SKS Praxis zweiwöchig Nordsee

  • Hallo,

    Nachdem ich vor einem knappen Jahr meinen SBF See+Binnen gemacht habe, möchte ich nun gerne meinen SKS machen. Ich habe leider noch nicht besonders viel Erfahrung, daher würde ich gerne einen zweiwöchigen Kurs mit abschließender Prüfung machen, um auch auf die ausreichende Anzahl an Seemeilen zu kommen. Als Revier würde ich es gerne in der Nordsee absolvieren, da ich gerne möglichst gewappnet auch mit schwierigeren Situationen sein möchte. Ich würde den Kurs gerne, um davor noch die Theorie zu absolvieren, im Frühjahr 2025 machen, am liebsten Februar oder auch März. Da ich große Schwierigkeiten hatte, einen zweiwöchigen Kurs zu finden, der auch noch in der Nordsee stattfindet (egal welcher Monat), wollte ich mich mal erkundigen, was ihr mir so empfehlen könnt. Den DHH hab ich bereits entdeckt, scheint mir aber überdurchschnittlich teuer zu sein. Bei der Yachtschule Eichler werden wohl leider keine zweiwöchigen Kurse angeboten. Habt ihr sonst noch Ideen?

  • Also zwei Wochen im Februar / März auf der Nordsee klingt jetzt nicht so verlockend, es würde mich wundern, wenn das irgendjemand so anbietet.


    Alternativ: Mach erstmal irgendeinen Helgolandtörn bei Eichler für 4 Tage und schau danach worauf Du als nächstes Lust hast. Vermutlich am besten 3 - 4 mal ein Wochenende bis eine Woche Nordsee / Ostsee / Ijsselmeer / Mittelmeer / was auch immer sich anbietet. Danach reicht Dir dann auch die übliche Woche SKS Vorbereitung, die es überall gibt. Meistens werden in der Woche entweder die 300 Meilen ersegelt oder man bringt sie vorab von anderen Törns mit - daher vorher auf den Törns Meilenbuch nicht vergessen. Alleine der Helgoland Törn reicht aber schon fast für die 300sm.


    Ich würde auch insb. ein bisschen praktische Erfahrung vor der theoretischen SKS-Prüfung empfehlen, einfach, damit man bei Lernen schon an eigene Erfahrung anknüpfen kann.

  • Moin,


    also ...

    Ich empfehle zunächst einen oder mehere Törns zu machen, um die Praxis kennenzulernen. Danach im Winter den Theorieblock und dann im darauf folgenden Frühjahr einen Prüfungstörn machen. Dann hat man schon praktische Erfahrung und den Theorieblock hinter sich.

    Praxis vor der Theorie lässt den Stoff besser verstehen. Theorie vor der praktischen Prüfung gibt das Rüstzeug für die Prüfung, denn da werden auch Fragen gestellt.


    Lass dir Zeit. Den Schein brauchst du nur, wenn du selbst chartern willst. Für ein eigenes Boot reicht SBF See. Bin mal bei einem mitgefahren, der hatte ein 15-Meter-Boot mit SBF.


    Bitte auch an SRC denken.

    Gruß Jürgen



    Ein Leben ohne Boot ist möglich, aber sinnlos.

  • Den DHH hab ich bereits entdeckt, scheint mir aber überdurchschnittlich teuer zu sein. Bei der Yachtschule Eichler werden wohl leider keine zweiwöchigen Kurse angeboten. Habt ihr sonst noch Ideen?

    Also unabhängig von deinem geplanten Vorgehen erlaube ich mir dir 2 Hinweise zu geben.

    • Segeln ist Erfahrung, viel Erfahrung und verantwortungsvolle Schiffsführung baut auf dieser auf. Bitte gehe nicht davon aus, dass dir eine SKS Ausbildung auch nur ansatzweise diese vermittelt.
    • Gute Ausbildung gibt es meist nicht zum Billigtarif. Der DHH bietet eine wirklich hervorragende Ausbildung, wie auch Eichler. Ich denke nicht dass die Törns bei Eichler billiger sein werden als beim DHH. Eichler kenne ich persönlich nicht, den DHH kann ich Dir empfehlen. Natürlich mag es auch noch andere gute Ausbildungsstätten geben, bei den beiden machst du sicher nichts verkehrt.

    Den Schein brauchst du nur, wenn du selbst chartern willst. Für ein eigenes Boot reicht SBF See.

    Gewagte Aussage. Für‘s chartern langt dir bei den allermeisten Basen auch der SBF. Mag ein paar wenige geben, die z.B. einen SKS verlangen. Das SRC brauchst du in jedem Fall (zumindest wenn ne Funke an Bord ist)

  • möchte ich nun gerne meinen SKS machen.

    Warum?

    Die Reihenfolge ist doch generell

    - erst segeln lernen, üben, Erfahrung sammeln und

    - dann, falls erforderlich, einen weiteren Schein machen.

    Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass viele Segeleinsteiger sich das so ähnlich wie beim Autofahren vorstellen. Da muss man ja erst den Führerschein machen, um dann Erfahrungen zu sammeln. Beim Segeln ist das zum Glück einfacher. Mit dem Spobo darfst Du segeln soviel Du möchtest. Ich würde Dir aber einen Mitsegeltörn empfehlen, weil man dann schneller lernt, und mehr Spaß wird es wohl auch machen. Hier wurden schon DHH und Eichler genannt. Ich kenne beide aus eigener Erfahrung und empfehle beide.


    Den Wunsch, eine Ausbildungstörn auf der Nordsee im Februar oder März zu machen, kann ich nicht nachvollziehen.


    Gruß

    Robert

  • Der DHH ist überdurchschnittlich teuer?

    Obwohl wir mal keine weiteren Scheine machen, bleiben wir DHH Mitglieder und reihen das eine oder andere Training hintendran und treffen lustigerweise auch auf einige bekannte Gesichter (Wiederkehrer, upgrader etc.)

    Wenn Du denkst, mit einem Schein bist Du rittergeschlagen: neee, weitergelernt, weitergeübt!

    Die Lernkurve begleitet eigentlich das gesamte Rest-Segelleben.

    Zwischendurch könntest Du dir mal ein ISAF-Training leisten, ein Skipper sollte seine crew beim Aussteigen etc. anleiten können. Dein Blickwinkel wird dabei auch ein anderer. In 2 Wochen ist jedenfalls kein Käptn gebacken.

    Außer aus Teig aufm Blech.


    spliss

    Holt groß das Dicht ! dillen statt chillen !

  • Wer glaubt das er eine gute Ausbildung zum kleinen Preis bekommt leidet unter Wahrnehmungsstörungen. Gute Dinge kosten immer Geld, besonders wo ein größerer Personaleinsatz nötig ist.

  • Den Wunsch, eine Ausbildungstörn auf der Nordsee im Februar oder März zu machen, kann ich nicht nachvollziehen.

    Es soll ja auch Leute geben, die das Motorradführerscheinchen partout im Winter machen möchten.…

    Aber dem heifisch kann ja geholfen werden: Du gehst zu Bernd Reese. Der macht die englischen Scheine. Also das richtige Zeug, nicht den theoretischen Kram für Hobbyseglerchen wie uns. Da kannst du dann Sturmtrainings im Solent machen, zB vom 6-19.02.25. Alternativ auch einen der 500er Kurse. Und nebenbei noch den ganzen Gezeitenkrams lernen. Und dann sprechen wir uns anschließend nochmal, ob du immer noch den SKS machen möchtest…



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  • Quote

    erst segeln lernen, üben, Erfahrung sammeln und

    - dann, falls erforderlich, einen weiteren Schein machen.

    :thumb:

    UBI und SRC sind erstmal wichtiger, damit Du ein Boot chartern kannst. Wenn Dir dann das geschützte Revier zu eng wird und Du Dir weiteres Wissen an eignen möchtest sollte dem nächsten Schein nichts im Wege stehen.

  • Moin @Haifisch,


    darf ich ganz frech Fragen, wie alt du bist und was genau deine Ziele sind?
    Und dann vielleicht noch wo du herkommst :winking_face:

    Je nach dem was deine Bedürfnisse sind gibt es Angebote für junge und junggebliebene Segler.. und damit meine ich nicht die üblichen Partytörns.
    Ich denke JV Sailing ist da empfehlenswert, ich kenne die Skipper aus eigener Erfahrung. Hier geht es auch erstmal um Spaß am segeln .. in dem Fall auf dem Ijsselmeer und auf dem Watt auf einem ganz schnittigem Boot.

    Gruß,
    Florian

  • Es ist im Grunde alles gesagt; ich möchte das nur gerne bestätigen!


    Mach den SKS, wenn du gute Seemannschaft beherrscht, wenn du Erfahrung hast. Andersrum funktioniert das nicht. (Das hält natürlich einige nicht davon ab, den SKS doch "mal eben" zu machen. Meine Meinung: Die Prüfer sind zu lasch, der SKS wird abgewertet)

  • Guten Morgen,


    ich hatte seinerzeit auch mal das Bedürfnis in "härtere" Törns eingewiesen zu werden, um unter Anleitung zu erleben, was es bedeutet diese zu meistern.


    Da bin ich für 3 Trainings nach UK ausgewichen und habe je einen im September, Oktober und März dort für je 6 Tage absolviert.


    Bei letzterem gab es sogar das Training mit Übergang in die Rettungsinsel unter Nutzung eines (zur Verfügung gestellten) Trockenanzugs.


    Meinen damaligen Trainer (über 15 Jahre her) finde ich nicht mehr, aber dies ist evtl. ein vergleichbares Angebot.


    RYA Practical Sailing Courses Essex - Premier Sailing


    Achtung: Mir ging es dabei nicht darum, einen Schein zu machen sondern unter "schweren" Bedingungen zu lernen und zu erfahren.


    Das hat mir bis heute bei vielen weiteren Phasen meiner Boots-/Segelkenntnisse enorm geholfen.


    Ich fühlte mich nach diesen Ausbildungstörn immer enorm an praktischer Erfahrung bereichert.


    Vielleicht ist ja dies dein Antrieb, dann kann ich dir den Channel als Übungsgelände in der "Winterzeit" nur empfehlen.


    LG Tom

  • International Sailing School - recognised RYA Training Centre Kiel
    The leading sailing school in the Baltic Sea region with practical RYA Training Centre recognition
    safe-sailing.com

    Ist zwar primär erst mal Ostsee, bietet aber reichlich Lernmöglichkeiten, auch für die englischen Scheine.

    "Billig" ists aber auch nicht.

    Holt groß das Dicht ! dillen statt chillen !

  • auch für die englischen Scheine

    Nochmal für den Trööterföffner: Meine Punkte waren explizit darauf ausgerichtet in der Nordsee genauer IM KANAL besondere Bedingungen kennen zu lernen.


    Ich habe es nicht wegen der RYA Scheine gemacht etc.


    Die Ostsee ist als Gewässer mit dem Kanal nicht vergleichbar, das kann ich mittlerweile aus Erfahrung sagen.

  • Zu Beginn des Jahres könnten die Kanarischen Inseln eine interessante Option für dich sein. Ich habe dort vor einigen Jahren einen zweiwöchigen SKS-Praxistörn mit Schoenicke absolviert. Das Übungsgebiet war ideal, da die Passatwinde für stetige Wetterbedingungen sorgen und der Skipper je nach Bedarf das Anforderungsniveau flexibel anpassen konnte. Geschützt hinter einer Insel haben wir erstmal in aller Ruhe die Manöver geübt. Näher an der Düse wurde es anspruchsvoller, und in der Düse zwischen zwei Inseln erlebten wir dann richtig starke Wind- und Wellenverhältnisse – fast wie das Umlegen eines Schalters. Für entspanntes Inselhopping mit der Familie wäre es nicht meins, aber für Lernzwecke hervorragend geeignet.

    Ende Februar bis Anfang März ist es dort abends auch schön warm, so dass man im T-Shirt durch die Stadt schlendern kann.


    Bezüglich des Segelns in der Nordsee habe ich keine persönlichen Erfahrungen, aber basierend auf dem, was ich gehört habe, schätze ich, dass die Wind- und Wellenverhältnisse ähnlich sein könnten, andere können da sicher mehr dazu sagen...

  • Lass dir Zeit. Den Schein brauchst du nur, wenn du selbst chartern willst. Für ein eigenes Boot reicht SBF See.

    Das ist Werbesprech der Bootsschulen, für die der SKS der Brot und Butterschein ist. Bisher hat mein SBF Binnen unter Segel als Segelnachweis immer gereicht. Für ein eigenes Segelboot mir Hilfmotor bis 15 PS braucht man überhaupt keinen Schein. Das sind meist genau die Einstiegsboot fürs Yachtsegeln. Der SBF See hat nichts mit Segeln zu tun.


    Viel wichtiger ist eigentich der Funkschein, oder man muss das Funkgerät ausbauen.


    Eigentlich war der SKS seit der letzen Novellierung dazu gedacht, so gabs dazu hier eine Disksussion, erfahrene Binnensegler und Ausbilder nach relativ kurzer Änderungsschulung die Tätigkeit als gewerblicher Ausbildung auch in Küstennähe zu ermöglichen. Die Billig-Yachtschulen haben daraus inzwischen einen Anfängerschein für Segler gemacht.


    Wer glaubt nach 2 Wochen Seefahrt mit Fokus auf eine handvoll Prüfungsmanöver Leute im Küstenbereich als professioneller Skipper herumfahren zu könne nur weil ers darf handelt Fahrlässig. Der Skipper wird mit gewisser Wahrscheinlichkeit in der ersten schwierigeren Situation versagen. Viel wichtiger ist deshalb Ausbildung und Erfahrungsseefahrt als diese Fokkusierung auf Prüfung und Scheine. Und ja, gute Ausbildung kostet gutes Geld, warum die auch hier bereits genannten Yachtschulen trotz hoher Preise empfohlen werden und weiter am Markt bestehen können hat seinen Grund. Und warum das Modulssystem in der Ausbildung der RYA weltweit angesehen ist und auch kopiert wird, hat auch seinen Grund.

  • Ich mache den SKS in September. Eichler Richtung Helgoland in März habe ich hinter mir. Kann ich nur empfehlen, auch wenn ich bei 8bft irgendwann unter Deck musste. Mein Magen hat das nicht mitgemacht gegen die Welle...

    Sonst habe ich mit meine Familie 3x mit Skipper gechartert. Ist zum Teil günstiger als ein Törn und der Skipper ist froh, daß jemand seine Arbeit machen will.

    Theorie fange ich jetzt an zu lernen. Mache aber die Prüfung erst, wenn ich die Praxis habe. Theorie kann ich vor Ort wiederholen für Praxis muss ich 600km fahren.

  • Quote

    Wer glaubt nach 2 Wochen Seefahrt mit Fokus auf eine handvoll Prüfungsmanöver Leute im Küstenbereich als Skipper herumfahren zu könne nur weil ers darf handelt Fahrlässig.

    und wer glaubt nach ein paar Fahrstunden sich in ein Auto zu setzten und dann durch die Rushhoure oder Autobahn zu fahren , was ist mit dem?