SBF mit Segel Binnen und See hauptsächlich für Holland

  • Moin zusammen, da die Anschaffung eines Segelbootes gefühlt absehbar ist, überlege ich derzeit, wie wir das mit der Ausbildung machen. Ich für meinen Teil habe rudimentäre Bootserfahrungen durch Optimist, Laser und Friendship 26 meines Kumpel, und 150 m Vollcontainerfrachter, den ich mehrfach zwischen Finnland und England steuert durfte bzw. musste 😉.

    Meine Frau hat sich bisher auf den Booten immer seh wohl gefühlt und gesonnt aber ist selber noch nicht gesegelt. Sie möchte aber auf jeden Fall die Ausbildung machen.

    Nun frage ich mich da der Plan ist, dass Boot am Grewelingermeer in eine Box zu stellen, wie erstens aktuell. Die Rechtslage ist in Holland, da ich hierzu unterschiedliche Informationen gehört habe.

    Zweitens wüsste ich gerne, ob es Vor oder Nachteile hat den Schein in Holland oder in Deutschland zu machen, oder ob das rechtlich keinen Unterschied macht auch mit Hinblick, dass wir vielleicht mal in Deutschland segeln würden.


    Ob wir die Theorievorab online lernen oder in einer Schule machen, kann ich noch nicht sagen, eigentlich wäre es mir am liebsten in Holland gleich in einem ordentlichen Gewässer zu lernen. Zumindest stelle ich mir vor, dass dies gleich mehr Praxis Erfahrung bringt.


    Noch ein Punkt, den ich aktuell nicht in Erfahrung bringen konnte, wie verhält es sich mit See Funkgeräten und oder AIS? Ist das grundsätzlich das gleiche, oder ist AIS etwas anderes? Darf so etwas einfach auf dem Boot sein oder brauche ich auch hierfür eine Prüfung?

    Grundsätzlich denke ich, ist es absolut sinnvoll, irgendeine Art Funkgerät an Bord zu haben, um bei einem Notfall Hilfe zu bekommen oder geben zu können.


    Vielen Dank vor ab für eure Unterstützung und hilfreiche Informationen hierzu.

    Grüßle Joe


    Opti-Eltern sind die schlimmsten...

  • Schein in Deutschland machen.

    Erst SBF See, dann Binnen Motor / Segeln

    Erst SRC, dann UBI.

    AIS macht einen Unterschied, ob "nur" Empfänger oder auch Sender.

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


    Jeden Abend ´nen Bier - Ganze Leben Alkoholiker


    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...


    Cetero credo Putin esse delendum.

  • Mach den Schein in D. Erst SBF See, danach brauchst du nur noch eine recht kleine, schriftliche Prüfung für SBF Binnen. Beides natürlich unter Segel und Motor. Das Wissen für den SKS halte ich für das segeln in Tidengewässern für unabdinglich. Den Schein kannst du später machen. Bücher für SBF-See/SKS in Kombination gibt es wohl verschiedene...


    Funk und AIS sind erstmal verschiedene Dinge. AIS-Empfänger zeigen dir die Lage der Schiffe auf der elektronischen Seekarte an. Wenn du einen Sender hast, dann wirst auch du angezeigt, bzw. für andere Schiffe auf der Karte sichtbar. Das ist somit ein Sicherheitstool.


    Für Funk empfiehlt es sich einen kombinierten Kurs SRC/UBI zu machen. Funk ist für die Kommunikation Schiff/Schiff und vor allem auch Schiff/Land und umgekehrt. Das meiste in Holland spielt sich binnen ab (UBI). Beim späteren Kauf dann eben ein Kombigerät kaufen, was wohl eh die meisten tun und du bist erstmal durch. Beim Kauf solltest du natürlich schauen, dass entweder das Funkgerät selber einen GPS-Empfänger hat. Im Falle einer Notfallalarmierung wird dann aus deinem Funkgerät automatisch die GPS-Position übermittelt. Geht natürlich auch über den Anschluss eines externen GPS-Gerätes, sofern die Verkabelung von GPS und Funkgerät anschlussmässig prinzipiell möglich ist.

  • Generell kannst Du ja bereits segeln. Wenn die Scheine tatsächlich nur den rechtlichen Zwecken geschuldet sind, würde ich sie weitgehend online vorbereiten

    und nur zur Prüfung gehen. Für die praktische Prüfung würde ich zwei, drei Übungsstunden nehmen und dann auch nur noch zur Prüfung gehen.


    In der Regel ist das Übungsboot ja auch das Prüfungsboot und da ist es sehr hilfreich, wenn man damit das Anlegen geübt hat.


    Ich habe mich damals ein wenig geärgert, dass im Kurs vor Ort eigentlich nur das Lehrbuch durchgenommen wurde und dazu noch ein wenig am OVH-Projektor

    erklärt wurde. Das kann man sich auch sparen. Kann natürlich bei jeder Segelschule anders sein aber mehr Informationen als online oder durch Bücher

    wirst Du schwerlich bekommen.


    Binnenscheine würde ich gar nicht machen, Du bist ja mit dem eigenen Boot unterwegs. Funkschein muss natürlich sein und da ist ein Kurs in der Schule wegen

    der praktischen Übungen sicher hilfreich.


    Das gesparte Geld für die Theoriestunden kannst Du viel sinnvoller in Bücher, Karten und Zubehör stecken. Der Theoriekurs SBF liegt meistens über 300 EUR,

    da bekommst Du schon einige gute Bücher.


    Oft wird gesagt, dass man mit der Jolle einsteigen sollte, um ein Gefühl fürs segeln und die Manöver zu bekommen. Davon halte ich nichts, meiner Meinung nach

    lernt man am besten auf dem Boot, welches man später auch selber segeln möchte.


    Grüße,

    Christian


    Neptun 20, Segelnummer 950, Honda 5BFU, Liegeplatz Bernau/Chiemsee

  • Ich habe mich auch mal mit dieser Frage befasst.

    • Als Deutscher mit Wohnsitz in Deutschland machst du vorzugsweise deutsche Scheine. Für Holländer in Holland gilt wieder etwas anderes.
    • Welchen Schein du formal für Holland “brauchst”, hängt vom Segelrevier ab. IJsselmeer und Grevelingen sind formal Binnenreviere.
    • Vom Ablauf ist es am günstigsten, zu erst den SBF See zu machen und dann die abgespeckten Zusatzprüfungen für SBF Inhaber abzulegen.


    Hier gibt es irgendwo einen Link zu einer Website, die dir das genau ausrechnet.


    Bei den Funkscheinen ist es ähnlich. Es gibt das Short Range Certificate (SRC) das zur Teilnahme am UKW-Seefunk berechtigt. Für Binnenreviere nutzt man ATIS und man braucht den UBI Schein. AIS ist etwas anderes. Dabei funkt dein Boot Position, Speed und Heading.


    Vieles davon geht im Selbststudium - zum Beispiel mit Apps auf dem iPad. Nur Fahrstunden auf dem Prüfungsboot sollte man vielleicht ein paar gemacht haben.



  • Beides natürlich unter Segel und Motor

    SBF See gibts nicht in Segeln

    Der Weg ist das Ziel.
    Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
    Jeder Alkoholismus mit einem ersten Glas.
    Jede Sucht mit einem ersten Mal.


    Jeden Abend ´nen Bier - Ganze Leben Alkoholiker


    Möge keiner sagen, er hätte es nicht gewußt...


    Cetero credo Putin esse delendum.

  • AIS darf auf dem Boot sein, auch wenn Du kein Funkgerät an Bord angeschlossen hast, weil keinen SRC/UBI. Es muss aber, wenn transceiver, also auch sendend, registriert sein.

    Dass ein Funkgerät eines der zentralen Sicherheitsmittel ist, hat damit nichts zu tun.

  • Hallo Joe


    Sorry, aber irgendwo und -wie hakt es bei mir, vermutlich verstehe ich dich falsch. Wenn du mehrfach 150 m Containerfrachter gefahren bist, dann wirst du doch irgendein passendes Patent für die große Fahrt inkl. eines beruflichen Funkscheins haben, oder? Und den SBF See solltest du doch dann in aller Würde geschenkt bekommen. Dann verstehe ich aber einen Teil deiner Fragen nicht, zumindest den Unterschied zwischen Funk und AIS sollten wir dir doch echt nicht erklären müssen.


    Klär mich doch bitte mal auf.


    Gruß, Manfred

  • Sorry, aber irgendwo und -wie hakt es bei mir, vermutlich verstehe ich dich falsch. Wenn du mehrfach 150 m Containerfrachter gefahren bist, dann wirst du doch irgendein passendes Patent für die große Fahrt inkl. eines beruflichen Funkscheins haben, oder? Und den SBF See solltest du doch dann in aller Würde geschenkt bekommen. Dann verstehe ich aber einen Teil deiner Fragen nicht, zumindest den Unterschied zwischen Funk und AIS sollten wir dir doch echt nicht erklären müssen.

    Geschenkt bekommt er ihn nicht. Aber er muss ihn erst gar nicht machen da das Befähigungszeugnis als Fahrerlaubnis anerkannt wird. Ansonsten stimme ich Dir natürlich zu.

    Siehe §4 SpFV (2):

    § 4 Fahrerlaubnis für die Seeschifffahrtsstraßen

    (1) Wer auf den Seeschifffahrtsstraßen ein Sportboot mit Antriebsmaschine führen will, bedarf einer Fahrerlaubnis. Die Fahrerlaubnis wird unbeschadet des Absatzes 4 durch den Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen nachgewiesen (Anlage 1).
    (2) Als Fahrerlaubnis und als Nachweis im Sinne des Absatzes 1 werden anerkannt:

    1.ein Befähigungszeugnis zum Kapitän, ein Befähigungszeugnis zum nautischen Schiffsoffizier oder ein Befähigungsnachweis zum Schiffsmechaniker oder
    2.ein im Geltungsbereich dieser Verordnung nach anderen Vorschriften erteilter amtlicher Befähigungsnachweis zum Führen eines Fahrzeugs auf den Seeschifffahrtsstraßen, soweit das Bundesministerium für Digitales und Verkehr diesen als Befähigungsnachweis anerkannt hat.


    Gruß

  • Vor allem im Schadensfall für die Versicherung wichtig, denn mit den Scheinen hast Du den Nachweis geführt, daß Du befähigt bist so ein Boot zu fahren.


    Hat nichts damit zu tun, ob Du es tatsächlich kannst oder nicht, ist eben nur der versicherungstechnische Nachweis. Ansonsten könnte die Versicherung die Leistung verweigern, da Du das Fahrzeug ja "gar nicht fahren kannst".


    Wenn Du in Holland nur Seen, Kanäle, IJsselmeer und Wattenmeer fährst benötigst Du nur UBI. SRC nur, wenn Du z.B. in Ijmuiden raus fährst oder aussen um die Inseln rum.


    Als Funke dann natürlich nur ein Binnengerät. Hast Du Kombifunke mit ATIS und DSC, dann brauchst Du natürlich auch den SRC.

  • Das würde ich vor Vertragsabschluss schriftlich mit der Versicherung abklären und dann ggf. eine andere wählen. Oder gleich eine niederländische Versicherung nehmen und das mit denen vorab klären, ob sie Dich gleich behandeln wie ihre Landsleute.

  • Das gilt für Niederländer.


    Wenn du deutscher Staatsbürger mit deutscher Flagge und deutscher Versicherung bist, sollte man die in Deutschland vorgegebenen Scheine haben - habe ich mir jedenfalls sagen lassen.

    Das heisst dann auch, dass du bis 15PS gar keinen Schein benötigst...

  • Genau das Thema habe ich schriftlich mit meiner Versicherung abgeklärt bevor meine Tochter (damals 16) unser Boot alleinverantwortlich geführt hat.

    Ton Versicherung: Solange sie alle erforderlichen Scheine für das Fahrtgebiet hat: alles versichert. Keine Scheine erforderlich in NL für das Boot: ist versichert. Tochter hat SRC/UBI.


    Gruß, Dirk

  • Das heisst dann auch, dass du bis 15PS gar keinen Schein benötigst...

    Nope, kommt auf den Anwendungsfall an. Schlauchi mit 15 PS ist bestimmt schneller als 20 km/h und da braucht man auch in den Niederlanden einen Führerschein. Dagegen ein Stahlverdränger mit z.B. 75 PS und unter 20 Meter Länge ist führerscheinfrei und kannst Du auch als Deutscher überall chartern. Deshalb halte ich mich von denen gerne frei, vor allem wenn viele Bierkästen auf der Badeplattform stehen :erschrocken: