich ein Lebenlang scharf, egal ob fern oder nah.

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Ich hatte vorher Bresser und andere, bis ich im letzten Jahr ein Steiner zu meinem 50. geschenkt bekam.

    Was soll ich sagen…die anderen benutzte ich nie wieder. Alle inzwischen verschenkt.

  • Das manuelle Scharfstellen hat auch Vorteile. So inspiziere ich gelegentlich den Mast von unten bis oben mit meinem "nicht-Autofokus" Glas. Das ging mit meinem Vorgänger nicht oder eben erst ab ca. 10? Metern. Also gerade so die Mastspitze.

    Tschüss
    Christian

  • Palamos

    kläre uns einfach sachlich auf, wie das funktioniert oder auch nicht. Du kannst Dein Wissen hier teilen.

    Es wurde schon erklärt von Ralf C. Kohlrausch


    Das Fernglas selbst trägt fast nichts dazu bei außer der Vergrößerung. Je höher die ist, desto weniger funktioniert der "Autofokus", der ja nicht im Fernglas steckt sondern im Auge.


    Nimm mal ein beliebiges anderes Fernglas mit gleicher Vergrößerung wie Dein Steiner und stelle es genauso ein. Siehe da: auch Autofokus.

  • Hm, ich glaube Dir ja gerne, aber das Fernglas von meinem Opa hat z.B. auch nur 7 fache Vergrößerung und da muss man immer dran rum drehen. Der einzige Unterschied es hat vorne keine 50er Öffnung, nur 30?

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Die Öffnung spielt keine Rolle. Nimm mal zum Vergleich ein anderes Fernglas ohne Fokusrad. Grundsätzlich geht das auch mit Fokusrad, aber bei denen ist es etwas schwierig, die gleiche feste Einstellung zu finden.

  • Wir haben ein 7x50 von Minox, haben uns damals gegen das Steiner entschieden weil das Minox auf Grund des größeren Okulars mit Brille bessere Sichtbedingungen bietet. Kosten weiß ich nicht mehr genau, aber definitiv deutlich günstiger als das Steiner, billig aber trotzdem nicht :winking_face:


    Service ist Top; in der ersten Saison hat unser "Großer" eine Okular Abdeckung geschrottet. Eingeschickt, anstandslos Ersatz bekommen

    Moin,


    das ist eine Frage der Betrachtungsweise. Einerseits ist es etwas unpräzise, "damals ein Minox" gegen "das Steiner" zu setzen, die haben ja alle mehrere Modelle. Zum anderen könnte man das Bneispiel mit der Okularabdeckung auch so deuten, dass die Minoxe offenbar unstabile Okularabdeckungen haben.


    Gruß

    Ralf C.

    Wenn man mehr Zeit einplant geht es auch nicht schneller.

    .

  • Das müsste es gewesen sein. Ich wage zu bezweifeln dass ein Steiner die Behandlung eines 3jährigen besser übersteht, werde unser Glas aber auch nicht für eine randomisierte doppelt verblindete Studie zur Verfügung stellen... :grinning_squinting_face:


    Mich hat wie gesagt auch nur der beachtliche Unterschied für Brillenträger beeindruckt. Soll es ja unter Seglern außer mir noch ein oder zwei geben für die das relevant sein kann ..

  • Man bietet mir einen Nachlass von 30% beim Kauf eines neuen Glases an. Hier käme dann zB das Steiner Navigator 7x50C ins Spiel, was mich rund 460 Tacken kosten würde.

    Das wäre etwa der aktuelle Marktpreis, wenn ich das richtig sehe.


    Gruß

    Ralf C.

    Wenn man mehr Zeit einplant geht es auch nicht schneller.

    .

  • Moin,


    ich glaube mit Autofokus ist eigentlich ein Fixfokus gemeint.

    Bei Kameras stellt der Autofokus aktiv unter Zuhilfenahme von Energie aus der Batterie der Kamera auf das jeweilige Motiv scharf.


    Beim Fixfokus ist das Glas so konstruiert, dass der Schärfentiefenbereich so groß ist, dass alles, was man mit einem Glas anschauen möchte auch scharf abgebildet wird. Da ist keine Batterie drin, um irgendwas aktiv scharf zu stellen.


    Zumindest kenne ich keine solchen Gläser. Sie wären auch auf dem Boot nicht unbedingt brauchbar, weil 1. man schwankt und damit der Meßpunkt sich verändern könnte. Dann bekommt man das Ziel unter Umständen gar nicht scharf und 2. wenn die Batterie alle ist geht gar nichts mehr.

    Gruß Jürgen



    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber sinnlos.

  • Moin,


    bei Fixfocus-Kameras kann die Scharfeinstellung eigentlich gar nicht verändert werden, manchmal noch eine Nahlinse eingeschwenkt. Früher waren beim Fotografieren mal Schnappschusseinstellungen populär, von den deftigeren Ketten wie Foto Porst auch als Schärfe-Garatie beworben. Dann mit zwei Entfernungen für nähere oder weiter entfernte Schnappschüsse. Daran erinnert mich dieses Sports-Autofocus.


    Nun werden ja Marine-Gläser weniger von Hobby-Optiker als von Hobby-Kapitänen gekauft und das auch nicht unbedingt im Optik-Fachhandel (manchmal abenteuerlich genug) sondern im Boote-Zubehörhandel. Da ist dann ein bisschen die Frage, wie erklärt man es so, dass die Laien es auch verstehen (und verkaufen können). Soweit hat Steiner sogar mein Verständnis. Ich glaube, ohne dass ich das irgendiwe belegen könnte, dass die Okular-Konstruktion und das Einblickverhalten etwas mit der Sache zu tun haben. Auch bei gleichen äußeren Daten (7x50) klappte der "Autofocus" nicht bei allen meinen Ferngläsern gleich gut. Vielleicht wäre "Easy-Eye-Focus" oder Easy-I-Focus" geschickter gewesen.


    Ich finde es zum Sehkrank-werden, dass kein Hersteller das optomale Glas anbietet. Steiner Commander mit weitem Sehfeld, aber einem Kompass, der nicht weltweit eingesetzt werden kann. Fujinon FMTRC-SX mit weltweitem Kompass, aber ohne Beleuchtung. Kielholen sollte man sie alle.


    Gruß

    Ralf C.

    Wenn man mehr Zeit einplant geht es auch nicht schneller.

    .

  • Dank für die Einlassungen von Ralf C. Kohlrausch :

    ich verwende nach diversen Schwierigkeiten mit AWN, Chartergrundausstattungen immer ein eigenes Minox 42x7 Mono mit Kompass.

    Sicherlicher ist 70 besser, wenn man z.B. nachts Fischkannister in span. Gewässern nicht übersehen mag.

    -

    Das Absehen des Minox kann ich bei Bedarf mit einer tiefroten smd-LED beleuchten.

    a) ich habe 2 operierte Augen = Festbrennweite

    b) Augabstand, Anpassung Aughöhle sind am besten

    c) ich kann mir das keine Ding an den Kragen heften, so wie die Handfunke


    spliss

    Holt groß das Dicht ! dillen statt chillen !

  • Auch bei gleichen äußeren Daten (7x50) klappte der "Autofocus" nicht bei allen meinen Ferngläsern gleich gut.

    Die angegebenen Werte müssen nicht immer den tatsächlichen Werten entsprechen. Irgendwo hatte mal jemand an diversen Ferngläsern nachgemessen und bei Vergrößerung, Öffnung und Sehfeld leichte bis deutliche Abweichungen von den Nennwerten festgestellt. Was auch nachvollziehbar ist, da alle Hersteller bestrebt sind, mit möglichst vielen Gleichteilen zu arbeiten und die natürlich nicht bei jedem Modell auf den Punkt passen können. (Leider finde ich die Veröffentlichung gerade nicht mehr.) Aber das könnte eine Erklärung für leicht unterschiedliches Empfinden sein. Subjektiv spielt vielleicht auch noch das Einblickverhalten eine Rolle.