laufende Kosten 35 ft Yacht 25 Jahre alt

  • Hallo,


    mit welchen Kosten muss ich für eine fahrbereite aber nicht perfekt gepflegte Etap 34s Bj 1998 in etwa neben Liegeplatzkosten rechnen wenn ich mit der Wartung einen Yachtservice in NL beauftrage?


    Z.B. Maschinenwartung Volvo

    Antifouling

    Rigg-Kontrolle

    neues laufendes Gut

    Schläuche erneuern etc.


    komme ich mit 5% des aktuellen Verkaufspreises im Jahr gut hin? (zzgl. Liegeplatz und Versicherung) Da so ein Boot ca 100 TEUR gekostet hat wird es nunmehr etwa 200 TEUR kosten. Könnte ich so mit 10 TEUR p.a. über einen längeren Zeitraum kalkulieren?

  • Moin Odo,

    Deinen Ansatz, für die Kosten den aktuellen Presi eines vergleichbaren Bootes anzusetzen, halte ich für richtig. Bei den 200 k€ bin ich dabei.

    Das Problem ist der Prozentsatz. Ich kenne die Regel mit 5 bis 10 %. Je nach Randbedingungen kann die Spanne aber noch deutlich größer sein. Das eine Extrem ist der Selbermacher im Vereinshafen mit viel Zeit, der sich an alten Segeln nicht stört, und das andere Extrem ist der Regattasegler, der fernab wohnt und alles machen lässt.

    Wenn Du gerade ein Boot kaufen möchtest ist der aktuelle Zustand ausschlaggebend. Das kann von "in den nächsten drei Jahren ist nix zu tun" bis "in den letzten 10 Jahren ist das Boot gerade vor dem Untergang bewahrt worden (ach ja, eine Etap :winking_face: ) gehen. Hattest Du nicht auch die Frage mit dem klemmenden Schapp? Dann würd eich mich darauf einstellen, im ersten Jahr deutlich mehr als 10 % reinstecken zu müssen.

    Gruß

    Robert

  • Ja die Schapps haben einen sonderbaren Öffnungsmechanismus und ein Drittel davon klemmen bzw. funktionieren ganz und gar nicht. Es gibt ca 25 Stück davon. Die Optik ist sekundär. Aber alles sollte schon funktionieren.

  • Kannst/willst Du einiges selbermachen? Dann brauchst Du deutlich unter 20k€/Jahr für den Unterhalt:-)


    Man kann mit einem Boot unfassbar viel Geld ins Wasser werfen, muss es aber nicht.


    Liegeplatz geht in NL bei ca. 1000,-€ los, mehr geht immer.


    Wie immer im Leben ist alles eine Frage des Anspruches. Neue Segel fällig: Reicht das Dacron- Fahrtensegel ( 4-5 k€ für beide) oder muss es ein Laminatsegel ( eher 15-20k€) sein?

    Vieles kann man gebraucht kaufen- kommt das infrage oder muss alles neu aus dem obersten Regal?

    Großer Kostentreiber ist der Motor, wenn der mal neu muss sind´s gerne 15k€ oder mehr. Wenn der hält halt nicht:-)


    Du siehst, es ist schier unmöglich hier auch nur einen groben Kostenrahmen anzugeben.


    Was heißt denn nicht perfekt gepflegt?

  • Wir (ich?) wissen über das Boot, für das Du Dich interessierst, kaum mehr als dass einige Schapps klemmen. Für mich klingt das eher bedrohlich, nämlich dass der Verkäufer es entweder nicht bemerkt hat oder es bemerkt und daraufhin den Verkauf beschlossen hat. Nun kenne ich mich mit Segelbooten im Allgemeinen und Etaps im Besonderen nicht so aus, aber was Instandhaltungsrückstand für Motor und Elektrik bedeutet maße ich mir an so halbwegs beurteilen zu können. Daher spekuliere ich hier mal, oder tue das, was im Englischen so schön "educated guess" heißt:

    - Die Motorwartung beschränkte sich auf einen Ölwechsel, und der Wärmeübertrager ist weitgehend vergammelt.

    - Die Bordnetzbatterien sind zahlreich, es sind verschiedene Jahrgänge parallelgeschaltet, und allesamt ein klarer Fall für den Wertstoffkreislauf.

    Das ist alles Spekulation, aber eben nicht so völlig aus der Luft gegriffen. So komme ich zu der Aussage, dass im ersten (und zweiten) Jahr die 10 % womöglich nicht ausreichen, während danach die 5 % (je nach Eigenleistungen) machbar sind.

    Gruß

    Robert

    Seminare und Workshops rund um die Yachttechnik

    Online auf blauwasser.de

  • Bin ich der einzige der klemmende Schapps nach dem Winterlager bzw. zu der Jahreszeit nicht sooo ungewöhnlich findet?

  • Sollte in Friesland binnen für ca. dieses Geld machbar sein, ev. ein wenig mehr:-)

  • Wie gesagt, Kosten korrelieren mit den Ansprüchen:-)

  • Ich wollte vorerst ans Ijsselmeer. In Lemmer würde ein Wasserliegeplatz gut 2 TEUR zzgl. Winterlager kosten. Es gibt zwar idyllischere und schönere Orte aber dort gibt es viel Infrastruktur und Yachtservicewettbewerb sowie eine gute Erreichbarkeit. Plan war dann alle zwei Jahre trocknen und Antifouling auf dem Trockenen. Während der Winter im Wasser Entfeuchtung mittels eines kleinen Bautrockners.


    Der Motor wäre hier ein Volvo Dreizylinder, der aus 1998 ist mit unbekannter Motorstundenzahl.


    Pflegezustand: innen mitgenommener Holzausbau mit Schrammen, klemmenden Teilen, einfach nicht mit Liebe behandelt, Kiel ist rostig....


    Segel halbwegs neu, Sprayhood, Batterie und Saildrivemannschettte nur wenige Jahre alt. Fenster größtenteils aus dem Baujahr und nicht alle hundert Prozent dicht.


    Hinsichtlich sportiver Ambitionen. (Wobei Foliensegel schon was feines sind) oder elektronischer Helfer besteht keine Geldausgabemotivation.


    Navigation per Tablet.


    Wir bräuchten ein Boot, das ein Gefühl von Sicherheit vermittelt und bei gegebener Größe (Kosten!) möglichst wenig Wartungsaufwand und Seekrankheit (auch des Hundes) nach sich zieht.

  • Der Verkäufer hat das zu einem viel höheren Preis über den gleichen Makler schon seit zwei Jahren angeboten.


    Wartungsnachweise: gibt es keine nur Rechnungen über Manschette Saildrive, der Verkäufer soll selbstgewartet haben. Der Motorraum ist entweder gut saubergeputzt oder der Motor ölt nicht. Da er eingewintert ist war er nicht startbar.


    Es gäbe bei Nichtgefallen ein Rücktrittsrecht und wir müssten die Krankosten und Transportkosten zum Kran bezahlen. Der Hafenkranbetreiber nimmt dafür allerdings einen Wucherpreis.


    Kann man den Gammelzustand des Wärmetauschers mit einfachen Mitteln erkennen? Da eine Etap dieser Größe bei gutem Pflegezustand nicht sehr unbeliebt am Markt ist würde ein Motortotalschaden immer noch kein wirtschaftlicher Totalschaden des Bootes sein. Kann man den Volvo auch durch einen japanischen Diesel ersetzen ohne weitere Teile zu benötigen? Ich habe sonst immer sehr gute Erfahrungen mit japanischen Industrieprodukten gemacht.

  • Pflegezustand: innen mitgenommener Holzausbau mit Schrammen, klemmenden Teilen, einfach nicht mit Liebe behandelt, Kiel ist rostig....

    Was ruft der Verkäufer denn dafür auf?

    Ah, schon gut. Nach den Schappbildern zu urteilen, ist es vermutlich die von House of Yachts. Bauchgefühl: tu ne Schippe drauf und nimm die aus Workum. Die sieht zumindest den Bildern nach zu urteilen wesentlich besser aus und du hast vermutlich die ersten Jahre nur die Standards zu tun. Die Differenz ist schnell aufgebraucht. Und vllt kannst du bei der in Workum noch etwas handeln.



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  • Ich kann Dir folgendes verraten:


    Für meine Bavaria 31 (ist ein 32-Fuß-Schiff) Baujahr 2000 habe ich über die Jahre - abzgl. Wasser- und Winterliegeplatz - immer so zwischen 5.000 - 10.000 Euro ausgegeben. ABER: Ich mache fast (!) alles SELBST! Und ich behaupte, dass die Yacht technisch und optisch im Bestzustand ist.


    Das ist jetzt der Durchschnitt über die Jahre. Im dem Jahr, in dem man ein neues Segelkleid braucht, ist dieser Betrag allein für die neuen Segel schon weg. Vor zwei Jahren haben meine Instrumente nacheinander den Geist aufgegeben, da waren allein schon 2.500 Euro für die neuen Instrumente weg (Materialkosten). Über diesen Winter habe ich das gesamte stehende Gut ausgetauscht - wieder 2.000 weg. Du siehst, dass hier vernünftige Aussagen nur schwer machbar sind. Die von Dir angesetzten 10.000 Euro durchschnittlich pro Jahr sind aber sicherlich nicht verkehrt, ich halte sie über die Jahre hinweg für einen guten Ansatz, vor allem, wenn man viel von der Werft machen läßt.


    ABER:

    Wenn ich das so lese .... ich wäre da schon lange raus! Innenraum verkratzt und mitgenommen, klemmende Schapps, Fenster nicht dicht - das sind doch klare äußere Anzeichen dafür, wie mit der Yacht umgegangen worden ist. So ein Schiff käme für mich nicht in Frage, und wenn es nur 25.000 Euro kosten würde. Das ist für mich eine Büchse der Pandora. Ich rate zu höchster Vorsicht.


    Grüße von Blacksilver

    ... geht die Sonne auf im Westen, musst Du Deinen Kompass testen ... :Kaleun_Goofy:

  • Ah, schon gut. Nach den Schappbildern zu urteilen, ist es vermutlich die von House of Yachts. Bauchgefühl: tu ne Schippe drauf und nimm die aus Workum. Die sieht zumindest den Bildern nach zu urteilen wesentlich besser aus und du hast vermutlich die ersten Jahre nur die Standards zu tun. Die Differenz ist schnell aufgebraucht. Und vllt kannst du bei der in Workum noch etwas handeln.

    Ja. Ganz genau. Die Bilder auf der Website geben den vintage-Zustand im Inneren nicht wirklich wieder. Die aus Workum konnte ich nicht mehr ansehen, da sie reserviert ist. Ich hatte aber auch schon Boote angeschaut, die viel jünger waren und osmotisch für meine Laienaugen deutlich erkennbar geschädigt. Das ist hier nicht der Fall.