Das erste Mal Anlegen mit Heckboje,worauf achten

  • Sehr straff halten und langsam achteraus, Schmackes etwa erst nach der Hälfte oder2/3 der Bootslängen

    Ja, das straff halten klappt so lange, wie ich noch zur Hälfte zwischen den Dalben/Booten bin. Aber sobald am Heck/in der Mitte des Bootes die seitliche Abstützung fehlt, rotiert doch das ganze Konstrunkt um den Drehpunkt. Also dem Punkt, wo die Leine vorne am Steg fest gemacht ist.
    Und wenn das Heck erstmal in Richtung Lee zeigt, zieht ja auch Rückwärstschub nur noch in die falsche Richtung. Und damit ziehe ich die vordere Leeseite einmal schön am Dalben lang. Bei Dalben nicht schlimm. Aber beim Nachbarboot?

    Mein Problem ist vermutlich auch, dass ich mich entscheiden muss: Mit Leine relativ langsam oder ohne Leine schnell.
    Und wenn man ohne Leine rechtzeitig mit Geschwindigkeit raus kommt und ein Boot hat, dass dann geradeaus läuft, klappt das. Bei einem solchen Versuch habe ich aber auch schon eine dicke Macke in den Dalben gehauen, weil ich eben doch trotz Rückwärtsfahrt vertrieben wurde.
    Und da war nichtmal viel Wind.

    Was mir aber jetzt einfällt: Wie weit hinten ist denn die Boje? Denn die würde mit der Heckleine das Boot ja in der richtigen Position halten. Und wenn man vorne raus ist, bevor man hinten an die Boje stößt...

    P.S.: Aber vielleicht mache ich mir da zu viele Gedanken und meine Lösung für die Box (mit zwei Mittelsprings auf die Dalben, um den Winkel des Bootes und damit die Zugrichtung bestimmen zu können) würde auch mit den Achterklampen der Nachbarlieger gehen?

  • Hast Du keine Fender? Bb und Stb einen dicken in Bug Nähe und gut. Bleiben ja nicht am Dalben hängen. Mach einfach mal.

    Wenn, dann würde ich eher meinen Anker vorn abfendern müssen.

    Aber ich hoffe ja eh bald wieder rückwärts anlegen zu können, dann gibt es die Probleme beim Rausfahren für mich nicht. Und rückwärts rein in die Box ist ja problemlos.
    Es interessierte mich ja hier nur, wie man das an der Boje macht :winking_face:

  • Luvwärtigen Nachbarliger bitten mit der Vorleine beim Ablegen das Abdriften des Bugs zu verhindern?

    Die besten Seemänner stehen an Land.


  • Mein Problem ist vermutlich auch, dass ich mich entscheiden muss: Mit Leine relativ langsam oder ohne Leine schnell.

    Also persönlich bevorzuge ich immer ersteres, da kann ich zumindest stoppen und überdenken falls das Manöver nicht läuft wie geplant.


    Als Wahl-Schwede hab ich mich schon sehr an die Heckbojen gewöhnt und finde die auch besser als Dalben. Hatte letztes Jahr aber auch miterlebt wie jemand "schnell" rückwärts raus ist zwischen zwei anderen Booten und seinen Bugkorb einmal komplett am Nachbarn entlanggezogen hat :Mauridia_44:


    Deswegen, langsam und kontrolliert, lange Bugleine auf Slip, dicken Fender dazwischen und wenn man zu Zweit ist zur Not auch von Hand den Nachbarn auf Abstand halten (oder diesen freundlich fragen ob er euch mit dem Bootshaken auf Abstand hält :kedde:)

  • Ergänzend angemerkt, man kann oft auch rückwärts an den Steg (aber Vorsicht, wenn es ein Ufersteg ist oder eine Aufschüttung).

    Die Prozedur bleibt dieselbe, je nach Boot kann man evtl. sein Heck mit einem kurzen Vorwärtsstoss (und Extremruder) korrigieren.


    Offene Bojenhaken beim Festmachen nicht "über Bord werfen", sondern am Festmacher "gebremst gleiten lassen", bis er frei hängt, so ist er mir noch nie rausgefallen.


    Meist wird die Boje an der Luvseite belegt.

    Am Steg dann zuerst Luv belegen (logisch). Leinen hat man natürlich vorbereitet, die Bugleiter evtl. auch.


    Und je nach Boot: Vorsicht mit der Buglaterne.

  • Ich würde das Thema noch um

    "Anlegen an zu kurze Schwimmausleger in Doppelgarage"

    erweitern.

    :nerd_face:

    Haben da schon prima Hafenkino gesehen.

    (und tun uns da tlws. selbst schwer, weil die Übung fehlt)

    20230530_092628.jpg

  • Um die Augen macht man einen anderthalb Runttörn mit 2 halben Schlägen, das andere Ende dann an Bord auf die entsprechende Klampe.

    Wer ein hochbordiges Boot hat muss sich tief bücken oder gut auf dem Ausleger balancieren können.....

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • "Anlegen an zu kurze Schwimmausleger in Doppelgarage"

    In diesem Fall nehme ich ebenfalls gern den Bojenhaken. Die Schwimmausleger haben ja i. d. R. eine Öse aufs äußere Ende geschweißt, in die wird der Bojenhaken eingefädelt, was, wenn es sich nicht um eine zu kurze Ausführung handelt, auch von einem etwas höheren Boot ganz gut geht. Und die am Bojenhaken angespleißte Leine wird vorn auf der Bugklampe belegt.


    Wenn ich allein bin, dann fahre ich auch gern mit dem Bug an den Steg - ja, mit Kontakt. Bei mir ist der Bug allerdings bis runter zur WL mit einer massiven VA-Leiste geschützt (Gummifender geht auch prima), und der Steg sollte dafür auch geeignet sein. Keine scharfen Kanten und so. Aber in den allermeisten Fällen, vor allem bei Holzstegen, geht das prima. Wenn der Kontakt Bug-Steg erstmal vorsichtig hergestellt ist, kann man eingekuppelt lassen und fix die wichtigsten Strippen legen.


    Gruß, Manfred


    Nachtrag: wenn ich mich richtig erinnere, kam die Kontaktidee vor Jahren ursprünglich von Klaus13

  • Wenn man die Leine über die Mittelklampe umlenkt kann man prima eindampfen. Langsam ran, kurz aufstoppen, Palstek über die Klampe oder den Bojenharken einfädeln und dann langsam vorwärts einkuppelnd. Pinne etwas zum Ausleger legen und mit einem kurzen Stropp am Heckkorb fixieren, dann kann man in Ruhe alle übrigen Leinen ausbringen. Wer keine Mittelklampe hat, kann den Holepunkt der Genua vorschieben und eine Leine dadurch fädeln.

  • Briten benutzen für ihre Mooringtonnen ja diese praktischen "Leinendurchfädler am Stiel", wäre bei nicht-begehbaren Auslegern auch ganz praktisch.


    Glücklicherweise sind die hier selten und eigentlich immer begehbar.

  • Gibt es weitere Sachen, auf die zu achten sind?

    Oh ja. Man segele ein flachbordiges Schiff und Heckbojen werden im Wortsinne en passant zu einem Kinderspiel :verstecken:

    Im Ernst, Übung macht den Meister. Insbesondere bei Seitenwind besteht das Problem darin, bei einem kontrollierten Anleger (bei engen Plätzen trifft dies auch auf den Ableger zu) ausreichend Manövrierfähigkeit, das heißt Ruder und das wiederum heißt Minimalfahrt im Boot zu behalten - je mehr Wind, je mehr Fahrt. Lange herumfummeln hat zur Konsequenz, dass das Boot mit dem Heck an der Boje hängt, im Worst Case mit dem Bug im Geschirr der Nachbarn.
    Das Ein- und Auspicken sollte daher im Idealfall ohne vollständiges Aufstoppen im Vorbeifahren möglich sein, vorzugsweise auf der Luvseite, damit Du nicht selbst auf die Boje und deren Geschirr getrieben wirst. Ob der von Dir übernommene Haken das ermöglicht, weiß ich natürlich nicht. Die Schweden verwenden unterschiedlich lange Haken mit offenem Ende (dann muss stets Spannung auf dem Haken/der Leine sein) oder mit unterschiedlichen fernbedienbaren Schnapper-Konstruktionen. Ich schätze, so etwas wäre auf Deinem Boot zielführender (ich habe gut reden: mit niedrigem Freibord und ohne Reling müssen wir im Vorbeifahren quasi nur den Arm raushalten - gut gezielt klappt das eigentlich immer).


    Wenn möglich, sollte das Einpicken bereits bei der Anfahrt vom Vorschiff her geschehen und von dort sofort bestätigt werden. Dann kannst Du mit der achtern belegten Leine das Manöver beruhigt zu Ende fahren und die 2. Person bleibt auf dem Vorschiff, wo sie ja kurze Zeit später sowieso benötigt wird. Klappt der erste Versuch nicht, kann die 2. Person auf dem Seitendeck zurück gehen und hat noch 1-2 weitere Versuche. Klappt es immer noch nicht, kühlen Kopf bewahren, umgehend rückwärts rausgehen, und neuen Anlauf versuchen.

    Um zunächst eine Landleine ausbringen zu können, sind Heckbojen meist viel zu weit vom Steg entfernt. An den Steg heranfahren, Landleine ausbringen und mit dieser wieder zurückfahren, funktioniert nur bei Schwachwind und bringt keinerlei Vorteil - würde ich gar nicht erst in Betracht ziehen. Eine Leine zum Luv-Nachbarlieger kann Rettung in der Not sein, wenn der Bug bereits nach Lee vertreibt - hat jedoch zur Bedingung, dass das Nachbarboot besetzt ist und dass die Person auf dem Vorschiff in der Lage ist, sehr zügig eine Wurfleine klar zu haben und sicher werfen zu können. Ich sag mal so: wenn sie das kann, kann sie auch in 2-3 Versuchen den Haken einpicken...und vice versa...

    Nachtrag: damit die Bojenleine bei Durchhang während des Manövers nicht in Deine Schraube geraten kann, könntest Du hierfür eine Schwimmleine verwenden.

    Gruß
    Andreas

  • Das kann echt schwierig sein, besonders wenn an einem sehr niedrigen Ausleger statt Klampen nur Augen vorhanden sind.


    Gruß Odysseus

    Nicht mit einem Hook&Moor. Übrigens auch beim Leine in Bojen-Auge auf Slip einfädeln - Haken unnötig. Meiner Admiralin in war das Teil aber zu schwer, also wieder verkauft.

    Volker

  • Nicht mit einem Hook&Moor. Übrigens auch beim Leine in Bojen-Auge auf Slip einfädeln - Haken unnötig. Meiner Admiralin in war das Teil aber zu schwer, also wieder verkauft.

    Volker

    Stimmt, ein ziemlich schweres Biest. Aber absolut genial. Und eine Reichweite...!

    Ich würde lieber die Muckies trainieren, als darauf zu verzichten.

    I sail because for tennis, golf and soccer you only need -one- ball.

  • Wir machen nun morgen nach Schweden rüber und die ersten Häfen mit Heckbojen kündigen sich an. Ich habe jetzt in Kopenhagen gesehen, dass die meisten beide Heckklampen belegt haben. Zwei Leinen, die dann zu einer weiteren führen.

    Meine Frage. Lege ich erst einmal mit einer Leine an und lege den Hahnepot dann anschließend? Oder habe ich die Leine schon entsprechend "konfiguriert"?

  • In der Regel reicht eine Leine, meist auf der Luvseite befestigt oder entsprechend den anderen Booten am Steg.