Niederlande nach Lissabon in 1 Tages Schlägen bei 2 Meter Tiefgang - Infos bitte nur von jemand der das schon gemacht hat

  • Hallo, ich plane ab Mai - Oktober - die Überführung meiner SO 40 von Workum nach Lissabon. Ich habe ausreichend Zeit um gute Wetterfenster zu nutzen. Nun bin ich nicht so sehr der Nachtsegler und möchte auch nicht auf der Fahrt Richtung Portugal zum Zeitvertreib von Orcas werden.

    Deshalb würde ich die ganze Strecke gerne mit Tagesschlägen angehen.

    Nun zur Frage: Wer von Euch hat das schon gemacht und kann mir hier Tipps geben?


    Handbreit


    Harald

  • Das ist in Tagesschlägen kein Problem, mit Ausnahme der Biscaya. Dort hast du, selbst wenn du die ausfährst, zwischen dem letzten französischen und erstem spanischen Hafen eine 100sm Strecke ohne wirkliche Haltemöglichkeit.


    Portugals Küste musst du dann bei geeignetem Wetter machen, da die Häfen dort bei starkem West tückisch anzulaufen sind. Wir hatten uns das damals verkniffen und sind Bayona - Nazaree in einem Rutsch durch.


    Ebenfalls eine längere Strecke, aber am Tage machbar wenn du die Tide richtig nimmst, ist von Le Havre nach Westen. Die meisten Häfen dort sind ansonsten recht flach.

  • Geht recht problemlos mkt Tagesschlägen, bis auf die Biskaya.

    schau zb mal nach SY Carlotta.

    Das Paar ist vor ca 1 Jahr aussen rum so wie du es beschreibst.

    SY Azurru dito aber anstrengend zu schauen finde ich.

    Sailing Robulla da ist Saskia von den Nl aus los , jetzt im MM.

  • Kann ja aber empfehlenswert?

    Wobei ich den Bereich Biscaya spannend sähe.


    Gerade der Bezug zu den Orcas ist schwammig. Die interessiert es nicht, ob Du 12 oder 24 Stunden unterwegs bist, die freuen sich halt, wenn Du da bist.

    Und der Tipp des dicht unter Land fahren ist wohl auch nicht die echte Lösung und ließe sich, falls gewünscht, auch über längere Etappen umsetzen.

    Viel Spaß, denn es ist ein toller Törn, ich habe ihn umgekehrt hinter mir.

  • Hänge mich mal daran, da wir ab Juni die gleiche Strecke machen möchten.


    Wir werden aber erst über Süd-England gehen, da die Normandie in die Ost-West-Richtung nervig sein kann, wenn man Hafen-Hopping in Tagesschlägen machen will. Insbesondere bei dem großen TG (wir 1,95).


    Der "Anreisezeitpunkt" für den Norden der iberischen Halbinsel ist mit Sept./Oktober leider völlig "daneben", da die Orca dann gerade "oben" angekommen sind und sich erst wieder im Nov. auf den Patt gen Süden machen. Daher haben wir als alternatives Zwischenziel die Gegend um La Rochelle im Auge, um dann bei entsprechendem Wetter den kürzeren Schlag erstmal Richtung Bilbao / Santander etc zu machen. Wir werden das je nach (Orca-) Entwicklung vor Ort entscheiden. Uns hetzt ja niemand... :winking_face:

  • Was ist der Zusammenhang zwischen nachts segeln und den Orcas? Sind die da aktiver, oder so?

    Kein Zusammenhang, ich favorisiere nur beides nicht so sehr… :volker:

  • Hallo,

    zwar kenne ich die Strecken, Belgien Frankreich nur bis Cherbourg bzw. Guernsey und England nur bis in den Solent,

    kann den Einwand, die Normandie-Strecke sei bei Tagesetappen nervig aber nicht nachvollziehen. Tiefwasserhäfen auch mit 1,95 m für Tagesetappen zu finden ist sowohl auf der einen als auf der anderen Seite zwar nicht einfach aber doch möglich.

    Damit man den Tidenstrom, der an der französischen Seite stärker ist, in seiner vollen Länge ausnutzen kann,

    sucht man Häfen aus, die man bei jedem Tidenstand auch wieder verlassen kann. Nach Ijmuiden oder Scheveningen

    hat man in Belgien mehrere Möglichkeiten (Blankenberge wird jährlich ausgebaggert).

    Durch die belgischen Sände sind Fahrwasser betonnt.

    In Frankreich können Dunkerque, Boulogne Sur Mer, Dieppe, Fecamp?, Le Havre, Cherbourg gut angelaufen werden.

    Vor Barfleur hat man die Möglichkeit vor St. Vast-la-Hougue zu ankern und zu warten, damit man vor Cherbourg nicht 5,5 kn durchs Wasser und Null über Grund macht.

    Auf der englischen Seite hat man nach Funkanmeldung, Absetzen des Formblattes, Einklarieren mit Dover, Eastbourne

    (Schleuse vor dem Hafen), Brighton (Wartezeit bei Niedrigwasser), Portsmouth Häfen.

    In England ist alles streng geregelt, die Marinas 24 Stunden besetzt, in Frankreich nach meiner Erfahrung alles

    easy. Das sagt jemand der mit der Landessprache in England gut klar kommt und kein Wort Französisch spricht.


    Viele Grüße, Spaß bei der Törnvorbereitung und natürlich bei der Durchführung!

    Dieter

    Das Land ist des Seemanns größter Feind!

  • Das nervige an der Normandie ist, dass bei Fahrt in Ost-West Richtung man gegen die auflaufende Tidenwelle fährt. Man hat also statt der normalen 6 Stunden mitlaufend nur 5 Stunden. In umgekehrter Richtung wären es dagegen 7 Stunden, weil man da praktisch auf der Tidenwelle reitet.


    Wir sind damals von Le Havre bzw. Honfleur direkt nach St. Vast-la-Hogue. Das ging bei Tag, aber dann mussten wir vor der Schleuse bis in den späten Abend vor Anker warten, bis wir dann im Dunkeln einlaufen konnten, weil vorher zu wenig Wasser.


    Ist aber der einzige Abschnitt, der etwas Tricky ist.


    Ansonsten hat Dieter schon im wesentlichen unsere Route beschrieben. Von Stellendam über Blankenberge, Dunkerque, Boulogne Sur Mer, Dieppe, Fecamp nach Honfleur (sehenswert).


    Von dort nach St. Vast-la-Hogue und weiter nach Cherbourgh. Kurz vor Cap La Hague geankert und die passende Tide für den Schlag nach Alderney abgewartet.


    Von Alderney über Jersey und Guernsey in die Mündung des Trieux und dort geankert.


    Von dort über Roscoff, L'Aber Wrach, Camaret Sur Mer nach Brest.


    Von Brest über Audierne, Loctudy nach Concarneau.


    Von dort dann in 50 Stunden nach Gijon. Mit ein paar Zwischenstopps die Galizische Küste längs (Achtung Gegenstrom) bis Bayona. Von dort nochmal eine Nachtfahrt nach Nazaree, weil mir bei den Wetterverhältnissen die Häfen zwischen der Grenze und Nazaree zu suspekt erschienen und ich noch das damals noch nicht so lange zurückliegende Unglück mit der deutschen Schulyacht dort gut in Erinnerung hatte. War freilich vor dem Age of Orcas.


    Von Nazaree über Peniche nach Oeiros. Von dort aus Lissabon mit ÖPNV erkundet. Später dann doch noch den Tejo ein Stück rauf, weil wir dort zu einer Werft wollten.

  • Bei der Rückreise sorgt die von Michael beschriebene Tidenwelle für angenehmere weil längere Zeitfenster zwischen den Häfen. Das gilt aber für Frankreich und England.


    Wenn ich die Hinreise in Tagesetappen über Südengland machen will, muss ich bis Dunkerque die selbe Strecke

    wählen (von NL oder von Belgien nach Ramsgate dürfte alles weiter sein).

    Nach den zuvor genannten englischen Häfen bliebe dann noch Yarmouth, um danach in einem langen Tagesschlag nach Cherbourg zu kommen. Ist aber auch alles in Ost/West-Richtung.

    Das Land ist des Seemanns größter Feind!

  • Nun bin ich nicht so sehr der Nachtsegler

    ich segele gern mal 1 Nacht durch, kann Deine Zurückhaltung auf der Strecke aber verstehen. Wir sind bsp. vorletztes Jahr auf dem Schlag Ostende > Dieppe nachts um 02:30 Uhr 4 SM off Boulogne s.m. an einem Lobster-Pod hängengeblieben. Glücklicherweise rutschte die Leine mit dem kleinen Schwimmer-Kanister nach 15 Minuten von selbst wieder vom Boot ab. Die Dinger sind nachts so gut wie nicht zu sehen. Und das gilt für beide Küsten (F & UK).

    Ich werde jetzt nachts deutlich weiter draußen bleiben. Ein Kumpel von mir fuhr sogar deshalb nachts vorsichtshalber an der Innenseite der äußeren VTG-Begrenzung. UK-Coastguard tolerierte das.

  • moin

    Ich bin auch gaaaanz dicht amt VTG längsgesegelt, selbst dort liegen die Hummerkörbe zu Hauf. Von Niewpoort nach Cherbourg immer am VTG lang, Zufällig keine Boje eingesammelt, dafür nachts vor der Hafeneinfahrt von Cherbourg ein Netz. Das fiel im Hafen dann ab.

    Handbreit

    bukh1

  • Moin,

    Blankenberge ist meiner Meinung nach der schönste belgische Hafen.

    Aldeny ist etwas für Naturliebhaber. Meine Lieblingsinsel von den Kanalinseln.

    Auf Gurnsey kann man mit dem Linienbus für kleines Geld eine Inselrundfahrt machen

    In Roscoff geht der Tidenstrom durch den Hafen, quer zu den Boxengassen. Obacht! Es gibt einen kostenlosen Bus, der in der Nähe des Yachthafens hält und in einer Dorfrunde das Centrum und den Supermarkt ansteuert.

    Wer die Biskaya direkt überquert kann auch von L´AbaWrach aus starten. Das sind 18 nm mehr als von Caramet sur mere

    Galizien ist einen ganzen Sommer wert. Da sollte man auf keinen Fall eilig vorbeifahren.

    Die portugisische Westküste ist tricky wegen der Dünung. Ich habe vor der Abfahrt zum nächsten Hafen immer mit dem Hafenmeister Rücksprache gehalten wie die Wellenprognose ist. Das hat sich bewährt.

    Porto ist super. Weil alle Segler quasi Millionäre sind gibt von einem Luxuskaufhaus einen kostenlosen Shuttleservice vom Hafen, kann man übers Hafenbüro buchen. Die Altstadt ist sehr touristisch aber auch sehr sehenswert. Der Yachthafen ist im Fluß in einem kleinen sehr netten Fischerdorf.

    Povoa de Varzim es steht häufig unangenehmer Schwell im Hafen

  • Ich fand gerade die Nachfahrten vor Portugal und im Mittelmeer, gerade bei klarem Himmel immer sehr interessant. Im Sommer wenn es warm ist erst recht. Ob man die Orcas früh sieht oder nicht ist glaube ich am langen Ende völlig egal, weil die Orcas das Schiff vermutlich eh deutlich eher orten als umgekehrt. Die Reusen und Netze sind eigentlich auf der ganzen Strecke ein Problem. Auch tagsüber kann man eigentlich nicht permanent Ausguck gehen. Bei etwas Seegang sind diese teilweise auch tagsüber erst sehr spät zu erkennen. Ansonsten wurde eigentlich schon alles gesagt. Wir haben die Strecke in 10 Tagen mit einem Stop in Cherbourg und La Coruna allerdings etwas schneller erledigt :winking_face: :smiling_face:

    LG und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!


    Maik

  • Galizien ist einen ganzen Sommer wert. Da sollte man auf keinen Fall eilig vorbeifahren.

    Volle Zustimmung. Wir hatten da viel zu wenig Zeit für eingeplant.

    Ist allerdings auch die regnerischte Ecke von Spanien. Wir haben da Wolkenbrüche runterkommen sehen, die haben die Ratten aus der Kanalisation gespült.