Windmessung nötig?

  • Hallo zusammen,


    Ich habe derzeit keinen Windmesser auf dem Mast und habe eigentlich vor die nächste Zeit auch ohne auszukommen,

    Welche Argumente gibt es für eine genaue Messung des Windes?

    Man kann die Richtung und die Windstärke ja ziemlich gut schätzen. Außerdem sieht man die Richtung (AW) am Verklicker.

    Was spricht für eine elektronische Messung?

  • Eine genaue Windmessung ist interessant


    * für Regattasegler (die können besser segeln, wenn sie genauer wissen wie der Wind ist)

    * für Anfänger (die können den Wind noch nicht so gut abschätzen)

    * für Mehrtagessegler (wo evt. der erfahrene Bootsführer nicht jederzeit im Cockpit ist und dann auch unten weiß, was abgeht)


    Sam Holmes ist - wenn ich mich recht erinnere - über ein Jahr über den Atlantik, durch die Irische See, den Caledonia Canal und über die Nordsee nach Norwegen und dann Schweden geschippert, bevor er sich einen Windmesser gegönnt hat. Es geht also auch ohne.


    Mir hat der Windmesser beim Lernen geholfen. Wenn man genauer sieht, was der Wind und das Boot macht (Logge), sieht man schneller was für einen Effekt eine Trimmmaßnahme hat.

    Arbeite am Unterwasserschiff. :grinning_squinting_face:
    Segle mit nur ein Jahr altem Unterwasserschiff. :grinning_squinting_face:
    Irgendwann muss ich wieder ans Unterwasserschiff. :loudly_crying_face:

  • Hallo zusammen,


    Ich habe derzeit keinen Windmesser auf dem Mast und habe eigentlich vor die nächste Zeit auch ohne auszukommen,

    Welche Argumente gibt es für eine genaue Messung des Windes?

    Moin, keine direkte Antwort auf die Frage, aber es gibt auch Handwindmesser. Hochhalten, ablesen, fertig. Steht halt nicht ständig auf dem Display, muss dafür aber nicht aufwendig installiert werden und kostet gebraucht etwa 50 Euro.


    Gruß Ralf C.

    Laminare necesse est

    .

  • Ich sitze bei moderatem Wind gern in Lee. Da kann ich den Verklicker nicht sehen, da ihn das Segel verdeckt. Da hilft die Elektronik.

    Wenns sein muss geht es aber auch ohne mit Fädchen an den Wanten.

    Gewendet wird erst, wenn die Möwen am Strand auffliegen :winking_face:

  • All diese Gimmicks sind toll und durchaus hilfreich. Allerdings kommt man mit ganz wenig aus. Windmesser brauchst du nicht. Zum einen kannst du diesen sehr gut über das Erscheinungsbild der See ableiten, zu anderen hast du das Feedback deines Boots.

    Mein Rassy hatte 41Jahre keinen und schwimmt immer noch.

    Einer der wenigen Sachen, auf die ich nicht verzichten würde ist dagegen der Tiefenmesser 😊

  • Ich sitze bei moderatem Wind gern in Lee. Da kann ich den Verklicker nicht sehen, da ihn das Segel verdeckt. Da hilft die Elektronik.

    Wenns sein muss geht es aber auch ohne mit Fädchen an den Wanten.

    Ich dachte es geht hier um wieviel, und nicht um woher.


    Gruß Klaus

    Ab Windstärke zwölf gibt es keinen Atheisten mehr.( Helmut Gollwitzer)

  • Wir haben ne normale Windlupe und ne gespreizte.

    Ich fahr ganz hoch und ganz tief gern nach der Anzeige.

    Ist einfach bequemer als ständig Kopp in Nacken zum 20 m entfernten Verklicker.


    Das wieviel ist praktisch zum reffen und generell, um zu sehen ob man alles richtig macht d.h. ob der Speed passt.


    Aber natürlich ginge es auch ohne.

  • ... Was spricht für eine elektronische Messung?

    Nichts. Solange man den Verklicker noch sehen kann :winking_face:


    Mit welcher Windstärke genau es gerade weht, ist höchstens fürs Logbuch interessant (und um festzustellen, dass man meistens um +1 Beafort irrt).

  • Kommt aufs Boot an und wie zügig man es über die Bahn jagen will.

    Auf einer Vindö 32 und auf Jollen brauche ich das auch nicht. Auf meinem Dampfer aber ganz gewiss.

  • Ich hab seit diesem Jahr die Raymarine Masteinheit dran und kann nach jetzt ca. 300 SM damit sagen, ich will es nicht mehr missen , insbesondere unter Auto Pilot. Wenn man dann noch im Plotter das passende Polardiagramm hinterlegt, weiß man wie gut man seine Segel getrimmt hat. Inzwischen ärgere ich mich nicht schon ein Jahr vorher den Mast gelegt zu haben um das Kabel ein zu ziehen, die Einheit lag nämlich ein Jahr ungenutzt im Keller, was mit meinem Wissen von heute dämlich war.

  • Ein weiteres Argument für einen Windmesser wäre die (bessere) Ablesbarkeit nachts.

  • Wobei ich ganz ehrlich bei einer Vindö 32 keinen Windmesser installieren würde. Ich kenn ja die Fahrgewohnheiten nicht, aber das ist ein shcönes Fahrtenboot mit überschaubarer Masthöhe -super gemütlich, tolle Optik, aber da sollten Trimmfäden hinten am Groß ausreichen zusammen mit einem normalen Verklicker.

  • Ich habe derzeit keinen Windmesser auf dem Mast und habe eigentlich vor die nächste Zeit auch ohne auszukommen,

    Das sagt doch genau alles. Warum stellst du die Frage? Wenn du es nicht vermisst, brauchst du dich damit wirklich nicht zu beschäftigen.

    Der Windmessgeber auf dem Mast, egal ob drahtlos oder konventionell mit Kabel, macht doch immer wieder nur Schwierigkeiten. Lies aufmerksam im Forum über Spinnen, defekte Akkus, verlorene Verbindungen, Kabeltennungen, die nicht funktionieren, durchgescheuerte Leitungen …

    Lasse es sein! Du ersparst dir eine Menge Ärger.

    Uwe

    Wenn man einen Stander möchte geht das so:

    • Konversation (PN) oder E-Mail an ugies.
    • Adresse angeben.
    • Stander kommt per Post mit offener Rechnung.
    • Überweisung und gut. 🙂

    Kosten: SF-Stander 7,00 €, Versand 1,10 €


    Nordyacht Uwe Giese

  • Welche Argumente gibt es für eine genaue Messung des Windes?

    Abgleich von "gefühltem" Wind mit echter Windstärke. Damit ähnlich einem Thermometer, das wie der Anemometer ja auch einen nautischen Nutzen hat.

    Auf die Weise sammelt man entweder in der Hirnrinde oder aud Papier Daten. Erfährt man dann im Wetterbericht z.B. von Böen bis 7, kann man entsprechend (!) reagieren. Entsprechend heißt dann möglicherweise auch gar nicht, falls das gerade "entsprechend" sein sollte. Anders herum bei Leichtwindsegeln ebenso.


    Es gibt auch Handwindmesser. Hochhalten, ablesen, fertig.

    Der Vorteil von denen: man kann sie auch mal mitnehmen, auf eine Mole, einen Deich oder an ein Kap. Wenn man neu mit neu vergleicht, tut es sich preislich wenig. Einen zum Mitnehmen sollte man ohnehin haben.


    Der Nachteil an Bord: man nutzt sie bestenfalls, wenn sonst nichts zu tun ist. Außerdem erübrigt sich durch den punktuellen Einsatz ein Auswerten von Grundwind und Böen.

    Mit heutiger Bustechnik und Software sicherlich ein Kinderspiel, Grundwind, Böen, Kurs zum Wind und Geschwindigkeitsänderungen abzugleichen und daraus die Segelfläche zu optimieren. Wenn es nach 100 Meilen um 10 cm mehr oder weniger geht, hilft einem so etwas wie Gefühl rein garnichts.


    Der Anemo* hat ein Gewinde, mit dem man ihn auf ein Stativ schrauben kann. Man hätte zumindest die Hände frei und kann eine Weile lang die Anzeige beobachten. Aber wehe etwas berührt das Schalenkreuz. Ich behandele meinen immer wie rohe Eier.


    Nach einer Weile, mit etwas Erfahrung UND wenn es nicht um 10 cm geht (s.o.), braucht man keinen Anemometer mehr, zumindest keinen, der nichts aufzeichnet. Wenn man schon aufzeichnet und das nicht aus Wettbewerbsgründen sondern aus nautischen Gründen tut, dann wäre es natürlich gut, die anderen Wetterdaten ebenfalls aufzuzeichnen. Das bildet eine bessere Grundlage für eine Wettervorhersage, die die nächste Stunde umfasst, als das letztlich doch immer punktuelle Beobachten.


    * https://www.toplicht.de/de/nav…4020/handwindmesser-anemo