Yanmar oder Volvo?

  • Hallo!


    bei der Qual der Wahl ist ein Kriterium u.a. der Motor. Ich habe in einigen Youtubes und Blogs ein eher negatives Gefühl was die Ersatzteilpreise seitens Volvo anbelangt. Unabhängig von der Qualität der Motoren! Ich habe von Motoren ganz wenig Ahnung, außer eben die üblichen Prüf- und Wartungsarbeiten.


    Ist es so, das in der 30-50 PS Klasse, die Ersatzteile der Volvos wesentlich teurer sind als bei einem Yanmar?


    Danke!

  • Wichtig ist, dass du die Motoren im Auge behältst und ihnen immer etwas Zuneigung zukommen lässt. Dann halten die ewig.

    Aber ja, Yanmar ist da etwas günstiger.

  • Also ich kann nur sagen, dass ich meinem neuen Yanmar 3ym30 noch immer ein wenig hinterher traure. Es war ein wunderbar laufruhiger Motor und vom Layout was z.B. Zugänglichkeit der Wasserpumpe, Ölpeilstab, Nachfüllstutzen usw. sehr durchdachter Motor.

    Hinzu kommt beim Yanmar noch, dass er eine doppelte Saildrivemanschette mit Feuchtigkeitssensor hat. Das gibt zumindest ein Gefühl von zusätzlicher Sicherheit, auch wenn ich das nicht unbedingt ausreizen möchte.


    Unser jetziges Boot hat einen Volvo MD2030 von 2005, der an sich auch keine Probleme macht. Glühkerzen habe ich jetzt einmal getauscht und den inneren Kreislauf gereinigt. Auch hier kann ich nichts wirklich Schlechtes sagen. Er ist nicht ganz so laufruhig wie der Yanmar. Der Saildrive hat bei Volvo keine doppelte Manschette.


    Die Original-Ersatzteile sind sowohl bei Yanmar als auch bei Volvo vergoldet. Mit ein bisschen Internetrecherche lässt sich oft ein Ersatzprodukt finden. Ansonsten ist Parts-4-Engine in UK eine gute Adresse.

  • Meines Erachtens nehmen sich die beiden Hersteller in der Hinsicht nicht viel. Ich spotte ja gerne über die O-Ringe am Wärmeübertrager vom Volvo, die pro Stück etwa 17 € kosten. Letzte Woche hatte ich die Freude, drei Stück für den kleinen Yanmar kaufen zu dürfen. Der Stückpreis: 17 € :whistle2:

    Ich würde die Entscheidung weniger von den Ersatzteilpreisen als von der Häufigkeit, dass ein Erstzteil gebraucht wird, abhängig machen.

    Beschreibe doch gerne mal näher, um welche Motorisierungs-Aufgabe es denn geht.

    Edit: Ich sehe gerade, dass es um Auswahlkriterien für ein zu beschaffendes Boot geht.

    Gruß

    Robert

  • Ich hatte das "Vernügen" an älteren großen und kleinen Bootsdieseln von Yanmar und Volvo arbeiten zu "dürfen". Die Yanmars erscheinen mir

    konstruktiv die besseren Lösungen zu haben und einfacher zu warten zu sein, vielleicht ist das aber auch nur ein subjektives Gefühl.


    Die Ersatzteilpreise sind bei beiden Herstellern unverschämt. Für kleinere Yanmar Motoren der GM und Y Serie gibt es häufig Alternativen

    zu den Originalprodukten. Wapu, Förderpumpe, mixing elbow etc., teilweise allerdings aus dem Ausland.


    Kurzum, bei meiner aktuellen Bootssuche ist ein Volvo in jedem Fall ein Minuspunkt und ein Yanmar ein Pluspunkt.

  • Wichtig ist, dass du die Motoren im Auge behältst und ihnen immer etwas Zuneigung zukommen lässt. Dann halten die ewig.

    Na, ja trotz aller Wartungs gibt‘s Verschleissteile, die extrem teuer sein könnten und die sicherlich nicht ewig halten. Nur mal den Wärmetauscher oder das Abgasknie zu nennen. Hier lohnt es sich schon, mal in die Preisliste zu kucken …

  • Ich hatte beide und einer war schlimmer als der andere, auch bei Fachbetriebswartung.

    Mein Plan wäre, den Fokus auf das SEGEL-Boot zu legen.

    Motor: wenn alt, dann ausbauen und (in Teilen) verkaufen, dann einen ganz neuen rein. Da kann ich nur Gutes vom Solé Mini erzählen. Klein, leise, überall Teile, günstig, kräftig. Mitsubishi marinisiert, ackert in jedem 2. Bagger oder Stapler dieser Welt.

    "Ich weiß, was Sie jetzt denken, und Sie haben Recht."

  • Moin,

    Preisdiskussion hiermit erledigt.

    aber: hat einer Erfahrung, bei welcher Firma es die entsprechenden Ersatzteile länger gibt? Bei Autos muss ja nur bis 10 Jahre nach Produktionsende vorgehalten werden, danach Abverkauf. d.h. boshaft gesagt, Bauteile, die eh unbrauchbar waren und häufig getauscht werden mussten, sind noch schneller vergriffen.

    Wie sieht das bei Bootsmotoren aus?

    Gruss Klaus

  • Ich hatte das "Vernügen" an älteren großen und kleinen Bootsdieseln von Yanmar und Volvo arbeiten zu "dürfen". Die Yanmars erscheinen mir

    konstruktiv die besseren Lösungen zu haben und einfacher zu warten zu sein

    Das geht mir ebenso.


    Kurzum, bei meiner aktuellen Bootssuche ist ein Volvo in jedem Fall ein Minuspunkt und ein Yanmar ein Pluspunkt.

    Da stimme ich so nicht zu. Es kommt dann schon auf das Modell an. Vermeiden würd eich Motoren mit wasserführenden Teilen aus Alu und solche, bei denen die Einspritzdüsen in Kupferhülsen sitzen. Wichtiger als die Marke wäre mir der Wartungszustand.

  • . Vermeiden würd eich Motoren mit wasserführenden Teilen aus Alu und solche, bei denen die Einspritzdüsen in Kupferhülsen sitzen.

    Prima Hinweis , ich wäre jedoch neugierig zu erfahren wie der Verkäufer eines neuen Bootes auf solch eine Frage reagiert 😎

  • Wenn du den Wärmetauscher regelmäßig (so alle 3-5 Jahre) mal säuberst, hält der ewig. Und ein Abgasknie aus Edelstahl kostet keine €300,-


    Man muss halt dran bleiben! Auch wenn außen hui, ist innen gerne pfui!

  • Wenn du den Wärmetauscher regelmäßig (so alle 3-5 Jahre) mal säuberst, hält der ewig. Und ein Abgasknie aus Edelstahl kostet keine €300,-


    Man muss halt dran bleiben! Auch wenn außen hui, ist innen gerne pfui!

    Bei den Volvo Penta Alu Wärmetauschern stellt sich Korrosion ein. Sicherlich mit Wartung (rechtzeitiger, regelmässiger Austausch Kühlmittels) kommt die Korrosion später. Ich war gerade in enger Abstimmung dazu mit einer Fachfirma. Die tauschen derzeit zuhauf D2 Wärmetauscher aus, die 12-15 Jahre alt sind. Die sind alle am Ausgang zu Knie durchkorrodiert.

  • Bei den Volvo Penta Alu Wärmetauschern stellt sich Korrosion ein. Sicherlich mit Wartung (rechtzeitiger, regelmässiger Austausch Kühlmittels) kommt die Korrosion später. Ich war gerade in enger Abstimmung dazu mit einer Fachfirma. Die tauschen derzeit zuhauf D2 Wärmetauscher aus, die 12-15 Jahre alt sind. Die sind alle am Ausgang zu Knie durchkorrodiert.

    Welche Fachfirma ist es denn? Gerne auch per PN.

  • Das Gute bei Yanmar ist: Es sind eigentlich Motoren aus dem Galabau und der Landwirtschaft. somit passen die Teile des Landmaschinenhändlers, es sei denn es geht um Spezifisches/Kühlung, die ist ja bei Booten anders. aber auch da: Wasserpumpennachbau aus den NL, u 200,-, Lichtmaschine vom Boschdienst um die Ecke, 130,-, etc. Die Wechselfilter müssen nicht von Yanmar sein, es gibt Ersatzfilter auch von Mann oder Hengst. Fragen beim Traktorservice. (Mann W811/80, Mann P4004 erinnere ich). Die Yanmars, die ich hatte, das waren 1GM, 3GM und nun 2GM sind extrem zuverlässig und gut zu warten. Ich komme überall fein ran, was aber auch am durchdachten Einbau der Werft zu verdanken ist.

  • Vielen lieben Dank für die vielen Antworten und guten Informationen zu alternativen Lieferanten.


    Dann ist meine Tendenz doch weiter in Richtung Yanmar. Aber ja, viel Motoren tue ich nie und will ich auch in Zukunft nicht. Mein Stunden Verhältnis Segeln / Motoren ist aktuell rund 35:1 laut Logs. Zumal beim kommenden Boot bzw. der Zeit wirklich keinerlei Zeitdruck existiert.

  • Mein Stunden Verhältnis Segeln / Motoren ist aktuell rund 35:1 laut Logs

    Baue Dir mal für den neuen Motor einen Betriebsstundenzähler ein. Du wirst Dir die Augen reiben, was Dein angegebenes Verhältnis Segel/Motor betrifft. :O

    Gruß Torsten


    kis
    keep it simple

  • Baue Dir mal für den neuen Motor einen Betriebsstundenzähler ein. Du wirst Dir die Augen reiben, was Dein angegebenes Verhältnis Segel/Motor betrifft. :O

    Da kann ich Dich beruhigen. Die Daten kommen aus den Yacht Devices Voyage Recorder Logs nebst den Sensoren. Nutzungsdauer inkl. RPM und Temperatur. Über einen Zeitraum von knapp 3 Jahren.

  • Wir hatten in der Familie gerade erst so ein Thema... es sollte eine werftneue Nordborg 40 bestellt werden, und mein Vater sagte zum Werftchef am Ende: ich lass das Boot bei dir bauen, aber nur wenn du den Volvo rausschmeißt und mir stattdessen einen Yanmar einbaust.Wurde so gemacht. Mit dem Motor sind meine Eltern zufrieden, aber er ist deutlich größer als der vorgesehene Volvo Penta, daher hinten keine Doppelkoje mehr.


    Mein Erfahrungen:

    Shipman 28. Yanmar YSE 8 1-Cylinder Bj. 72: lief jede saison einmal hin und zurück durch den NOK, das Boot wurde irgendwann abgewrackt (weich), motor gebraucht verkauft, der lief nach wie vor gut.

    Dehler 31. Yanmar 2GM20 2 Zylinder Bj 92: lief jede Saison mindestens einmal hin- und zurück durch den NOK, einmal Wellenflansch Muttern abgefallen, dadurch Welle rausgerutscht, wieder rangeschraubt, danach nie wieder Probleme.

    Bavaria 33 exclusive: Volvo Penta 2003, bj 96 oder 98: jede Saison 1-3 Einsätze des Technikers, Luft angesogen, Motor aus, Welle Saildrive eingelaufen, pro Jahr einige 1000 Euro Wartungs- und Ersatzteilkosten, zum Glück nie Probleme im NOK, sondern immer erst danach.

    Slotta 34, Volvo Penta D1-30 Bj. 02, Motor eigentlich immer zuverlässig, ein paar Montagefehler an den Gaszügen mussten korrigiert werden, Propellerwelle ging mal kaputt, weil der Vorbesitzer mit irgendeiner Säure den Prop wohl gereinigt hat. Also auch da Probleme, aber Schuld von Eignern, statt mangelhafter Technik wie davor. Saildrive frisst Shims, Öl, und Wellen, daher auch teuer.

    LA-Krydser, Volvo Penta MD1B, Bj. 66: Kühlwasserpumpe im 48. Lebensjahr kaputt, Kopfdichtung feucht und Motor rußt. Sonst alles gut. Immer. Wellendichtung einmal das Fett nachgefüllt...

    Compromis 777: Volvo Penta MD5C, Bj. 81: Lief gut, überholt 2020/21 weil gerade eh dabei, lief danach perfekt und ohne Pannen.

    Maxi 108: Volvo Penta D1-30 Bj. 07: Wärmetauscher undicht, Öldrucksensor ohne Kontakt, Betriebsstundenzähler defekt, Ursachen in der Elektronik bislang unauffindbar, aber er läuft. Saildrive macht bei niedrigen Drehzahlen Geräusche.


    Ich finde schwer, daraus jezt einen Favoriten auszurufen... ich hatte subjektiv immer mehr Vertrauen zu den Yanmar motoren, weil die weniger gezickt haben. Die aktuellen Volvo Penta Motoren sind in Wirklichkeit marinisierte Perkins Generatoren mit eigener Elektronik und eben marinisiert. Yanmar wird sowohl als GM (general Motor) auch im Bagger oder so verbaut, oder eben als YM (yacht motor) modell auch in Sportboote und kleine Gewerbeboote verbaut und auch gezielt dafür entwickelt. die GM Modelle sind zum Teil seit den 70er Jahren technisch unverändert, das sorgt weltweit für eine relativ gute Ersatzteilversorgung. Volvo Penta ist mittlerweile acer auch so groß und global unterwegs, dass die manchmal postulierten Beschaffungsprobleme am Rand der Welt eigentlich auch kaum noch existieren.


    Ich würde bei beiden Motoren alle dichtringe vermessen, die ich ausbaue. Der D1-30 VP braucht z.B. 4 Ringe wenn man das Rohrbündel aus dem Wärmetauscher nimmt. Listenpreis als ich zuletzt guckte: knapp 23 Euro ein Ring. das ist halt einfach ein runder ring mit 3,2mm dicker schnur und ich glaube 58mm durchmesser oder sowas. 5er Pack geht außerhalb der Marinebranche dann für 6 Euro mit Versand. Das lohnt sich. Bei den alten Motoren kann man die Kraftstofffilteraufnahme umbauen, dass Standard Deutz-Traktorenfilter passen und man die originalen Einsätze nicht mehr kaufen muss, die jedes Jahr teurer werden etc.


    Soweit meine 5 ct.