Hat sich das Wetter in den letzten Jahren verändert ? Könnte es mit dem Klimawandel zu tun haben?

  • Ich nutze Windy und Windfinder beide mit einer ähnlichen Trefferquote, dass liegt nicht an den Modellen sondern an den schwierig zu vorhersagenden Wetterlagen.

  • In Dk dmi.dk. Sowas gibt es bestimmt auch für nl, einen staatlichen Wetterdienst, der meist besser arbeitet, weil neben Computermodellen auch echte Menschen die Daten ansehen und interpretieren. Unser Seewetteramt in Hamburg ist auch nicht schlecht mit seinem Küstenwetterbericht, nur grafische Aufbereitung für Smartfone ist leider mangelhaft. Dennoch nutze ich deren App.Seewetter. Zuverlässig ist sie.

  • nur, dass Windy ähnliche Werte liefert. Wenn ich sie mal vergleiche.

    Das kann so in dieser Pauschalheit nicht sein. Bei Windy kannst du das Wettermodell einstellen. Da sind dann je nach Modell sehr unterschiedliche Vorhersagen zu sehen. Wenn du GFS einstellst, dann ist das Ergebnis möglicherweise sehr ähnlich wie bei der Windfinder-Langfristvorhersage. Aber mit GFS will man in den meisten Seegebieten eigentlich auch nicht eine Wetterplanung machen, zumindest wenn es über einen Tag hinausgehen soll.

  • Welches Modell sollte man dann einstellen?

    Hängt von der Region ab.


    Ich würde aber tatsächlich noch einen Schritt weiter zurückgehen und nicht "sklavisch" auf die Zahlen bei den Windstärken schauen, sondern mir die Wettergebilde und deren Zugrichtung (+ als Zahlen wenigsten deren wichtigsten Kennwerte) in den verschiedenen Modellen anschauen. Das geht mit dem Schieberegler ja super einfach.


    Es ist völlig unmöglich mit sinnvoller Sicherheit vorherzusagen, ob die Böenspitzen morgen bei 13 oder 20 kts liegen. Das ist im Bodenbereich für einen bestimmten Bereich völlig unmöglich und völlig ausgeschlossen. Da würde man von der Meteorologie etwas verlangen, was sie physikalisch überhaupt nicht können kann. In dem Zusammenhang muss man auch unbedingt verstehen, wie Böenspitzen vorhergesagt werden.


    Der Grundwind ist im offenen Gelände schon deutlich einfacher vorherzusagen, aber auch da gilt, dass man wissen muss, welchen Einflüssen der Bodenwind unterliegt, damit man im Nachhinein nicht sagt, es waren 10 kts vorhergesagt, aber tatsächlich waren es bei mir dann doch 16 kts und meint die Wettervorhersage wäre schlecht.

  • Ganz kurz, dann bin ich ruhig:

    Klima und Wetter sind zwei paar Schuhe, näher ausführen möchte ich das hier nicht, Google regelt.


    Meine Beobachtungen aus 19 Jahren Westküste Schleswig Holstein:

    Im Sommerhalbjahr hat sich nichts Wesentliches geändert, in der kalten Jahreszeit sind die Veränderungen aber deutlich spürbar. Es wird wesentlich milder und deutlich nasser. Die Vegetationsperiode wird länger. Frühblüher und einige frühaustreibende Gewächse bekommen Probleme, da sie teilweise 3,4 Wochen früher austreiben und dann noch einmal eine Frostphase kommt. Das macht dann auch den Insekten zu schaffen, die jetzt früher unterwegs sind. Andersherum ist richtiger Bodenfrost mittlerweile die Ausnahme. Tage, an denen gestreut werden muss, kann man an den Fingern abzählen. Eisgang im Wattenmeer kommt so gut wie nicht mehr vor. Die meisten Pricken überleben so die Wintersaison.

    Extreme Unwetterlagen sind hier aber weiterhin die Ausnahme, Nord- und Ostsee sind da gute Temperaturpuffer.

    Die langen Ostwindlagen gibt es regelmäßig, unbeständiges Wetter im Juni/Juli ist nun auch nicht so außergewöhnlich. Mai und September bis Anfang Oktober sind nach meinen Beobachtungen die beständigsten Zeiträume. Dann wird es langsam bis Ende März extrem ungemütlich, die zweite Aprilhälfte ist toll, aber leider noch sehr kalt.

    Das ist jetzt aber lediglich mein persönliches Empfinden als Wahlnordfriese, der das ganze Jahr über so viel Zeit wie möglich an der frischen Luft verbringt.

    Verwahrlostes Mirror Dinghy als Restaurationsobjekt gesucht, gerne auch einen vermeintlich hoffnungslosen Fall. Suchanzeige bei Kleinanzeigen.


    Falls jemand noch einen Holzopti im erbärmlichen Zustand im Bereich nördliches Schleswig Holstein rumfliegen hat, ich brauche demnächst Nachschub... :erschrocken:

  • Als bekennender Warmduscher und jemand der den Zorn von Gattin und Tochter gerne weiträumig umgeht, nutze ich Windy in der premium Variante. Ich schaue mir die vergleichende Ansicht an und plane mit dem schlechtesten forecast. Das passt weitgehend zwischen Barcelona/Tarragona und den Balearen. Meist ist Arome der Realität am nächsten

    viele Grüße,
    Bodo

  • Bei Windy auch gerne mal die Nadel immer auch mit Abstand entlang der Route stecken. Es kann ja sein dass man sich gerade noch entlang eines Vorhersage Quadrat befindet. im nächsten Quadrat sieht es dann schon wieder anders aus. Ich meine je nach Wetterdienst (und Bezahlung) ist die Auflösung zwischen 1X1km bis 20x20km für ein Vorhersagegebiet.

    Ich steche also bei der Tourenvorbeitung auch gerne alles links und rechts 5-10sm Gebiet rund um die Route ab.

    Schön zu sehen z.B. wenn man mal den Greifswalder Bodden "absticht". Im Boden 6bft NO, Greifswalder Oie zeigt 7bft. Dann orientiere ich mich lieber an der Vorhersage der Oie.

  • Mich interressiert eigentlich nur der Grundwind, Boen kommen und gehen, mal kurz auf der Backe liegen finde ich jetzt nicht so schlimm. Genau dieser Grundwind stimmte oft nicht , wie gesagt die Zuverlässigkeit hängt auch mit der Wetterlage zusammen , nur gerade wenn es so ist wie hier Beschrieben also diese in der Meander des Jetstream festhängende Tiefformation , dann passt es seltener, dass ist zumindest mein subjektiv beobachter Eindruck. Das gilt natürlich nur für mein Revier heißt Nordseeküste oder auf das Modellfliegen bezogen Rheinland um Koblenz. (nur beim fliegen will ich natürlich wenig Wind)

  • foxausrhens

    Standardmodel bei Windy ist wohl ecmwf mit 9km Kantenlänge des Vorhersagebereichs. Das ist um längen genauer als das gfs-Model mit 22km Kantenlänge.

    Am besten ist wohl Arome mit 1,3km Kantenlänge.

  • Wie extrem wird das Wetter, Sven Plöger?: Die Macht des El Niño
    Starkregen, Wirbelstürme, Hitzewellen – Bringt El Niño das Wetter auf der ganzen Welt aus dem Takt? In Panama sucht Sven Plöger im Ozean und im Regenwald nach…
    www.ardmediathek.de


    Und sein Buch heißt:

    ZIEHT EUCH WARM AN, ES WIRD NOCH HEISSER!

    Den WE-Wetterpodcast von WetterWelt höre ich auch manchmal.


    Das Wetterthema insgesamt zu verstehen fällt mir aber schwer. Es ist viel Interpretation, manches vage formuliert und dann zieht der wind dann doch schneller oder langsamer durch. Von Tag zu Tag planen wir nur noch.

    Und wie Rüm Hart schon sagte, unsere Hafentage werden mehr. Morgens 6-8 Knoten gegenan geht ja noch, nachmittags sind dann gerne mal 20 und dauerhaft gegenan zuviel für uns Rentner.

    Ich habe auf de jetzigen Törn umgedacht. Es ist nicht mehr nur das Segeln, was zählt sondern mehr und mehr das Entdecken schöner Fleckchen Erde an Land und natürlich gemeinsam verbrachte Zeit an Bord. Für Rentner machbar, aber wer nur 1-2 Wochen Zeit hat - schwierig.

  • Das ist um längen genauer als das gfs-Model mit 22km Kantenlänge.

    Am besten ist wohl Arome mit 1,3km Kantenlänge.

    Nein, das ist eine Vermischung von zu unterschiedlichen Dingen. Die Auflösung ist für uns Segler eigentlich oft auch kein besonders wichtiges Kriterium, insbesondere wenn es nicht um die Tagesvorhersage geht. Viel wichtiger ist bei der Vorhersage über mehrere Tage die Großwetterlage treffend vorherzusagen, was die unterschiedlichen Modelle je nach Region besser oder schlechter können. Die Auflösung sagt, wobei ich das nicht so genau weiß, mehr darüber aus, wie viel zwischen den berechneten Ortspunkten interpoliert wird, aber wie gesagt da kann ich mich auch täuschen, weil die Maschenweite der Modelle für mich beim Segeln fast nie eine Rolle spielt.


    Oben hatte es ja schon jemand geschrieben, dass man sich auch immer die benachbarten Regionen einer Route anschauen soll. Und das geht eben am besten in grafischer Form mit einer Karte. Die Windfinder-Tabellen sind als sinnvolle Wettervorbereitung für einen Törn eigentlich oft eher nutzlos. Und auch deren Karten sind nur bedingt tauglich. Da sind keine Fronten eingezeichnet, keine Tröge und keine Tief- und Hochdruckkerne. Wie solle man anhand solcher Karten das Wetter verstehen?