Segel Erfahrungen als Anfänger sammeln?

  • Worauf willst du eigentlich Segeln? Was ist dein Ziel?

    Tagsüber eine Runde drehen oder mehrtägige Segelfahrten?

    Ich habe in einer Schule einfach einen Segel Kurs gemacht. Jeden Tag 8 Stunden auf einer Conger (kleines Segelboot) verbracht. Wetter war zum Glück wechselhaft. Regen, Starkwind, Flaute, alles dabei gehabt.

    Dann am letztem Tag die "SBF Binnen unter Segeln" Prüfung gemacht.

    Ich glaube das der Kurs keine 400€ für die Woche gekostet hat. Super angelegtes Geld.

    Würde ich jedem empfehlen.

  • Fang mal ruhig auf der Alster in Hamburg an. Wenn man da alles gesehen hat geht‘s auf die Elbe. Und dann, ja dann…Das große weite Meer.

  • Ich habe als Kind im Urlaub in der Normandie mit meinen französischen Verwandten einen Segelschein auf dem Opti gemacht. Wieder zu Hause haben meine Eltern mich in einen Verein gesteckt und ich hab dort Jahre 420er gesegelt. Dann habe ich einen offiziellen Schein gemacht und bin auf diversen Charterfahrten in meinem Verein mit gefahren, wegen meiner Segelerfahrung immer als der jenige der mit dem regelmäßigen Skipper auf diesen Törns das Boot in allen Situationen bewegt hat, heißt auch bei Wetter wo der Rest nur noch krank in der Koje liegt. Dann folgte eine Segelpause und jetzt segele ich wieder mit eigenem Boot seit 5 Jahren mit meiner Frau und meinen drei Zwergen.


    Wenn ich Dir einen Tipp geben darf, such Dir einen Segelverein in der Nähe. Im allgemeinen freuen die sich über engagierten Nachwuchs. Mein 10jähriger Sohn segelt inzwischen jetzt auch schon seit ein paar Jahren in meinem früheren Verein Optimist.

  • Ist ja eigentlich alles gesagt.

    Vereine sind eine super Grundlage, häufig gibt es Eigner, die sich über interessierte Mitsegler freuen. Da reichen meistens folgende Qualifikationen

    -pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt an einem Ort erscheinen können

    -links und rechts unterscheiden können

    -freundlich und neugierig sein.

    -Anweisungen durchführen und sich hinterher erklären lassen

    -bitte und Danke sagen können

    Dann kann man das gezielt durch Kurse ergänzen.

    Da sind die üblichen Verdächtigen ja bereits mehrfach im Forum genannt worden.

    Schnell ein einfaches kleines Boot erwerben ist toll, vor allem wenn noch etwas Etat für Mißgeschicke bleibt.

    Sicherheit ist natürlich relativ. Da bleibt die große Herausforderung, die Bedingungen passend abzuwarten und einerseits nicht zu mutig und andererseits auch nicht zu ängstlich zu sein. Fortschritt entsteht natürlich, wenn die Bedingungen ganz subjektiv eine gewisse Herausforderung sind.

    Meine ganz persönlichen Lehreinrichtungen

    Verein

    Pieper an der Alster

    eigenes kleines Boot

    Sail and Surf auf Malle

    Eichler

  • Moin und Glückwunsch zum bestandenen Schein.


    Den Tipp mit einem Segelverein kann ich so nur unterschreiben. Wir könnten dich ansonsten unbekannterweise auch mal eine Runde auf Alster oder Elbe mitnehmen - melde dich bei Interesse gern per PN.

  • Mein Weg war - zumindest zu jener Zeit - fast der Einzige. Ich kaufte einerseits einen Sunfish und begann, mich an Distanzen ranzupeilen. Zur gleichen Zeit nahm ich Kurse im Yachtklub und drittens erschnorrte ich mir einen Platz auf einer Ozeanklasse Regatta Yacht. Der Kapitän war begeister, da ich NIE ein Rennen versagte und wir wurden jahrelange Freunde, Wettkampfpartner und so, lernte ich 1 Segel nach dem Anderen, Steuern, Strömungen etc. Mit 45 kaufte ich meine erste Langfahrtyacht und sop ging es weiter bis heute, zig-Tausende Offshore Seemeilen und zwischen Mittelmeer und Nordatlantik lebend.


    Was ich mit den meisten "Singlehandern" gemeinsam habe? Wir haben die meisten uns keine Gedanken gemacht über die Gefahren, sondern man akzeptiert Poseidon,Njörda und wie die Götter alle heissen als die "Herrscher deiner Welt". Wer sich Wissen aneignet, dann die Materie beherrschen will ist meist schon vor dem Auslaufen verloren. Es gibt nur Eines auf hoher See! Respekt, Respekt und nochmals Respekt vor dem Meer. Predictwind, EarthNullSchool, Windy, Noonsite etc. sind alles nur Hilfsinstrumente. Die Entscheidung triffst Du und zwar mit den "Balls", wie der Amerikaner so schön sagt. Es gibt Orcas, es gibt "Fähren", es gibt "Segel Grünschnäbel" und heutzutage mehr denn je sind die Meere voll von "Besserwissern", Alleswissern", "Technokraten" und "Sho offs".


    Geh und tue dein Ding! Es gibt nichts Besseres, als von der Natur, vom Wetter, von den Wellen, von den Strömungen zu lernen und merk dir eins. Die beste Information kommt von einem Tee, Kaffee oder Bier mit Einheimischen Fischern, ortskundigen Seglern und nicht, die heimatbeflaggten "Saufrunden". Besser Sprachen lernen und mit Leuten vor Ort kommunizieren und - an den meisten Orten der Welt, sind sie nicht Gesetz und Reglamentangefressen wie Zuhause, sondern definieren das Leben während jedem Schritt. Viel Spass!

  • Vor ca. 1 Monat habe ich meinen SBF See bestanden und möchte nun unbedingt segeln lernen.

    ...

    Ich bin 22 Jahre alt und wohne in Hamburg. Habe hier also eigentlich gute Vorrausetzungen


    Von drei Leuten, die ich kenne, die in Hamburg wohnen, sind alle drei davon überzeugt, an genau der richtigen Stelle zu wohnen. Elbe und Alster sind nicht weit. Ob das ein Vorteil ist, hängt sicherlich davon ab, wie Du mal segeln möchtest.

    Feierabendsegeln

    Familiensegeln

    Fahrtensegeln

    Folkeboot

    Feeling

    Farrier

    F18

    F1 ... (?!)


    Wo solls denn so hingehen?


    Fahrtensegeln oder die gemütliche Variante vom Feierabendsegeln ist in Bezug aufs Segeln am Einfachsten. Du fährst unter Motor los und wenn auf Deinem Kurs irgendwann der Wind von der Seite kommt, rollst Du Deine Segel aus, stellst sie so, dass sie nicht flattern, schaltest dann den Motor in Leerlauf und sammelst schon die erste Erfahrung. Solange man einen Motor als Backup hat, ist am Segeln nicht viel Kompliziertes. Das machen Abertausende "alte Hasen" seit ihrer Jugend so und nicht anders.


    Eine andere Variante: "Ich weiß (fast) nichts, kann fast nichts, wiege aber 95kg und stolpere nicht über meine eigenen Füße," Damit bist Du der perfekte Vorschoter auf einem Hobie, Dart, Goodall und wie sie alle heißen. Der Rudergänger teilt ab dann seine Erfahrungen mit Dir. Wege um Kontakte zu knüpfen wären Tage der offenen Tür bei einer Klassenvereinigung.

    Es gibt in dem Segment auch Anbieter von wirklich guten Kursen in Revieren mit stabilen Windverhältnissen.

  • Stimmt. Man findet‘s im Laufe der Zeit raus. Am Anfang nicht zu viel drüber nachdenken, führt nur zu Beklemmung. Ist ein bisschen wie…Äh, ja wie…Äh…🤭

  • Ich würde ggf. auch mal bei den Mittwochsregatten vorbeischauen. Das klingt jetzt sicher erst etwas ambitioniert, aber in unserer Region werden oft Mitsegler gesucht, die dabei sind, sich nicht zu doof anstellen und dort anpacken, wo es (nach Ansage) gerade erforderlich ist. Da Lernst Du sicherlich segeln und wenn es passt bekommst DU vielleicht auch weitere Mitsegelangebote.


    Z.B.:


    Mittwochsregatta – BSV – Baltische Seglervereinigung Hamburg


    Mittwochssegeln hinter Hanskalbsand – Blankeneser Segel-Club e.V.


    Start der Mittwochsregatta in Hamburg – Deutsche J/24-Klassenvereinigung


    Regatta

    ..Realität ist die Illusion, die durch Mangel an Alkohol entsteht....

    :confused_face: ... :prost: ... :smiling_face:

  • Odysseus Es gibt oft Hinweise.

    Keiner von uns, denke ich doch, hat das Segeln für sich selbst erfunden, sondern ist auf diese oder jene Weise darauf aufmerksam geworden. Jeder hat ein gewisses Bild vom Segeln. Ob er selbst segelt oder nicht. Daraus speisen sich unterschiedliche Faszinationen.


    Mein alter Herr war eingeschworener Hebeltiger und hatte eines Tages das Problem, dass vor Ort Spritknappheit herrschte. Während er so wartete kam einer entlang und sagte, er wolle nur Brot holen. Sprit brauche sein Boot fast keinen. Er habe noch 10 Liter und die reichen für die nächsten Wochen.

    Mit Segeln wird man also unabhängiger von anderen.


    Mein erster Kontakt mit dem Segeln war ein Fischer, der mich mitgenommen hat. Das Boot hatte zwei Scharniere und drei Blöcke und das war schon die Luxusausführung. Andere hatten nichts davon. Das bei einer Nutzlast von rund einer Tonne.

    Segeln ist einfach. Geht etwas kaputt, nimmt man ein Stück Holz und macht es neu.


    Irgendwann, Jahre später sah ich ein buntes Segel mit einem Affenzahn übers Wasser flitzen. Die Segler hangen neben dem Boot, saßen nicht etwa drauf und waren fröhlicher als alle anderen, die ich jemals vorher von einem Boot kommen sah. Sie fuhren mit Schwung auf den Strand und taten damit das letzte aus der langen Reihe von Dingen, die mit anderen Booten nie funktionieren. Beeindruckend.


    Leichtwindsegeln hat auch eine gewisse Faszination. Die Elbe bei Hamburg hat doch den Vorteil, in beide Richtungen fließen zu können, wodurch sie einen immer wieder zurückbringt, wenn man es geschickt anstellt, erzählte mir mal einer der drei Hamburger.

    Ohne Faszination lässt man es besser bleiben. Ohne Faszination wird man noch nichtmal von 'nem 5meter-Brett springen.

  • Manch einen findet auch das Segeln ohne dass er danach suchte. Bei mir so. Als Kind einen Ferienkurs absolviert (der Sommerurlaub fiel aus und es musste irgendein Ersatz her), dann nach Jollensegeln in der Kindheit längere Pause ab Pubertät, im Studium zufällig auf einen Kommilitonen mit Segelbegeisterung und Boot der Eltern getroffen, dann bei der ersten Arbeitsstelle einen segelbegeisterten Chef gehabt der mich nach kurzer Zeit in seine Eignergemeinschaft holte. Und dann verselbständigte sich das Ganze über weitere Kontakte, Freundschaften, See-Törns, Vereine, Nachfragen wegen Bootsüberführungen. Aktiv danach gesucht habe ich eigentlich nie (und bin daher ein schlechter Ratgeber für das Thema des TO). Wäre ich in eine Fußball-Familie hineingeboren dann wäre es wahrscheinlich anders gelaufen.

    Wenn ich segeln gehe ist das ein guter Tag!

  • Hier geht alles, von Fußball am So Nachmittag auf der Sandbank bis Helgoland am langen WoE, die Frage kann erstmal dahingestellt bleiben. 22J ist eigentlich ein gutes Alter, um mit viel Spaß auf hochwertigem vereinseigenen Material so ambitioniert segeln zu können, wie man will. Hat schlicht damit zu tun, dass dieses Alter (bis 27 J) unter einen erweiterten Jugendbegriff fällt und Vereine diese Menschen fördern dürfen, ohne dass die Ausgaben 1:1 durch Beiträge und Bootsbenutzungsgebühren der Youngster gedeckt werden müssen, wie dies bei einer Vereinsyacht für "echte" Erwachsene z. B. eine Vorgabe wäre. Es sei denn, Mäzene und Sponsoren decken Lücken ab, aber Ihr ahnt schon, was die besonders gut und gern fördern: richtig, den Nachwuchs und nicht das schnöde Segeln für erwachsene Besserverdiener.
    Was der TO aufzuholen hätte, wäre Segelerfahrung, denn die meisten seiner Alterskollegen weilen bereits seit einigen Jahren beim Segeln und haben einen Vorsprung.
    Das jedoch sind alles nur Chancen; man muss nicht jede nutzen. Feierabendsegeln auf der Alster ohne weitere Ambitionen ist bei einigen Vereinen ebenso drin (andere verweisen dann auf das eigene Boot, wieder andere bieten Seetörns an, einige eröffnen auch ein breites Spektrum, daher finde den Verein, der zu einem passt).

    Kommerziell kann man natürlich auch segeln (Segelschulen, chartern, Kojencharter, bezahlte Mitsegeltörns, Boot mieten...), aber das ist in einer Stadt wie Hamburg von einigen exotischen Seetörns abgesehen (wo man sonst wirklich kaum hinkommen würde) ziemlich unnötig und im zarten budgetbeschränkten Alter von 22J grenzt das schon an Unsinn.

  • im zarten budgetbeschränkten Alter von 22J

    Das wäre zwar indiskret, aber wie zart das Alter ist, hängt auch davon ab, wie zart man es angehen lässt. Es ist ebenso gut möglich, in dem Alter zweifacher Vater zu sein und finanziell mit beiden Füßen mitten im Leben zu stehen. Handwerk hat auch heute noch goldenen Boden.


    Ob zart oder handfest - es kann unterschiedliche Gründe haben, nach dem Führerscheinkurs nicht von einer seglerischen Weiterbildung in die nächste stolpern zu wollen. Den einen drücken ein paar Hosen, die zu ersetzen wären, den anderen die Raten für seinen BMW, der nächste ist mit der Renovierung seines Hauses beschäftigt. Jeder macht es auf seine Weise.

  • 1. Segelverein

    2. Segelverein

    3. Segelverein.


    Alle weiteren Rosinen wird man dir da vor Ort zeigen, erklären, dich mitnehmen. Aber als erstes lernst du SEGELN. Mit vereinseigenen Booten oder Vereinmitgliedern auf deren Booten.

    Viel Spaß beim besten Hobby der Welt! :grinning_squinting_face:

    "Ich weiß, was Sie jetzt denken, und Sie haben Recht."

  • Moin,

    den einen Königsweg gibt es wohl nicht, in Hamburg ist aber ein Verein gerade was die Erreichbarkeit ohne Auto angeht das einfachste. Keine Angst vor den alten Hasen, auch die haben mal klein angefangen und mussten das Segeln lernen.


    Für mich persönlich wäre ein klassischer Verein mit Jollensegeln und so nichts, daher habe ich mir jetzt einfach ein 9m Boot gekauft und über fleißig. Vorher sehr viel theoretisches Wissen angeeignet (Bücher, Videos, Forum, Blogs etc.), SBF-See gemacht und einfach bei gutem Wetter los. Jetzt in der Vorsaison ist auf der Flensburger Förde und auch im Hafen nichts los, sodass ich niemanden groß in die Quere komme wenn etwas schiefläuft.


    Aber das ist nur mein Art und Weise wie ich ans Segeln (und viele andere Themen) rangehe, andere Lernen besser in Kursen, durch Mitsegeln, im Verein oder etwas ganz anderes. Manchmal muss es auch kein ganzer Kurs sein und man bucht einfach ein paar Segelstunden in einer Schule, da können dann auch individuelle Themen angegangen werden.


    Das Boot hat mir der Verkäufer praktischerweise im Juni an meinen Liegeplatz im Hafen zugestellt. (Hörup)

    Dann auf gutes (=SEHR wenig Wind) Wetter gewartet und an einem Wochentag Nachtmittags bei wenig Betrieb einfach rausgetuckert und mal vorsichtig nur mit Vorsegel rumprobiert. Unser Hafen liegt sehr geschützt, davor gibts eigentlich kaum Wellen, das Ufer ist auf beiden Seiten immer sehr nah, der Grund steigt sanft und sandig an. Der ideale Kinderspielplatz sozusagen.

    Das habe ich ein paar Mal so nur mit Vorsegel gemacht und dann irgendwann mit viel Herzklopfen auch mal das Groß hoch gezogen.

    Ein paar Mal vor der Haustür geankert, Beiliegen geübt, verschiedene Kurse probiert...

    Ich liege ab April in Augustenborg, ist ja quasi nebenan. Vielleicht gehen wir mal gemeinsam Segeln und lernen voneinander? :grinning_squinting_face:

    Viele Grüße

    Nils