Vorstellung mich & mein Boot

  • Ich begrüße die Seglergmeinschaft in diesem Forum.

    Ich bin neu hier.

    War 3 Jahre mit einem Schlauchsegler auf den schönen oberösterreichischen Seen (Attersee&Traunsee) unterwegs. Es war ein Orca 375 von Dinghygo. Hat richtig Spaß gemacht.

    Ein klasse Boot.


    Nun habe ich einen Stegliegeplatz am Inn (Stausee) bekommen und habe dafür eine Manta 19 gekauft. Den Schlauchsegler habe ich verkauft.

    So weit so gut.


    Da ich vorher nur sehr wenige male auf einem „richtigen“ Segelboot war bin ich angesichts der vielen Seile und Leinen, Rollfock und Baumrollreff usw überfordert. Ich sollte zuerst einen Überblick bekommen bevor ich das 1. mal versuche, den Mast zu stellen.


    Wenn irgendwer von euch Unterlagen oder Anleitungen zur Manta 19 hat und sie mir schicken könnte (email) wäre ich sehr dankbar.

    Natürlich war beim alten Boot nichts dabei und ich habe auch im Netz nichts gefunden.


    Ich hoffe, dass ihr einem Anfänger wir mir etwas unter die Arme greifen könnt.

  • Hallo,

    willkommen im Forum und Glückwunsch zum Boot.


    Zur Manta speziell kann ich Dir nichts sagen, ich würde dir aber empfehlen dir ein Segelbuch zuzulegen oder im Internet nachzulesen wie die Begrifflichkeiten sind. Damit meine ich, dass jedes „Seil“ auf einem Boot eine eigene Bezeichnung hat, was auch Sinn macht, da diese unterschiedliche Funktionen haben. Letzteres wirst Du von deinem Schlauchsegler bereits kennen.

    Segeln ist keine Rocket Science, aber sinnvolle Erklärungen werden durch die Benutzung der richtigen Bergriffe erleichtert, wenn nicht sogar erst möglich.


    Auf jeden Fall hast Du mit deiner Frage hier ja schon alles richtig gemacht.

    -- Fehlende Praxis ist theoretisch kein Problem.--

  • Nettes Bötchen!

    Fotografiere doch mal die Mastfussaufnahme auf dem Boot, dann können wir Tipps zum maststellen geben..

    Manta 19 kenne ich jetzt auch nicht speziell, aber die Grundzüge sind eigentlich immer gleich:

    Auf jeden Fall hast Du mindestens ein Vorstag und mindestens 2 Wanten sowie ev. ein Achterstag, alle meistens aus Draht (wenn nicht aus dyneema)

    dann Fallen (Großfall, Fock- Genuafall, Spinnakerfall) am Mast um die Segel zu hissen und Schoten sowie Trimmleinen um die Segel zu bedienen. Mit Deinen Kenntnissen vom Kat sollte sich das eigentlich aufdröseln lassen..

    Viel Erfolg und viel Spaß!

  • Eigentlich ist da nicht viel zu beachten. Ein bisschen mehr Zeit lassen beim Maststellen, dann fügt sich alles. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Boot.

    Gruß SY mona Willi

  • Danke schonmal für die Tips.

    Ich sehe schon wesentlich klarer.


    Ich hätte noch eine Frage an alle Manta 19 Eigner oder an jene welche die Rollfock kennen.

    Ich verstehe nicht wie die funktioniert bzw. wie man sie bedient.

    Wo man was anschlägt glaube ich zu wissen mittlerweile.

    Aber die Bedienung ist mir nicht klar, ich habe noch keine Feder in der Trommel feststellen können.


    Das Bild habe ich vergessen

  • Die Rollfock ist kein Schnapprollo. An der Schot rollst du sie aus unter gleichzeitigem Führen der Reffleine (aus deinem Foto gut zu sehen), die jetzt in die Tromme eingewickelt wird. Diese Leine nicht einfach loslassen, das gibt dann Überläufer in der Trommel. Beim bergen der Fock ziehst du die Leine wieder raus, ebenfalls mit etwas Gegenhalten der Schot.

    Gruß, Klaus

  • Aber achte auf die Wickelrichtung, auf Deinem Foto scheint sie falsch rum zu laufen, hinter dem Loch ist so ein Knick.

    Die Stagreiter des Vorsegel haben je nach Typ vielleicht auch eine 'Lieblingsrichtung'. In einer Richung pieksen sie doof ins Segel, andersrum schmiegen sie sich schön an und die gerollte Wurst wird fest und dünn.

    Wenn die Leinen-Richtung nicht zur Stagreiter-Richtung passt, kann man den Roller vielleicht drehen; komplett oder nur die Trommel mit dem Loch.


    Bartels baut heute noch solche Anlagen, da gibts zwei Grundprinzipien mit einem wesentlichen Unterschied.

    B: Das Vorsegel-Fall geht durch eine Umlenkrolle im Stag, parallel zu Vorstag wieder runter und wird an der Trommel fixiert.

    C: Das Vorsegel-Fall zieht einen Fallschlitten mit Lager hoch, oben nicht-drehendes Fall, unten drehendes Segel.

    So kann das Fall oben am Mast umgelenkt werden und wird unten am Mast oder sogar im Cockpit bedient.


    Ich kann auch auf den Fotos im Eingangspost nicht genau erkennen, was bei Dir verbaut ist, ein Bild von dem 'Klumpen' im Vorstag am Masttopp vorne bzw. oben würde das sofort klären.

    Das Vorstag muss IN JEDEM FALL an das mittlere Lochblech an der Trommel, sonst würde die Dreiecksscheibe ja kippen.

    Das andere Lochblech und der Schäkel sind für das Segel und ggf. das Fall - oder umgekehrt.


    Das Maststellen ist denkbar dankbar, geht zum Üben auch auf dem Trailer und man sollte mindestens zu zweit sein:

    - erstmal die ganze Wuhling klarieren :mosking:

    - etwaige Spanner an der Verstagung etwas losdrehen

    - Achterstag und mindestens die Oberwanten am Rumpf montieren (scheint aber alles noch dran zu hängen)

    - Vorstag und passende Bolzen und so klarlegen

    - Fußabtreter, Badebuxe oder sonstwas zwischen Mast und Schiebluk legen

    - Mast nach achtern schieben

    - den Bolzen im Mastfuß sinnreich einsetzen- Mast hinten anheben, erstmal bis Höhe 'breitbeinig auf den Duchten, Mast auf der Schullter'

    - nochmal gucken, ob nix nach oben saust, was man von unten noch erreichen will (z.B. die Enden der Fallen...)

    - weiter heben, ab gewisser Höhe hilft z.B. 'n Straßenbesen; erst recht, wenn er bis unter die Saling reicht

    - ab irgendwann kann man hilfreich vorne am Vorstag ziehen

    - wenn senkrecht das Vorstag an der Trommel festmachen

    - das Rigg (zumindest ein bisschen? Bitte bitte... gerade und unschlaff) trimmen, bei Selden sind sachdienliche Hinweise zu finden

    - etwaige Splinte abtapen!


    Zum Schluss das Kleingedruckte: Der letzte Punkt hat ein Ausrufezeichen, der ist mir wichtig.

    In meinem Kopfkino laufen so Sequenzen 'Badeausflug', 'kein Wind, muss ja nicht so stramm, hält auch so'...

    Stimmt auch alles, ist auch voll OK. Aber so ein Splintring bleibt gerne in einer Leine hängen, und man merkt es nicht, dass man den rauszieht, während man den nachgeschleppten LKW-Reifen mit der gut gekühlten Bierkiste unten dran wegen plötzlicher Ebbe im Cockpit wieder reinzieht.

    Und weil das Rigg eher schlabbert, schlabbert sich in Lee der Bolzen raus. Und dann freut man sich, dass die Wende vielleicht gelingen könnte und dann fällt der Mast um.

    Mein Kopfkino kann leider nur 'Drama'...


    Jetzt wieder in groß: Viel Spaß! :good2:

  • Hallo Stefan,

    ich danke dir für die Tips, auch die Selden-Anleitung ist sehr hilfreich.

    Klasse Forum hier.

    Grüße Klaus