Seenotfall vor Niendorf

  • Na, was für ein Drama. Da waren nie und nimmer zwei Meter See gestern. Und bei Nrdost kann man da wohl auch rein segeln. Das Boot hat ne Rollfock. Ich seh da nichts von Seenot, sondern nur mangelhafte Beherrschung des Sportgerätes, es sei denn, der Artikel verschweigt etwas.

  • Na, was für ein Drama. Da waren nie und nimmer zwei Meter See gestern. Und bei Nrdost kann man da wohl auch rein segeln. Das Boot hat ne Rollfock. Ich seh da nichts von Seenot, sondern nur mangelhafte Beherrschung des Sportgerätes, es sei denn, der Artikel verschweigt etwas.

    Naja, das mit den zwei Metern stammt aus der PM der DGzRS. Die haben vermutlich auch keine Ahnung.

    Im Zweifel völlig richtig, schnell mal einen rauszuhauen und dem Kameraden ordentlich einen mitzugeben. Selber schuld, wenn er es nicht kann.

    Eventuelle Begleitumstände oder weitere Probleme an Bord sind auch nicht wichtig, wenn sie nicht in der Zeitung stehen. Besser schnell ein hartes Urteil fällen.

    <<Ironie OFF>>

  • Ich bleib dabei. Morgen 16.00 Uhr prognostiziert dmi.dk für die innere Lübecker Bucht Nordost bis 5 und See 0.5 m. Da fehlen bis 2 m noch 1,50. Und Sturm war Freitag sicherlich nicht. Aber das magst Du anders sehen.


    Übrigens berichtet ndr- sh das alles etwas präziser. Böig, in Spitze bis an 7. Motor fällt aus bei Anlauf Niendorf. Man treibt Richtung Strand. Anker hält nicht richtig, Boot kommt in Brandungsbereich. Setzt in Wellentälern immer auf. Dgzrs schleppt ihn da weg und rein nach N.

  • Mangelhafte Beherrschung des Sportgerätes, mannomann, wenn ich so etwas schon höre/lese. Erstmal gut dass es wohl keine Schäden an Mensch und Maschine gegeben hat. Im übrigen sollte man nicht die Nase rümpfen wenn Leute "mangelhafte" Beherrschung haben, jeder hat mal mit irgend etwas angefangen und hatte natürlich noch Lernrückstand. Ausserdem können auch Profis verpeilt sein, mein Boot wurde von meinem Nachbarn bei tollstem Wetter (ohne Schaden) beim Anlegen gerammt. Er hat etwa die zehnfache Segelerfahrung gegenüber mir mit Atlantiküberquerung und MM-Umrundung. Hat sich eben verdaddelt, so what. Na ja, die danach reumütig überreichte Rotweinflasche war auch nett.

    Also negative Wertungen evtl. mal lassen, verdaddeln ist nun mal menschlich..............Im übrigen kenne ich weder Hafen noch Situation aber wenn der Jockel kurz vor der Einfahrt versagt und sich die Rollfock verklemmt hat bleibt evtl. nur noch den Pickel zu werfen. Es könnte! also sein das Faktoren zusammenkamen die ein Einlaufen unter Segel verhindert haben.


    Und auf Legerwall gehen passiert nun mal nicht nur Dilettanten.

  • Ich bleib dabei....

    Moin,

    das ist der Standardsatz der alten weisen Männer. Ich kenne Dich ja nun seit vielen Jahren hier virtuell, bin oft Deiner Meinung oder kann sie zumindest nachvollziehen. Aber diese Plattitüden "ich bleibe dabei..." heißt für mich nur: ich will mich nicht mehr ändern, auf gar keinen Fall meine Meinung.

    Zu dem Vorfall: aus der Sicht der beiden Segelnden war es vermutlich heftig, immerhin haben sie richtig reagiert und den Anker geworfen. Meiner Erfahrung nach kann man eben nicht bei jeder Windrichtung und vor allem Wellengang mit jedem Boot gegenan in den Hafen segeln, auch wenn das theoretisch möglich ist. Das weiß ich, weil ich auch ein alter weiser Mann bin. :mosking:

    Gruß Klaus

  • Was mich immer wundert: Viele Segler schlagen schon vorm Hafen die Großsegelpersenning an und nehmen die Fockschoten ab. Damit bin ich bei Motorausfall nicht mehr handlungsfähig. Ich hätte da ein ungutes Gefühl bei.

    Grundsätzlich ist es natürlich gut zu hören das dieser Fall gut ausgegangen ist. Bemerkenswert wie schnell die DGzRS oft vor Ort ist. 👍

  • Was mich immer wundert: Viele Segler schlagen schon vorm Hafen die Großsegelpersenning an und nehmen die Fockschoten ab. Damit bin ich bei Motorausfall nicht mehr handlungsfähig. Ich hätte da ein ungutes Gefühl bei.

    Grundsätzlich ist es natürlich gut zu hören das dieser Fall gut ausgegangen ist. Bemerkenswert wie schnell die DGzRS oft vor Ort ist. 👍

    Dazu kann ich Dir als EINHANDSEGLER sagen: im allg. ist im Hafen gar kein Platz mehr, um Segelbergemanöver durchzuführen. Fockschoten nehme ich nie ab, was wohl an meiner Rollreffanlage liegt. Aber das Großsegel packe ich gerne frühzeitig in die Lazybags, damit es mich beim Anlegen nicht behindert. Zur Not binde ich Bändesl um das Groß, falls Wellengang oder die Enge des Raumes ein Einpacken in das Lazybag nicht zulassen. Auch mit kleiner Crew wird das schnell stressig, wenn im Vorhaben Verkehr ist.

    Gruß Klaus

  • das Großsegel packe ich gerne frühzeitig in die Lazybags,

    Du hast aber dann vermutlich auch nur einen Reißverschluss, den du wieder aufziehst, um ein einsatzbereites Groß zu haben.


    Das ist noch was anderes, als wenn die Persenning drüber kommt, die nicht so schnell wieder aus dem Weg geräumt ist.

    Dann noch Schoten ab. Warum?

    Will man sich unbedingt eines möglichen Antriebs entledigen?


    Ich -auch als Einhandsegler- hole das Groß runter und binde es mit zwei Zeisingen zusammen. Und erst im Hafen wird in Ruhe ordentlich aufgetucht.


    Hab ja schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich ohne klare Segel auslaufe, weil ich direkt vor'm Hafen ankern möchte.

    Im Fall der Fälle fehlt dann das Backup.

  • Warum fällt der Motor vor der Hafeneinfahrt bei auflandigem Wind und entsprechendem Seegang aus?


    Leute, schaut *vor* der ersten Fahrt der Saison in die Dieseltank. Dieselpest ist mit Abstand die wichtigste Ursache für plötzliche Motorausfälle. Ich weiß nicht, ob es es hier die Ursache war, aber wenn ein solcher Thread einen Nutzen haben soll dann ist es doch die Überlegung, wie solche Zwischenfälle/Notfälle zu vermeiden sind, und da ist die Dieselpest (oder meinetwegen irgendein Dreck im Tank) sehr wahrscheinlich.


    Gruß

    Robert

  • Der Hinweis auf Dreck im Tank ist sicher berechtigt. Wir selbst hatten nach etwas ruppiger Kreuz vor Gedser den Motorausfall auch schon aus diesem Grund.

    Ein Motorboot muss nun wohl oder übel auf Legerwall ankern, und hoffen, dass es gut geht.

    Ein Segler jedoch hat ja noch einen Antrieb und muss das eben nicht. Niendorf, man blicke in die Karte, ist bei NNO unter Segel anlaufbar, der Kommunale Hafenbereich ist auch geräumig genug für ein Manöver zum Anlegen.

    Auch ein Abdrehen zur Trave ist eine Alternative.

    Sehr sehr oft passieren Seenotsituationen durch Ankern vor Legerwall.

  • Ich bleib dabei. Morgen 16.00 Uhr prognostiziert dmi.dk für die innere Lübecker Bucht Nordost bis 5 und See 0.5 m. Da fehlen bis 2 m noch 1,50. Und Sturm war Freitag sicherlich nicht. Aber das magst Du anders sehen.


    Übrigens berichtet ndr- sh das alles etwas präziser. Böig, in Spitze bis an 7. Motor fällt aus bei Anlauf Niendorf. Man treibt Richtung Strand. Anker hält nicht richtig, Boot kommt in Brandungsbereich. Setzt in Wellentälern immer auf. Dgzrs schleppt ihn da weg und rein nach N.

    Wenn man sich die Mühe macht den DGzRS-Artikel zu lesen, erkennt man, das es sich wohl im Grundseen handeln dürfte. Ferner handelt es sich in der Vorhersage um die signifikante Wellenhöhe, 13,5 % der Wellen sind höher. Das schon auf freier See, Faktor 1,6 bis 1,8 sind nicht so ungewöhnlich.

    Ein Vergleich mit der Vorhersage zur Beurteilung von „bis zu“ Wellenangaben von Profis, ja nun spricht vielleicht nicht für ein Beherrschung des Themas.

  • Ich wohne in der Nähe mit Blick aufs Wasser. Wellen von zwei Meter habe ich nicht gesehen, aber der Wind war heftig. Er käme von achtern und hätte mit den Wellen das Boot geschoben, was nicht so günstig wäre.

    Die Hafeneinfahrt von Niendorf kenne ich gut. Sie ist schmal, verwinkelt und der sich anschließende Hafen ist nicht der Größte. Dort unter Segel einlaufen ist machbar, sollte aber den erfahrenen Seglern mit Revierkenntnissen vorbehalten bleiben.
    Auch dürfte es von Interesse sein in welchen "Vereins- oder Werfthafen" das Boot dann sollte. In den dann noch unter Segel einlaufen stelle ich mir sehr spannend vor. Dazu dann noch den Wind.

    Ich habe auch die Segel vor dem Einlaufen runter genommen, gesichert und fand selbst bei laufender Maschine und guten Wetter den Hafen schwierig.

  • Die beiden an Bord hatten die Situation nicht mehr unter Kontrolle und entschieden sich für einen Seenotfall und um entsprechende Hilfe. Das hat man zu akzeptieren und zu respektieren, egal was man selbst in der Situation getan hätte.

    Wichtig, keinem ist etwas ernsthaftes passiert und das Boot noch heil, so sollte es immer ausgehen! So zumindest mein Wunsch an Alle Seefahrer!!!

  • Unabhängig von dem Fall in Niendorf zeigt unser Forumskollege Mike in diesem Video gut, dass das Anlegen einer nicht ganz kleinem fünf Tonnen Yacht bei Wind unter Segeln kein Hexenwerk ist. Auch zu Zweit nicht.

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    Ich finde, ein schönes Video.

  • Ja, aber wenn es nicht geübt wurde und der Paniklevel an Bord hoch war, so war es doch der Weg eine gefährliche Situation abzuwenden.

    Ich verstehe die Besatzung, wünsche aber für die Zukunft mehr Qualifikation.


    Als ich vor ein paar Jahren mit dem Neuerwerb nachts um 23:00 von Kopenhagen auf Travemünde mit "kotzendem" Motor zuliefthabe ich auch die DGZRS angerufen und um Assistenz gebeten. Nach anfänglicher Konfusion, wie "wir nehmen Sie auf den Haken und alles wird gut" und meiner Anmerkung "Nö, hier ist alles bereit wenn Hilfe nötigt ist, ist die Leine in wenigen Sekunden klar". Hat man uns bis in den Fischereihafen begleitet wo der Motor dann abstarb.

    Meine Frau durfte fast nicht selbst festmachen, so groß war die ehrliche Fürsorge.

    Der Vormann kam nach einer halben Stunde nochmal auf ein Bier an Bord und schilderte die Vielseitigkeit der zu Rettenden. Das ist eine Bandbreite von 100%.


    Deshalb, haben die Leute gestern alles richtig gemacht - können aber noch lernen.

    Viele Grüsse


    Dieter

  • Dazu kann ich Dir als EINHANDSEGLER sagen: im allg. ist im Hafen gar kein Platz mehr, um Segelbergemanöver durchzuführen. Fockschoten nehme ich nie ab, was wohl an meiner Rollreffanlage liegt. Aber das Großsegel packe ich gerne frühzeitig in die Lazybags, damit es mich beim Anlegen nicht behindert. Zur Not binde ich Bändesl um das Groß, falls Wellengang oder die Enge des Raumes ein Einpacken in das Lazybag nicht zulassen. Auch mit kleiner Crew wird das schnell stressig, wenn im Vorhaben Verkehr ist.

    Gruß Klaus

    Ok, unsere Boote waren bisher immer etwas kleiner (bis 24') und wir sind regelmäßig zu zweit gefahren, aber auch ohne Rollfock war immer klar: Schoten bleiben angeschlagen, Vorsegel wird am Deck heruntergetüdelt, das Groß wird - wir haben keine Lazy jacks - in Buchten über den Baum gelegt und entweder mit einem Zeiser oder mit der Großschot festgetüdert. Im Notfall ist wenigstens eines der Segel bei normalen Wind sehr schnell wieder oben.

    Schön gemacht wird's NACH dem Anlagen.

    (Und so habe ich das auch auf größeren Booten gelernt.)

    Spis Interpretation könnte gut passen. Lieber vorsichtig, als auf den Steinen.