E-Motoren in Segelyachten

  • Hier war nicht von Sturm die Rede, Ralf C. Kohlrausch, sondern von 60 sm motoren.

    Um hier etwas Ernsthaftigkeit reinzubringen, ein Bekannter von mir fährt gerade völlig autark elektrisch mit einem kleinen Kabinenboot 1000km durch Deutschland. Die komplette Ausrüstung dafür inklusive Neuboot und Trailer schätze ich grob auf 10.000€.


    Hier der Link zum Youtubevideo.

    Verwahrlostes Mirror Dinghy als Restaurationsobjekt gesucht, gerne auch einen vermeintlich hoffnungslosen Fall. Suchanzeige bei Kleinanzeigen.


    Falls jemand noch einen Holzopti im erbärmlichen Zustand im Bereich nördliches Schleswig Holstein rumfliegen hat, ich brauche demnächst Nachschub... :erschrocken:

  • Hier war nicht von Sturm die Rede, Ralf C. Kohlrausch, sondern von 60 sm motoren.

    Das ist wie mit Berta Benz und der ersten Automobilfahrt im Jahre 1888 als sie die Strecke von 100 km fuhr und alle sich einig wahren dass die Knatterkisten sich niemals durchsetzen weil doch eine Pferdekutsche viel zuverlässiger ist und auch viel weiter fahren kann 🥸

  • Moin,


    es kommt doch einzig und allein auf den Einsatzzweck an: Motor nur für Hafenmanöver oder auch mal 1-2 Wochen durchsegeln (wo man ggf. auch wegen mangelnder Sonne die Batterien mit dem Diesel nachladen muss). Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen


    Fakten:

    1l Diesel wiegt ca. 800g und hat ca. 10kWh Energieinhalt, davon bei unseren Bootsdieseln pessimistisch angesetzt, ca. 3,5kWh mechanisch nutzbar.

    Mein 30l Tank und der 20l Kanister wiegen ca. 40kg und geben mir eine (mechanische) Energiereserve von ca. 175kWh.


    175kWh mechanisch nutzbare Energie mit LiFePO4 aufzubauen, das sind ca. 220 prismatische 300Ah Zellen mit einem Gesamtgewicht von ca. 1100kg. (Und Kosten von ca. 20.000€ nur für die Batteriebank).


    Nennt mich altmodisch, aber da ich häufig länger unterwegs bin bevorzuge ich den Diesel.

    Und so ein 3-Zylinder braucht weniger Pflege als die Ehefrau, ist zuverlässiger (wenn gepflegt), und auch recht einfach aufgebaut.


    Für Hafenhopping mag der E-Motor eine sehr gute Alternative sein.


    Kommt, wie gesagt, auf die persönlichen Anforderungen an.


    Gruß,


    Dirk


    P.S.: *Ironie an* Man könnte ja zusätzlich zum E-Motor einen Dieselgenerator installieren, um bei Bedarf die Batteriebank nachzuladen *Ironie aus*

  • P.S.: *Ironie an* Man könnte ja zusätzlich zum E-Motor einen Dieselgenerator installieren, um bei Bedarf die Batteriebank nachzuladen *Ironie aus*

    Das ist meiner Meinung nach garnicht so ironisch.

    Ich kann gar nicht segeln. Mein karges Wissen habe ich aus dem Internet. Ich schreibe hier nur mit, um Frauen kennenzulernen.

  • Legerwall, was ist das?

    War das nicht dieser kürzlich gefundene Steinwall in der Ostsee, als der Meerespiegel noch 21 m tiefer war und das Klima 6 Grad kälter oder war das umgekehrt ....

    beste Grüße

    Dieter

  • Das ist meiner Meinung nach garnicht so ironisch.

    Meiner Meinung nach schon: Man betreibt zusätzlich einen Dieselgenerator um die Batterien aufzuladen: Durch die Umwandlungsverluste mechanisch => elektrisch gehen weitere ca.10-15% Energie "verloren" (respektive werden thermisch abgegeben).


    Da machte es aus meiner Sicht (wenn man Wert auf Reichweite und Unabhängigkeit legt) mehr Sinn einfach beim Einbaudiesel zu bleiben.


    Gruß,


    Dirk

  • Der Generator läuft allerdings immer im optimalen Lastbereich und nur dann, wenn er wirklich gebraucht wird.

    Verwahrlostes Mirror Dinghy als Restaurationsobjekt gesucht, gerne auch einen vermeintlich hoffnungslosen Fall. Suchanzeige bei Kleinanzeigen.


    Falls jemand noch einen Holzopti im erbärmlichen Zustand im Bereich nördliches Schleswig Holstein rumfliegen hat, ich brauche demnächst Nachschub... :erschrocken:

  • Vermutlich ist das Nutzungsprofil entscheidend..und da wird es sicher auch eine Nische für Dieselelektrische Antriebe auf Booten geben..genau so wie der Plugin Hybrid auf der Strasse bei optimaler Nutzung gut ist


    Nur die Betriebssicherheit halte ich auch beim E-Antrieb für absolut gegeben

    viele Grüße,
    Bodo

  • Es ist doch ganz einfach: habe ich ein Motorboot mit Segeln oder ein Segelboot mit Motor? Diese Frage mag jeder - sogar für den gleichen Bootstyp - selber beantworten.

    Klar kann ich mit einem Elektroantrieb nicht tagelang Durchmotoren und entsprechend groß dimensionierte Akkus versenken Boot und Geldbeutel, sind also nicht praxisrelevant. Wenn das mein Anspruch ist, fahre ich eben weiter Verbrenner. Fertig.

    Wenn ich jedoch keinen Bock auf Dieselschrauberei und kein Problem damit habe, bei dem falschen Wind im Hafen zu bleiben dann ist ein Elektroantrieb eben doch interessant. Auch fertig.


    Von daher sind wir tatsächlich bei eine Stöckchendiskussion. Von daher: ich kenne mehr Leute, die wegen Problemen mit ihren Verbrennermotoren abgeschleppt, geborgen oder sonst wie unterstützt werden müssten, als Leute, die elektrisch unterwegs sind.

  • 1) Ich frage mich wie tauglich solche E-Motoren eigentlich wirklich sind, vor allem in der Hinsicht auf Sicherheit.


    2) Wenn ich zb. das Boot auf Legerwall gegen Wind und Welle zumindest auf Position über Grund halten muss gibt mir so ein E-Motor doch auf Dauer auf.


    So pauschal lässt es sich nicht beantworten, aber Erfahrungen damit gibt es ja länger - so lange, dass man von Gleichstrommotoren weiß, dass sie von allen am ehesten Probleme machen.

    Bei bürstenlosen Motoren sind deren angeflanschte Getriebe meistens früher hinüber als der Motor selbst. Lässt man die Lager des Elektromotors auch noch aus der Betrachtung, dann stirbt ein Motor nach und nach an Wicklungsschlüssen. Hitze treibt das voran. Passt alles, nichts ist überlastet, keine Produktionsfehler - würde ich spekulieren, dass die ersten 10ooo Beriebsstunden alles okay ist.


    2) Zum einen immer eine Frage der Dimensionierung - zum anderen wird das ein Diesel auch. Das v.a. wenn der nie richtig warm war und da drin Ölkohlereste rumgammeln, die älter sind als H. Kohls Kanzlerschaft. Ein weiteres Risiko ist immer die Kühlung. Als wäre das noch nicht genug, hat man als moderner Skipper einen Wassersammler und den Auspuff aus optischen Gründen nur knapp über der Wasseroberfläche. Wirst Du beim Gegenansteamen immer wieder hart zurückgedrückt, kann sich der Wassersammler auch mit Seewasser füllen, das durch den Auspuff reingedrückt wird. - So unbezwingbar und unkaputtbar ist das also auch nicht.


    Ein anderer Punkt, dass ich (man!?) ja vermeiden würde, so fahren zu müssen. Anstatt hohe Wellen winklig bergauf zu fahren, Steigungen, die ein Landrover nicht schafft, würde man doch lieber schräg fahren, sich von einem Segel unterstützen lassen und den Motor in ganz widrigen Fällen mitlaufen lassen. Bei der Lage, die man dabei schiebt, kann ein Naßsumpf-Motor aber Schmierungsprobleme kriegen. Hat ein Elektromotor keine Probleme mit.

    Dieselpest samt verstopfter Filter, wenn Du nach 40 Jahren zum ersten Mal das letzte Achtel des Tanks brauchst, kennt der E-Motor auch nicht.


    So schlecht schneidet er nicht ab, was Produktionsfehler, Probleme mit der Elektronik oder ähnliches natürlich nicht ausschließt.

    Dass man die Akkus vollkriegen muss, hat sich ja auch rumgesprochen. Je weniger man motort, umso einfacher wäre das.

  • Ich habe mittlerweile viele Steggespräche rund um das Thema Elektroantrieb. Es dreht sich dabei fast ausschließlich um zwei Themen:


    Erste Frage ist meist, weit man damit kommt (20 sm bei Flaute, über 100 sm dänisch kreuzend).


    Und dann wird direkt im Anschluss das Herz ausgeschüttet, welche Probleme, Sorgen, Aufwand, Geruch... der eigene Diesel erzeugt. Jeder Antrieb ist nur so gut und zuverlässig wie er gepflegt und gewartet wird. Und das ist beim Diesel nunmal wesentlich aufwändiger.

  • Ein E-Antrieb mag ja noch fuer geschuetzte oder, sagen wir mal, kompakte Reviere funktionieren.

    Aber, spaetestens beim Fahrtensegel, ueber laengere Strecken, oder in Revieren mit Tiede und Stroemung ist's dann aufgrund mangelnder Energiedichte auch ziemlich schnell Schluss.


    Ich weiss auch garnicht wo all die vielen Batterien untergebreacht werden sollen, auch wenn heute die schwimmfaehige Mindestgroessse bei 40 Fuss sein soll. Fluessigkeiten lassen sich immerhin in beliebig geformte Tanks abfuellen.


    Boote muessen zudem inzwischen auch superleicht sein, damit's ueberhaupt schwimmt und gleiten kann und das ist bei einem einigermassen realistischen Energiehaushalt und Vorrat schlicht nicht praktikabel.


    Ja, frueher hatten die Yachten auch keinen Motor ... Frueher haetten die meisten von uns, als das Gros der Bevoelkerung um's nackte Ueberleben kaempfen musste, auch nicht das Problem gehabt. Der Rest hatte dann wohl auch eine professionelle Crew, die das Schiff wieder heimbracchte wenn der Herr Obergeheimrat (bitte hier passenden Titel einfuegen) Montagmorgens wieder im Buero sein musste. Ich finde diese Retro/Nostalgiediskussionen immer wieder lustig.


    Da wir schon dabei sind und zum Thema Hilfsantrieb: Frueher (Ja, frueher) wurde erwartet dass der (Hilfs) Motor ein Boot bei Totalflaute mit etwa der gleichen Geschwindigkeit vorantreibt wie man es haette rudern koennen. Also, mit 1.5 bis 2 kn. Der Motor hatte ja dann auch etwa 1,5 bis 3 PS und wurde mit einer Fluessigkeit oder anderen betrieben die man ueblicherweise in der Apotheke kaufte. Heute muss der "Hilfsmotor" mindestens Rumpfgeschwindigkeit bringen.


    Erwartugshaltungen und Anspruch scheitern oft an der technischen Realitaet.

  • Elektrisch? nur wenn es gelingt Zitteraale wehrend der Fahrt anzuzapfen zum nachladen. Hi.

    Gruß SY mona Willi

  • Wenn ich mich beim segeln (Westliche Ostsee) umschaue, dann motoren immer irgendwelche Leute, egal wie günstig der Wind ist. In der Regel sind wohl 50 % der Boote nicht unter Segeln. Lese ich hier Törnberichte deckt sich das mit den Anteilen, die motort werden.

    Natürlich geht das nicht elektrisch. Punkt.


    Wer aber segelt, wirklich segelt, für den geht auch ein E Antrieb.

  • Wenn ich mich beim segeln (Westliche Ostsee) umschaue, dann motoren immer irgendwelche Leute, egal wie günstig der Wind ist. In der Regel sind wohl 50 % der Boote nicht unter Segeln. Lese ich hier Törnberichte deckt sich das mit den Anteilen, die motort werden.

    Natürlich geht das nicht elektrisch. Punkt.


    Wer aber segelt, wirklich segelt, für den geht auch ein E Antrieb.

    Und Motorlose Segelei auf der Ostsee habe ich auch in jüngster Vergangenheit erlebt.

    SeePfadfinder mitn Kutter, ne Familie mit Folke, der FKY -Häuptling Wilfried Horns mit seiner 7 KR so um 2010 rum paar Jahre, auch so um 2008 war der ASV Berlin mit seiner motorlosen "Prosit" an der Ostsee (Walross 3 war schon verkauft, Walross 4 noch nicht fertig).

    U.S.W.

    Ich brauche keine Therapie. Ich muss nur segeln.