Garmin Plotter: gefährliche Darstellung von Warntiefen?

  • Moin, moin,

    ich habe an Bord den Garmin Plotter GPSMAP 1022 installiert, dazu den Seekartensatz Garmin G3 Vision EU721L Northern Europe.


    Dabei nutze ich die wichtige und grundsätzlich sehr hilfreiche Funktion „Warntiefe“ im Menü- Ebenen-Karte-Tiefe-Tiefenpunkte, die eingestellt werden kann, wenn unter „Tiefenpunkte“ der Schalter „Gefährlich“ aktiviert ist. Bei dieser Funktion bin ich auf ernste und m.E. gefährliche Fehler gestoßen.


    Das Problem:

    Stelle ich einen Wert für die Warntiefe ein ( bei mir 2m), werden in der Seekarte einige Tiefenangaben rot eingefärbt. Erwartungsgemäß sollten das alle Tiefenpunkte von 2m und weniger sein. So war es zumindest nach meiner Erfahrung verlässlich bei meinem Vorgänger dem GPSMAP 4012 und einem Garmin-Kartensatz für die Ostsee vom Großen Belt bis nach Öland.


    Doch die Erwartungen werde nicht erfüllt. Im Gegenteil: Einige Tiefenangaben unter 2m werden korrekt eingefärbt, andere die es müssten nicht und wieder andere, die es NICHT müssten hingegen schon….!


    Siehe Bilder (die Markierung „! Stein“ ist von mir, da dieser trotz 1,7m nicht rot hervorgehoben wird.)


    Ich habe das Problem dem Garmin-Support im Herbst 2023 ausführlich geschildert und auch telefoniert. Es wurde mir empfohlen, einen unverbindlichen Verbesserungsvorschlag zu machen. Passiert ist trotz zwischenzeitlichem Update nichts.


    Ich bin darüber sehr verwundert, da diese Funktion Sicherheit suggeriert, aber Verwirrung oder eigentlich das Gegenteil nämlich Gefährdung bringt.


    Hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht oder gibt es Tipps oder Hinweise, was ich falsch gemacht haben könnte?


    Ansonsten bleibt ja nur die Möglichkeit, die an sich sinnvolle Funktion zu deaktivieren.


    Viele Grüße

    Henrik

  • Ich hab ja keinen Garmin, aber bist Du Dir sicher, dass Du das richtig verstehst? Warntiefe bei Raymarine führt zu einem akustischen Alarm bei Erreichen und Unterschreiten des Warnwertes, und hat keine Auswirkung auf die Optik der Seekarte. Ich wüsste auch ehrlich gesagt nicht wie -der Plotter liest die Karte ja nur aus und schreibt sie nicht selbst. Und ganz ehrlich: Dann müssten ja bei Dir Tiefengebiete unter 2m unleserlich unkenntlich sein -das wäre doch erheblich kontraproduktiv, wenn man das hätte. Dann könnte man da ja gar nichts mehr erkennen.

  • Ich kann mir da nur einen Softwarefehler in der Programmierung der Seekarte vorstellen, in der Form, dass der Tiefenlayer nicht korrekt die Daten an den Plotter übermittelt.

    Das ist aber reine Vermutung, denn ich habe nicht den geringsten Schimmer, wie Garmin das umsetzt.


    Ich habe ja noch einen alten GPSMAP720 mit G2 Bluechart Nordeuropa HEU800X. Da funktioniert alles tadellos, so wie Du es auch bei Deinem Vorgängergerät beschrieben hast.


    Da musst Du wohl hartnäckig bei Garmin immer wieder nachfragen, bis die das mal in einer neueren Version richtig patchen.

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Ich hab ja keinen Garmin, aber bist Du Dir sicher, dass Du das richtig verstehst? Warntiefe bei Raymarine führt zu einem akustischen Alarm bei Erreichen und Unterschreiten des Warnwertes, und hat keine Auswirkung auf die Optik der Seekarte. Ich wüsste auch ehrlich gesagt nicht wie -der Plotter liest die Karte ja nur aus und schreibt sie nicht selbst. Und ganz ehrlich: Dann müssten ja bei Dir Tiefengebiete unter 2m unleserlich unkenntlich sein -das wäre doch erheblich kontraproduktiv, wenn man das hätte. Dann könnte man da ja gar nichts mehr erkennen.

    Ich glaube du meinst den Tiefenalarm vom Echolot, oder? Es sollen nur die in der Karte hinterlegten Tiefenmesspunkte eingefärbt werden. Das ist v.a. für Steine mit Tiefenangabe sinnvoll. Es können auch Tiefenbereiche eingefärbt werden. Das meine ich aber nicht.

  • Da ist in der Tat was komisch.

    Wir haben den GPSmap 922, eine Ostseekarte von '22 und ich gucke hier auf dem Android-Tablet per 'ActiveCaptain' auf die Karte.

    Links der 1.6er Stein wird rot, die 'Flächentiefenangaben' werden auch rot, der 3.4er Stein direkt daneben aber nicht:

    pasted-from-clipboard.png


    Wenn man reinzoomt sieht man, welche Zahl wozu gehört:

    pasted-from-clipboard.png


    Wenn ich die Steine nach ihrem wahren Wesen frage, sehe ich da keinen Unterschied, der die Farblosigkeit erklären könnte:

    pasted-from-clipboard.png

    pasted-from-clipboard.png


    Klar, Plotter != Android-App, verhält sich aber, wie Du beschreibst.

    Davon ab habe ich die Funktion nie benutzt :mosking:

    --
    Stefan

  • Dann scheint das echt ein Problem der Software zu sein.


    Finde es eigentlich total praktisch, da es viele Steine gibt, die eingezeichnet sind, aber die meisten ja je nach Tiefgang vom Schiff irrelevant sind. Wenn das funktionieren würde wie gedacht, dann achtet man nur auf die wichtigen Angaben und zoomt sich keinen Wolf oder fährt auf nen Stein.


    Schade Garmin.

  • Ich bin auch einer der diese Funktion permanent in seinem Plotter eingestellt hat. Bei mit werden, ebenso wie bei Dir, ab 2 m und flacher alle Tiefenwerte rot angezeigt. Damit habe ich mit Schwert unten noch 46 cm Luft und mit Schwert oben 1,2 m Luft.

    Wie schon geschrieben bei den alten Seekarten und Plotter tadellos.

    Ich kann Dir nur raten, das penetrant und kontinuierlich beim Support zu monieren, damit das dann an die Softwareentwickler weitergegeben wird. Welche dann den Releaseabteilungen zuarbeiten und die dann irgendwann ein neues Release frei geben für uns Nutzer.......mit alten behobenen Fehlern (im Idealfall) und (leider) neuen unbekannten Fehlern (ist leider Realität, überall wo Soft- und Hardware ineinander arbeiten).


    Auf der anderen Seite muss man schon in solchen Gebieten zwei oder dreimal auf die Tiefenangaben schauen, selbst mit farblichen Unterstürzungsmöglichkeiten. Selbst scanne ich immer mit dem Finger über die Papierseekarte für das zu befahrenen Seegebiet, um im Vorfeld Untiefen zu erkennen. Machst Du bestimmt auch!

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • In C-Map-Karten (bei mir verarbeitet mit TimeZero) kann man auch auf diese Weise Grenztiefen definieren. Und dann (bei mir "2,0 m") sind alle Tiefenangaben ab 1,9 m nach unten Rot. Unabhängig davon, ob das nun ein Stein ist oder sonst was. Auf die Tiefenlinien oder Flachwassergebiete hat das keinen Einfluss, nur auf die gemessenen Tiefenzahlen. Und das funktioniert immer und überall.


    Der beschriebene Fehler ist also ein eindeutiger Mangel, sehr wahrscheinlich der Software und nicht der Karte. Denn die Karte hat ja nur Zahlen in der Tabelle. Wie diese dann visualisiert werden, entscheidet sich erst in der Software.

  • Danke für die Hinweise bzw. Bestätigungen!

    VG Henrik