M Jambo - Martin abgeborgen

  • Wie stellst Du Dir denn eine Schadensanzeige an die Versicherung in einem Fall wie diesem vor?

    Naja, solche Schadensanzeigen sind doch keine intellektuellen Herausforderungen?!

    Man beschreibt was vorgefallen ist, lässt nichts weg von dem man weiß, dichtet nichts hinzu von dem man nichts weiß, definiert den Schaden und versendet das Formular. Anschließend wartet man dann die Rückfragen ab.

  • Ich habe mich aufgrund der Diskussion zum Winterliegen im Wasser mit meinem Versicherer in Verbindung gesetzt und ihn gefragt, ob ich die Änderung (Winterhalle zu Wasserliegeplatz) anzeigen müsste. Das hat er verneint. Jedoch ist jeder Schaden durch Frost, ob in der Halle oder im Wasser, durch keine Police abgedeckt. Also die die sich hier aufregen und das Verhalten unverantwortlich finden: Die Segler im Wasser tragen also eine entsprechende Verantwortung und den Schaden auf eigene Kosten. War mir so auch neu, aber Frostschutzmittel hilft.


    Muss in einen anderen Tröt.

  • Der Folgeschaden ist aber bei den meisten Policen gedeckt, heißt das geplatzte Seeventil darfst du selber zahlen den Rest vom Schiff zahlt die Versicherung.

  • Hängt wahrscheinlich vom Vertrag ab, ist für mich aber unwichtig da ich nicht im Wasser bleibe.

  • Ich glaube auch nicht das ein Skeg irgendwas an Martins Unglück geändert hätte

    Doch, sehr, sofern es Ruderwellenbruch gewesen wäre.

    Das Ruder wäre nicht gerutscht, hätte am Skeg gehangen, keine Bewegung der Ruderwelle aus ihrer Geometrie, kein Leck.

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


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    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...


    Cetero credo Putin esse delendum.

  • Doch, sehr, sofern es Ruderwellenbruch gewesen wäre.

    Das Ruder wäre nicht gerutscht, hätte am Skeg gehangen, keine Bewegung der Ruderwelle aus ihrer Geometrie, kein Leck.

    büschen dünn, dieser Indizienbeweis, oder? (würde Matlock als norddeutscher Anwalt sagen)

  • Es geht doch darum, ob ein Skeg eine Veränderung des Geschehens hätte beeinflusst haben können.


    Nichts anderes...

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  • Es kommt wohl auch wieder darauf an, wie der Skeg aussieht/ konstruiert ist. So ein 1/3 - Skeg mag nicht viel bringen, ein 1/2 angesetzter ist sicher schon besser, das in ganzer Länge angegangene Ruderblatt und ein massiv mit einlaminierter Stahlplatte versehene Skeg als Teil eines gemäßigten Langkielers wie die alten HR Yachten hätte wohl den Schlag überlebt.


    Ich bin mal ungestüm mit meiner HR34 (1/3 Skeg und leicht vorbalanciert) in der Schelde aufgekreuzt und mit 7kn. Fahrt volle Granate Vierkant auf eine Buhne gerammelt. Da waren gerade mal ein paar Kratzer am Rumpf. Das Ruder klemmte an einem Stein. War also in Mitleidenschaft gezogen. Da war garnichts, sußer einer Schramme auf der Unterseite. Das ist jetzt 30 Jahre her. Ich denke, dass diese Konstruktionen eine Kollision mit einem Container auch überleben würden. Umso mehr die älteren Rassys und ähnliche Typen.

  • Wie hier was den Verlauf des Geschehens jegliche andere Konstruktion beeinflusst hätte , weiß man nicht . Schließlich kennt keiner den genauen Hergang und alle relevanten Spuren liegen auf dem Grund des Atlantiks. Ich habe mich nur dazu geäußert das ich den Bruch der Ruderwelle für ziemlich unwahrscheinlich halte. Dazu muss ich nur ein Auge auf die Ruderbeschädigungen durch die Orcas werfen, im Netz sind ja inzwischen unzählige Schadensberichte zu finden. Die bei den es einen Wassereinbruch gab berichten alle davon das es massive Beschäftigungen am Rumpf gab im Bereich des Koker , von gebrochenen Ruderwellen war nie die Rede , sondern man sah um 80 90 Grad verbogene Wellen an den noch Teile des Blattes hingen. Auch ausgerissene Befestigungen an einem Skeg waren durchaus dabei. Hinzu kommt wäre bei Martin nur die Ruderwelle gebrochen und das einzige Loch im Schiff wäre nur die Durchführung gewesen, was ja bei einer von einigen vermuteten Materialermüdung der Fall gewesen wäre, wäre eine Abdichtung möglich gewesen, ein regelmäßig rundes Loch lässt sich ohne großen Aufwand auch mit Bordmitteln abdichten. Unabdichtbar wird es immer wenn es sehr groß und sehr unregelmäßig ist. Deswegen bleibe ich dabei, ich halte es für am wahrscheinlichsten das ein Gegenstand den Rumpf , unmittelbar durch einen Schlag auf das Ruder oder den Saildrive , so beschädigt hat das ein größeres Leck entstanden ist. Ob hier ein Skeg , eine andere Wellenanlage etc. etwas verhindert hätte ist reine Spekulation, wir haben nur Vermutungen und deswegen wäre alles weitere eine weitere Vermutung die sich auf eine Vermutung stützt. Für die erste haben wir ja noch zwei Indizien, das Sinken und das laute Geräusch vorher was wohl auch nach Martins Angabe auf eine Kollision hinweist. Und aus den beiden Indizien ziehe ich meine spekulativen Schlüße und lasse sie aber auch genau dort enden. Da mir für weitere Überlegungen die Indizien dann fehlen.

  • Disclaimer: Ich bin ein Sofa-Mechaniker.


    Fatal scheint mir, wenn die Ruderwelle zwischen den Ruderlagern bricht. Das wird begünstigt durch Beschädigungen zwischen den Lagern und Krafteinwirkung auf die Welle zwischen den Lagern. Ein Schlag gegen das Ruder ohne vorherige Beeinträchtigung der Welle wird wohl eher die Welle unter dem unteren Ruderlager verbiegen, als zum Bruch zwischen den Lagern führen (siehe Orca-Schäden). Beim Bruch zwischen den Lagern reißt die Welle das untere Lager raus und es gibt ein großes Loch. Was kann man tun?

    • Ein Skeg verhindert so einen Bruch wohl nicht vollständig, macht ihn aber viel unwahrscheinlicher.
    • Wenn unter dem Angriffspunkt des Autopilots zwei Lager mit nennenswerten Abstand sind hilft das sicher auch. Ich weiß nicht, ob das bei einem Einbau-Autopiloten ohne Skeg möglich ist.
    • Wasserdichtes Schott zwischen Ruderkoker und dem Rest des Boots.
    • Am Spiegel angehängtes Ruder.
    • Am hinteren Ende eines Langkiels angehängtes Ruder.

    Arbeite am Unterwasserschiff. :grinning_squinting_face:
    Segle mit nur ein Jahr altem Unterwasserschiff. :grinning_squinting_face:
    Irgendwann muss ich wieder ans Unterwasserschiff. :loudly_crying_face:

  • Wenn unter dem Angriffspunkt des Autopilots zwei Lager mit nennenswerten Abstand sind

    Es ist technisch eine gewisse Herausforderung, mehrere Lager korrekt fluchtend zu platzieren/ montieren. Wesentlich einfacher und ausreichend sind eben zwei Lager

  • Disclaimer: Ich bin ein Sofa-Mechaniker.


    Fatal scheint mir, wenn die Ruderwelle zwischen den Ruderlagern bricht.

    Fatal nur für Boote ohne am Skeg angehängte Ruder. Mit Skeg wäre zwar die Ruderwirkung weg, aber es gäbe keinen Wassereinbruch.


    Beim Bruch zwischen den Lagern reißt die Welle das untere Lager raus und es gibt ein großes Loch.

    Warum das? Es kann auch einfach nur das Ruder nach unten rausfallen. Das dann entstehende kreisrunde Loch kann man gut stopfen, vorrausgesetzt man kommt noch hin.

    Ein Schlag gegen das Ruder ohne vorherige Beeinträchtigung der Welle wird wohl eher die Welle unter dem unteren Ruderlager verbiegen, als zum Bruch zwischen den Lagern führen (siehe Orca-Schäden).

    Neben dem Verbiegen entsteht imho das grösste Risiko darin, dass das GFK rund um die Ruderwelle beschädigt wird. Der daraus resultierende Wassereinbruch lässt sich wahrscheinlich nur schwer in den Griff bekommen.


    Es ist technisch eine gewisse Herausforderung, mehrere Lager korrekt fluchtend zu platzieren/ montieren. Wesentlich einfacher und ausreichend sind eben zwei Lager

    Warum? Das dritte (mittlere Lager) wird erst einlaminiert, oder anders fixiert, wenn die Ruderwelle eingebaut ist.

  • Wirst Du aber nie so hinbekommen, dass die Lager auch unter (variierender) Belastung immer schön gleich belastet werden.

    Deine Aussage betraf das „fluchtende“ platzieren/montieren und nicht das belasten. Ausserdem stelle ich mir die Frage, ob bei 3 Lagern alle 3 gleich belastet werden müssten…

  • Hinzu kommt wäre bei Martin nur die Ruderwelle gebrochen und das einzige Loch im Schiff wäre nur die Durchführung gewesen, was ja bei einer von einigen vermuteten Materialermüdung der Fall gewesen wäre, wäre eine Abdichtung möglich gewesen

    Das ist so nicht anzunehmen.

    Sobald das steuernde Element wegfällt, "keine Ruderwirkung mehr" - er konnte das Rad also ohne erhöhten Widerstand drehen -, rutscht das Ruder mit dem Rest der gebrochenen Welle ein kleines Stück runter, schlägt dank Vorbalancierung quer und hat einen enormen Hebel gegenüber dem unteren Bootsrumpf.

    Als ob ich ein Bohrloch in dünnem Material mit einem Schraubenzieher aufhebele, nur dass das GFK eben raus bricht.

    Gerade, WEIL der untere Rumpfdurchbruch verstärkt ist, wird das Loch deutlich größer ausbrechen. Pi mal Daumen würde ich auf etwa DIN A4 Größe tippen.

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


    Jeden Abend ´nen Bier - Ganze Leben Alkoholiker


    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...


    Cetero credo Putin esse delendum.

  • schlägt dank Vorbalancierung quer

    Die achterliche Fläche des Ruderblatts ist immer wesentlich größer als die vorbalancierte, warum sollte das Ruderblatt querschlagen?

    Gruß Kurt