Warum hat man einen Saildrive oder eine Welle ?

  • Naja wir wissen ja alle das wir hier im Forum unsere Meinungen nur auf Grundlage von Statistischer Evidenz bilden oder nicht? :whistle2:

  • Na, fühlt sich da jemand auf den Fuß getreten...?

    Nein ich bin ja dankbar ... das ist ja sachlich und technisch ein super Hinweis.. DANKE


    Zum Thema wird es hier vermutlich nicht mehr viel neues geben.

    Volker

    das dachte ich schon .. nach Post #2 aber dann ging es doch los und ich fand es sehr sehr interessant -- die Infos hier waren zwar ein Gefühl ... aber im Nachhinein ... gab es doch viel NEUES .. DANKE an alle Scheiber ..

    Edited once, last by Sunshine Moody: Ein Beitrag von Sunshine Moody mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Hallo Fischkopp11 ,

    die gesprochene (gebrüllte, geflüsterte) und geschrieben Sprache hat einen Zweck - die Verständigung.

    Ich kenne viele Beiträge die grammatikalisch und orthografisch sehr präzise waren und und ein Höchstmass an Unverständnis bewirkten. Mich hat der Titel des Themas nicht verwirrt. Was verwirrte dich ?


    Reinhard

    Keiner und Nichts kann mich enttäuschen.
    Nur meine Erwartungen vermögen das.

  • Der Bolzen vom blauen Motor hat nach meiner Einschätzung schon lange vor dem Fall versagt. Die Bruchstelle schaut aus wie ein Schwingungbruch, .........

    Davon kann man ausgehen. Der Bruch hat mit der Wellenanlage nichts zu tun (ebensowenig wie der dicke Mann aus Wanne Eickel)

    Die Fa. Allpa lieferte vor einigen Jahren Schwingungdämpfer mit einer falschen Materialauswahl und/oder einer falschen Verarbeitung.

    Betrachtet man den Bruch, so sieht man zwei verschiedene Bruchflächen. Einmal, der überwiegende Anteil, hervorgerufen durch Kerbbruch. Die deutlich kleinere Restfläche zeigt den endlichen Gewaltbruch.

    - Das Material der Gewindestange war nicht hinreichen kerbzäh, und/oder

    - das Gewinde wurde spanabhebend hergestellt, nicht wie üblich gewalzt.

    Von diesem Fehler war ich auch betroffen ohne eine Leine in der Schraube gehabt zu haben und ein Saildrive hätte es nicht verhindert. Die Lieferfirma leistete anstandslos Ersatz.


    Gruß Franz

  • Also aktuell haben wir/ich 5 Yachten . 4x sd, 1x Welle.

    Wartung beim Sd empfinde ich als höher, da regemässig aufgrund der Motorstunden jährlich die Simmeringe an den Sd zusammen mit den Öl gewechselt werden.Dazu halt Prob ab ,Anode neu etc.

    Gelegendlich löst sich gerne mal die Rumpf Gummidichtung ab die die Anströmumg verbessern soll ,alle paar Jahre sind halt die riefen in den Wellen u dann entweder versetzen der Simmeringe oder aufschweissen und neu schleifen.

    Wenige bis keine Probleme durch eingesammte Moorings ,Netze etc, die neuen Hülsen zwischen Propeller und Sd welle helfen ganz gut das es nicht mehr oft in die Simmeringe läuft.

    Nun num Wellenantrieb.

    Weniger Wartung ,alle paar Jahre mal das Stevenlager oder die Volvo stopf Buchse.

    Nur wenn man sich mal etwas einfängt,Mooring etc, beginnen sehr oft grosse Probleme.

    Recht schnell ist die Welle krumm ,hat einen leichten Schlag. Vibrationen und oft reisst sich auch die Welle dann vom Flansch und tritt die Reise nach hinten an.

    Folgen waren schon Wassereinbruch und Ruder blockiert.

    Und eine krumme Welle ist immer viel arbeit.

    Boot kranen ,Ruder raus ,damit die Welle raus kann etc. Dann neue Welle, halt immer Dreharbeit da nicht von der Stange, oder alte richten.

    Mein Fazit ist eindeutig für die beschriebenen Yachten, alles Kurzkieler ,Spatenruder ohne Skeg.

    Ich warte lieber die Sd im Winter als das ich mich im Sommer mit einer Welle rumärgen muss die mal ungeplant rausfliegt oder anfängt zu schlagen und das passiert öfter als mir lieb ist.

    Das bei geschützen Wellen die vom Stevenrohr bedeckt sind und nur kurz rausschauen zum Propeller hin es besser ist bzgl Empfindlichkeit bei Moorings glaube ich auch.

  • Aber die Bedenkenträger hier, so erscheint es zumindest mir, haben mehr Langeweile als Ahnung, von eigener Erfahrung gar nicht zu reden.

    Welch ein übergriffiger und dummer Satz. Deine Erfahrung bezieht sich ja auch nur auf Deine 2 Schiffe.

    Das ist keine allgemeingültige Erfahrung, sondern eine zahlenmäßig wertlose Analyse.

    Handbreit Jens

  • Davon kann man ausgehen. Der Bruch hat mit der Wellenanlage nichts zu tun (ebensowenig wie der dicke Mann aus Wanne Eickel)

    Du solltest Dich mehr mit Wellenanlagen beschäftigen als mit dicken Männern.

    Hier kannst Du Dich fortbilden:


    Link 1

    Quote

    Ein Freund von mir wollte in Friesland binnen mit seiner 28er Beneteau einen Hafen verlassen, nach wenigen Metern ein Ruck, Motor aus, nichts ging mehr. Er hatte sich eine Leine gefangen. Das hat ihm Welle verbogen und Motorblock aus dem Fundament gerissen. Tausende € Schaden, war zum Glück versichert.

    Link 2

    Quote

    Bei meiner Vindö 30 (Baujahr 75) ist bei einem Anlegemanöver ein Tampen in die Schraube geraten....

    Es ist faktisch jedoch so, dass durch die ruckartige Krafteinwirkung der gesamte Motorblock - befördert wahrscheinlich auch durch die Materialermüdung 40 Jahre alter Bauteile - aus dem Motorlager gerissen wurde. Die Gummifüße hat es zerlegt, sie müssen ersetzt werden (siehe Bilder)-

    Link 3

    Quote

    Ähnlich wie Leinen im Propeller, da hat es auch mal Motorlager aus dem Fundament gerissen.

    Gruß
    F28

  • Ist man nur mit einem Saildrive tatsächlich vor Leinen im Propeller und vor Korrosion der Schwingungsdämpfer gefeit?


    Fragt ganz besorgt

    Franz

    halber Wind reicht völlig

  • Einfache Frage, Versuch einer einfachen Antwort:


    a) Lagebedingt: Fast. Jedenfalls, jeder cm weg vom Heck hilft und senkt die statistische Wahrscheinlichkeit, sich eine Leine einzufangen, um -1 %-Punkt. Bei einer großen Yacht kann das dazu führen, dass ein SD im Vergleich zu einer Wellenanlage die Wahrscheinlichkeit des Einwickelns eigener oder fremder Leinen um 150-200 % reduzieren kann. Da würde ich auch nicht lange überlegen!

    b) Bauartbedingt: Fast. Jedenfalls bleiben korrodierte Schwingungsdämpfer tendenziell bei Yachten mit einem SD länger unentdeckt als bei Yachten mit einer Wellenanlage.
    Bei der Frage nach der Evidenz dieses Zusammenhangs wusste Siri allerdings nicht weiter. Grauwal, das musst Du leider selbst erklären, denn die Gefährdung durch korrodierte Motorbratzen müsste durch die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Leineneinwicklung gewichtet werden. Das ist mir zu hoch, weil eine Größenordnung von 0,0irgendwas um eine Wahrscheinlichkeit von 0,0irgendwas gewichtet werden müsste. So viele Stellen beherrscht mein Gehirn nicht. Die Berechnung in a) war schon herausfordernd genug.


  • Ist man nur mit einem Saildrive tatsächlich vor Leinen im Propeller und vor Korrosion der Schwingungsdämpfer gefeit?

    Eine berechtigte Frage.

    Leinenverwicklung am Saildrive-Propeller kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, scheint aber eher selten ein Problem zu sein. Das liegt vermutlich daran, dass diese Props deutlich tiefer und weiter vorne liegen als bei einer Wellenanlage. Wenn man Leinen im Wasser hinter sich herschleppt, erreichen die eher den weiter oben und hinten liegenden Wellenprop als den Saildrive-Prop. Man hört eher mal von Angel-Leinen, die sehr dünn sind, sich zwischen Saildrive und Propeller reinzwängen und den Simmerring beschädigen.


    Zu den Schwingungsdämpfern: natürlich können die auch beim Saildrive vergammeln. Aber die haben beim Saildrive halt kein Problem mit einer schlechten Ausrichtung von Motor und Welle. Die Schäden, von denen ich mitbekommen habe, lagen immer am Kranungs-Unfall: der Gurt wurde versehentlich über den Saildrive gelegt und beim Kranen wurde die Maschine vom Fundament weggedrückt. Natürlich sehr blöd...


    Alles in allem: bei der Wellenanlage sind eingefangene Leinen, Plastikplanen etc. offenbar ein deutlich größeres Problem als bei Saildrives. Was mich persönlich aber nicht davon abhalten würde, auch ein Boot mit Wellenanlage zu kaufen. Man muss halt wissen, worauf man achten muss.


    (PS: der Quallenschubser war schneller :winking_face:

    Gruß
    F28

  • Einfache Frage, Versuch einer einfachen Antwort:


    a) Lagebedingt: Fast. Jedenfalls, jeder cm weg vom Heck hilft und senkt die statistische Wahrscheinlichkeit, sich eine Leine einzufangen, um -1 %-Punkt. .......
    ..........

    ... wobei Nachkommastellen, die Corioliskraft und die Mondfeuchte nicht berücksichtigt wurden.


    :smiling_face: Franz

    halber Wind reicht völlig

  • (Späße wurden verstanden).

    Ein paar Theorien erscheinen ebenso spaßig zu sein.

    z.B.

    - Propeller weiter vorne = weniger Risiko sich eine Leine zu fangen


    pasted-from-clipboard.png

    Maxi 95.....also weiter vorne geht wohl nicht...

    In der Maxi 95 Gemeinschaft auf FB sind Leinen um den Propeller nicht ungewöhnlich.

    Da man diese Anordnung als ein "Kielsaildrive" bezeichnen kann (außer dem Neigungswinkel des Prop.) vereinigt es dann ja beide Antriebe miteinander.....und bestimmt deren Vorteile...

    - wenig Radeffekt (was ich nicht so bestätigen möchte....ist spürbar und nutzbar)

    - gute Manövriereigenschaften (weiß Gott nicht, bei der Entfernung strömt der Propeller das Ruder nicht mehr vernünftig an = Manöver immer mit Geschwindigkeit, enge Häfen besser mit Leinenarbeit, was immer die Blicke anlockt....)

    - eine ausrauschende Welle macht ungebremst den Weg nach draußen


    wirkliche Vorteile:

    - wenig Wartung

    - Ein Faltpropeller ist nicht nötig. Den Zweiflügler versteckt man beim segeln hinter den Kiel, weil man sich eine Markierung drinnen auf den Welle gemalt hat und dann weiß, wie das Teil gerade steht.


    Saildrive Motorlagerung: bitte erneut meinen Beitrag weiter oben lesen. Der Abriss des hinteren Lagers am SD führte zu Propeller und Rumpfbeschädigung.

    (Ich weiß, wo das Boot seinen Heimathafen hat und da muss man beim einfahren mächtig aufstoppen. Wahrscheinlich trägt das, neben dem völlig ungeeignetem Motorlager an dieser Stelle zum Schadensbild bei.

    Also falls VP 2000er Serie mit SD....schaut Euch das hintere Motorlager sehr genau an. (bei den meisten Booten natürlich extrem gut erreichbar.) Aber da dieses Lager bei allen Konstruktionslösungen mit SD auch wirklich Zugkräfte abkönnen muss, anschauen und bewerten...oder eben so fahren, dass wirkliches aufstoppen nicht oft vorkommt.


    pasted-from-clipboard.png

    sowas kann keine Zugkräfte vertragen. Das Trapezblech ist nur "aufgeklebt". Genau das war abgerissen.


    VG