Hat sich das Wetter in den letzten Jahren verändert ? Könnte es mit dem Klimawandel zu tun haben?

  • Irgendwie habe ich selbst und wenn ich manchen Thread im Forum lese , den Eindruck das unser Wetter an der niederländischen und deutschen Küste zum schlechten verändert hat.


    Damit meine ich nicht nur den sehr nassen Sommer in den Sommerferien letztes Jahr sondern auch die teilweise extremen Hitzeperioden in Jahren davor.


    Ich bin von meinem 2 wöchigen Urlaub vor 2 Wochen zurück gekommen, gefühlt hatte ich in den zwei Wochen in kurzer sich wiederholender Folge alles an Wetter was die niederländische Küste das ganze Jahr über zu bieten hat , einmal sogar an einem einzigen Tag.


    Ich hatte Sommerliche Temperaturen , herbstliche Temperaturen, viel Regen , gar kein Regen , mega viel Regen , viel Wind , Starkwind, leichter stürmischer Wind und kurzzeitig immer wieder totale Flaute.


    Natürlich gab es das alles schon aber im Moment habe ich das ungute Gefühl das hier etwas in unseren Wettersystemen durcheinander gekommen ist oder in Bewegung ist , was wir zu unseren Lebzeiten auch nicht mehr ändern können.


    Deswegen möchte ich hier keine Klimakriesen Diskussion im Tenor ich fahre nur noch elektrisch usw. , vielmehr geht es mir darum , habt ihr auch den Eindruck das sich etwas ändert und wenn ja wie geht ihr damit um?


    Ich will zunächst erstmal etwas Windunempfindlicher zu werden und auch bei mehr Wind zu segeln. Heißt auch bei steifen 20kt geht's aufs Wasser. Nur wie kombiniere ich das mit meiner Familie?


    Fragen für die ich alle noch keine richtige Antwort gefunden habe.


    Wie seht ihr das ?

  • Hier an Ostsee ein normales Frühjahr und Frühsommer. Wasser um 14. Schafskälte, im Mai Ost und viel Sonne. Also, wie es sich gehört. Freitag ist Schafskälte vorbei und wir sehen die 20 wieder. Regenmengen sind ok. Der Winter war nass, aber da war dran nach den Dürreperioden 2021 und 22.

  • habt ihr auch den Eindruck das sich etwas ändert und wenn ja wie geht ihr damit um?

    Ostsee

    Was schon seit einigen Jahren gesagt wird; die Böen sind stärker geworden, weichen mehr vom Mittelwind ab.

    Machen kannste da nix. :nixweiss2:

  • Tja, Klimawandel. Ich weiss nicht. Prinzipiell verändert sich das Klima ja ständig und das Wetter ist mal so und mal so. Das geht aber solange ich mit meinen 63 Jahren denken kann. Die angeblich heissesten Sommer haben wir in den 60-er Jahren teilweise übertroffen und was ich da an Sommerstürmen und Gewittern erlebt habe ist glaube ich nicht viel anders oder besser gewesen als heutzutage. Aber das ist halt meine persönliche Meinung. Wir waren die letzten Jahre im Sommer immer in Friesland/Niederlande. Wir hatten super Wetter und durchzogenes Wetter, aber nie so richtig mies. Ich erinnere mich aber an Sommer an der Ostsee vor 20-30 Jahren, die eine einzige Katastrophe waren. Insofern: Das Wetter ändert sich und zwar ständig. Zudem ist mittlerweile ja bekannt, dass man beim "Wetter machen" ja schon lange seine Finger im Spiel hat und zwar nicht wegen Industrialisierung, oder vermehrtem Verkehrsaufkommen zu Wasser, zu Lande und in der Luft....

  • Das Wetter hat sich geändert: unbeständiger, und die alten Regeln gelten nicht mehr. Letztes Beispiel die Ostlage von mehr als 4 Wochen über der süd - westlichen Ostsee.


    Generell haben die Ausschläge zugenommen: mehr Hitze, mehr Kälte, mehr Regen, mehr Wind.

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    Autokorrektur ist grässlich!
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  • Ich habe das Gefühl das dieses Thema ein unendliches, und leider mangels Kenntnis einer themengerechten Datenanalyse aus der Wissenschaft, ein sehr von subjektivem Erleben geprägtes sein wird. Was die Meteorologen allerdings übereinstimmend sagen ist, dass Wetterlagen nun häufig länger anhalten, weil der Jetstream stärker mäandert, und so blockierende Hochs, oder wie im Augenblick, steuernde Zentraltiefs für wochenlang gleiches Wetter sorgen. Ich persönlich habe davon sowohl schon profitiert wie z.B. 2018 oder 2020 wo ich im Urlaub teilweise fast keine Segeljacke gebraucht habe. Aber auch schon gelitten, wie z.B. 2021 oder letztes Jahr. Wo es in meiner knappen Urlaubszeit beständig unbeständig war, weil ein Tief nach dem anderen durchrauschte.

    Ich hoffe also dieses Jahr wieder auf ein blockierendes Hoch zur rechten Zeit. :sonne:

    Ein Freund ist, wer Dich für gutes Schwimmen lobt, nachdem Du beim segeln gekentert bist.

  • Das mit dem Jetstream verstehe ich und darauf wird von den Experten ja auch immer wieder hingewiesen. Aber was sind steuernde Zentraltiefs?

    Das sind großeTiefdrucksysteme an deren Rändern sich immer wieder kleinere Randtiefs bilden, welche dann alle fast die gleiche Zugbahn einschlagen.

    Ein Freund ist, wer Dich für gutes Schwimmen lobt, nachdem Du beim segeln gekentert bist.

  • Ich stand heute an der ältesten Burg Schleswig Holsteins (1240) an dieser Ruine hat man nach dem Hochwasser von 1872 eine Tafel angebracht. Wenn es heute nochmal diesen Stand erreichen würde wären die festen Stege in im Bereich Fehmarn ca. 2 m unter Wasser……

    Viele Grüsse


    Dieter

  • Ich habe das schon vor vielen vielen Jahren so Beobachtet, der Wind hat zugenommen, hab ein Buch hier liegen Ijsselmeer aus Anfang der 90er, darin eine Windstatistik. Ich selber habe vor 13 Jahren schon reagiert und meine in 2000 neu gekaufte Sun Odyssey verkauft und mir eine alte Contest zugelegt. Mit dem 50% Ballast segel ich bei ner Mütze Wind deutlich entspannter, Die Hochdrucklglocken ohne Wind gab es zuletzt in einer längeren Phase bis maximal 2008 denke ich. Nach den Trockensommern um 2018 war es vorbei. Alles eher Wechselhaft. Die obligatorischen erste drei August Wochen ( Urlaub ) mit nahezu Schönwettergarantie Geschichte. Sicherlich gibt es nach wie vor schöne Phasen, jedoch immer nur in kurzen Abschnitten und diese gilt es zu nutzen.


    Thema Regen mal am Rande erwähnt, ich fahre seit Jahrzehnten morgens von LEV nach Wuppertal zur Arbeit. Am kreuz Hilden gibt es wenn man zur A46 abbiegt eine Bullenwiese. Hier haben sich seit Oktober 2023 zwei kleine Seen gebildet, welche seit dieser Zeit dort stehen. Das gabe es noch nie in den letzten Jahrzehnten, dies zeigt das es einfach seit einem 3/4 Jahr deutlich zu Nass ist hier.

  • Sonst empfehle ich noch die Lektüre des "Segelhandbuchs der kaiserlichen Marine für den atlantischen Ozean", gern vor 1910 um Vergleichswerte zu sehen. Auch um die Starkwindhäufigkeit im 100 Jahres Zeitfenster beurteilen zu können. Geologie und Meteorologie sind keine Wochenprojekte.

    Viele Grüsse


    Dieter

  • Von der Ursache mit dem Jetstream habe ich auch schon gelesen und auch schon mal eine Dokumentation darüber gesehen, dass klingt für mich auch schlüssig. Wäre auch eine Erklärung für die lang anhaltenden Wetterlagen. Heißt wenn man das stationäre Tiefdrucksystem hat, gibt es genau das Wetter was uns so nervt , ständig wechselnde Winde in Richtung und Stärke sowie viel Regen. Bei dauernder Hochdrucklage eben dürre , Trockenheit und viel Flaute.


    Heißt eigentlich entweder man braucht Leichtwind Beseglung oder Starkwind Beseglung und die klassische Genua bleibt öfters unter der Vorderkoje .

  • Ich habe irgendwie das Gefühl, dass sich die ganzen Jahreszeiten "verschieben". Anstatt Anfang Mai -kann mich noch sehr gut an 2018 erinnern, als ich sogar schon im April mit kurzen Hosen mit meinem ersten Boot segeln war- wird es jetzt erst irgendwann im Juli warm.

    Aber dafür gibt's eben im November noch keinen Schnee, sondern noch immer über 20°.


    Aber das Wetter die letzten beiden Wochen ist schon extrem. 9°!!!! Da war es im Januar und Februar ja wärmer.


    Edit: Aber ich will ehrlich zu euch sein. Ich bin schuld.

    Würde ich morgen nach Hause fahren, gäbe es das schönste Sommerwetter.

  • Ich habe über Jahre geplant, die nächsten Segel beim Tuchgewicht etwas leichter zu bestellen…das habe ich aufgegeben.

    Insgesamt steigt die gefühlte Häufigkeit von extremen Wetterereignissen deutlich an, auch wenn die Durchschnittswerte „nur“ moderat steigen..

    viele Grüße,
    Bodo

  • Wir hatten im Verein einen Vortrag von Wetterwelt, Sebastian, im Winter zum Thema:

    Fazit: Die Atmosphäre wird instabiler, Böen. Durch unterbrochenen Jetstream kommt es häufiger zu statischen Wetterlagen: 2023 das Hoch im Frühsommer, das einfach blieb und blieb. dann das Norwegentief wie jetzt, das kaltes Schauerwetter bringt und ständig kühle Luft ran schaufelt. Nicht neu, aber öfter vorkommend: Tiefs aus der Region Norditalienn, die über CZ und PL abziehen und voll mit Wasser sind und daher starken Regen bringen.

  • Selbstverständlich hat eine Veränderung des Klimas Einfluss auf das Wetter -- Wie sollte es auch anders sein?
    Mehr Wärme bedeutet: Mehr Energie und deswegen auch heftigere Stürme und Höhenwinde, Entladungen, Hitzeereignisse. Eine "Hurricane Class 6" ist in Vorbereitung: https://www.npr.org/2024/02/06…esignation-for-hurricanes

    Die Datenlage ist übrigens eindeutig: Das CO2, dass unsere Erde so kuschelig warm werden lässt, ist definitiv menschengemacht. Nachweisen kann man das durch den Mangel an C14 Isotop: CO2 aus fossiler Verbrennung ist nahezu frei davon, "natürliches" nicht. Grund ist, dass fossile Brennstoffe kein C14 Isotop mehr enthalten, weil es im Laufe der Millionen Jahre zerfallen ist.

  • Mein subjektives Empfinden ist, dass wir vor 20-30 Jahren noch mehr "in der Mitte" waren vom Wetter... also man hatte tagelang leichte Bewölkung und 3-4 Bft Wind, meist aus relativ stabiler SW-Richtung oder eben Ost. Die Richtungen sind in etwa gleich geblieben, seit einigen Jahren habe ich aber zunehmend das Gefühl, dass das Wetter nur noch zwischen Extremen pendelt. Also entweder min. 30°C im Schatten und totale Flaute, oder dunkelgrau bewölkt 15°C und 7Bft und alles was es früher dazwischen an Wetter gab ist irgendwie abhanden gekommen...


    Die Jahresmittelwerte bleiben dadurch ungefähr gleich. Die Wintersaison 2023/24 habe ich genau ein Wochenende mit unter 7 Bft Böen geloggt, und da hatte ich nun gerade keine Zeit zum Segeln... Im Mai gab es ein paar schöne Tage, in den Osterferien waren wieder 7 Bft, Nachtfrost und 2m Welle, den Tag darauf erst Flaute und dann 7 Bft, dazwischen nichts.

  • Ja geht mir auch so, ich habe auch den Eindruck das es nur noch extrem gibt. Im letzten Urlaub Sommer 2023 hat mich das mega genervt. Jetzt hatte ich zwei Wochen Urlaub auch mit wie oben beschrieben Extremen , zum Anfang des Urlaubs war meine neue Selbstwendefock fertig. Mein Fazit nach zwei Wochen segeln , mein Wetterbereich ist größer geworden. Bei 24 knoten Fock völlig ungerefft , Groß im zweiten Reff geht die Dehler ab wie Schmitzkatze und macht spaß , 7 knoten im Mittel auf der Uhr beim Amwindkurs , beim richtig knefen immer noch um 6 knoten und etwas raumer sind auch 8kt auf der Logge.


    Ich glaube beim nächsten Groß bekomme ich dann noch eine 3 Reffreihe.


    Da wir das Wetter nicht ändern können müssen wir uns anpassen. Nur das nasse nervt , nicht graußen aber wenn man in die Kajüte zurück geht.


    Bewehrt hat sich auch die neue Thermo Unterwäsche (Icebreaker) aus dem Outdoor Laden.


    Die Fock ist radial genäht aus dem schwersten Dacron welches Sail Select (Rolly Tasker) anbietet.