Posts by Argonaut 2

    Die Partnerin mit einbinden finde ich einen guten Hinweis. Aber erzwingen kann man da nichts. Meine segelt sehr gerne mit, nur wäre es ihr mit wenig Krängung am liebsten. Wenn eine Familie an Bord ist und nur eine Person wirklich segeln kann (ich weiß, dass das nicht ungewöhnlich ist), beinhaltet das schon ein gewisses Risiko.


    Mitsegeln bei verschiedenen Skippern ist aus meiner Sicht die Zauberformel. Am Anfang kann das auch gut der Urlaubstörm auf dem Mittelmeer sein. Da hast du jeden Tag auch Hafen- und Ankermanöver dabei. Wenn es mehr werden soll kann ich auch uneingeschränkt https://www.segelpartner-nordsee.de/ empfehlen. André lässt unter dem Motto "nichts muss, alles kann" ganz viel Raum zum Erfahrung sammeln. Außerdem kennt er im Revier gefühlt jede Tonne mit Vornamen.


    Überführungstörns finde ich gut, um das Leben an Bord und Wachsystem kennen zu lernen. Mit Familientörns hat das aber wenig gemeinsam. Außerdem kannst du dir nie sicher sein, ob du da eher als Deckshand und Smutje gefragt bist oder auch in Törnplanung und Navigation eingebunden bist.


    Einfach mal loslegen und dann wirst du schon merken, was dir hilft und was der nächste Schritt sein kann.


    Viel Freude und Erfolg und Mast- und Schotenbruch!

    Es ist sehr gut, dass weder Menschen noch die sonstige Umwelt zu Schaden gekommen sind. Der Gedanke, dass in verkehrsreichen Gebieten solche Geisterschiffe unterwegs sind, ist aber schon etwas gruselig.


    In solchen Situationen ist die Lichterführung meist spannend (siehe Video in Beitrag #22). Der Schlepper hat den Schleppzug gleich mal über 200 m lang geschätzt, was zumindest anfangs kaum der Fall sein dürfte. Und der Frachter (siehe Video bei 00:16) hat jedenfalls die Topplichter gesetzt, bei 2x Rot bin ich mir im weiteren Verlauf nicht ganz sicher. Als Grundsitzer sollte er aber 2x Rot plus Ankerlicht und als geschlepptes Boot nur die Positionslichter gesetzt haben. Topplichter ist in jedem Fall falsch.


    Ist das jetzt mangelnde Kenntnis (zum Glück sitzt man ja nicht regelmäßig auf Grund), Unprofessionalität oder einfach Gleichgültigkeit?


    Ahoi

    Meine in Beitrag 22 gemachte Aussage zur Existenz eines Untersuchungsberichtes der BSU zur Unsicherheit der Betonnung muss ich revidieren!


    Beim Nachsehen habe ich festgestellt, dass dies eine Schilderung aus Thomas Käsbohrers Buch "In Seenot" betrifft. Dort wird im Kapitel "Auf Grund gelaufen im Seegatt" ab Seite 110 aus Sicht der auf Grund gelaufenen und der Seenotretter dieser Vorfall beschrieben. Die auf Grund gelaufenen hatten noch am Vortag die Karten des Plotters aktualisiert und waren dann nach diesen Karten in das Dovetief eingelaufen, obwohl sie dort keine Tonnen sehen konnten. Diese waren bereits verlegt worden. Dazu im Originaltext:
    "Krinka Bauer formuliert es einfacher: "Vertraue niemals auf die Apparatur", denke ich mir heute. "Vertraue nicht auf das Gerät. Vertraue auf deine eigenen Augen. Das Fehlen der roten Tonnen hätte uns warnen müssen, aber wir haben einfach zu sehr unserem neuen Gerät vertraut und darauf, dass es Dinge besser weiß als wir."


    Der in der Zeitschrift Yacht hier geschilderte Fall (rettung-vor-der-sicheren-strandung) dürfte indentisch mit dem oben beschrieben Geschehen sein. Im Yacht-Artikel findet sich auch ein weiterer Link (seegatten), der sich mit dem Befahren von Seegatten befasst.


    Und noch zum Vertreiben aus dem Fahrwasser:
    Wenn man von See in das Gatt einläuft, dann kann man häufig gut Erhebungen (z.B. Windkraftanlagen) an der Küste peilen. Wenn man darauf achtet, dass eine solche Peilung über die Tonne nicht auswandert, dann wird man auch nicht vertrieben. Finde ich eine sehr einfache und effektive Methode. Am Anfang wundert man sich tatsächlich, wie schräg das Boot zum COG liegen kann.


    Wenn wir das alles zusammensammeln, dann haben wir bald eine Anleitung zum segeln in Tidengewässern. Warum lernt man so etwas nicht in der praktischen SKS-Ausbildung? Dort ist ja nicht einmal eine Nachtfahrt vorgeschrieben. Sollen wir mal einen separaten Trööt zum Sammeln von Vorschlägen für den DSV aufmachen?


    Ahoi

    ohlson38


    Zugegebenermaßen erfordern vesselfinder und marinetraffic ein wenig Erwartungsmanagement bei den Benutzern daheim. Dazu gehört m.E. auch, dass man diese mit der MMSI versorgt, damit sie nicht mit dem Bootsnamen allein erfolglos suchen. Außerdem muss klar sein, das es dort keine unterbrechungsfreie Übertragungen gibt. Dann sind wie gesagt die Erfahrungen positiv.


    Die Geschichte mit dem durchgescheuerten Kabel hat Boris Herrmann auf Magenta TV in der Sendung "Best*Besetzung - J.B. Kerner im Gespräch mit Boris Herrmann" geschildert, etwa ab Minute 26. In der Megathek noch abrufbar. Die Quelle für das ausgefallene aktive AIS habe ich mir nicht gemerkt; vermutlich Yacht oder ein Interview mit Boris Hermann nach dem Zieleinlauf im Fernsehen.


    Ahoi

    Auch wenn die Entscheidung für das aktive AIS schon gefallen ist und auch aus meiner Sicht die Argumente dafür klar überwiegen, hier noch ein zusätzlicher Aspekt:
    Für die Daheimgebliebenen ist es gerade bei längeren Törns mit weiter von der Küste entfernten Routen schön, wenn sie das AIS Signal z.B. auf vesselfinder oder marinetraffic verfolgen können. Das funktioniert häufig auch dann noch, wenn es keinen Handyempfang mehr gibt. Bei mir erhöht das zuhause eindeutig die Akzeptanz für meine Segelreisen und die Enttäuschung ist spürbar, wenn ich mal auf einem Boot ohne aktives AIS unterwegs bin.


    Und zu dem Trawler vor der bretonischen Küste hat sich Boris Hermann ja in einem Interview geäußert, ich meine, es war auf Magenta TV. Danach hatte der Fischer sein AIS an, aber das Kabel in Boris Mast war durchgescheuert, so dass Signale des AIS und des Kollisionsradars nicht übertragen wurden. Hat man bei der Revision des Bootes nach der Regatta herausgefunden. Boris aktives AIS hatte sich ja leider schon eine Woche vorher defekt verabschiedet.


    Ahoi

    Die Initiative für diese Sammlung und den Inhalt finde ich supergut. Danke! Vor mir liegen das Handbuch für den Yachtsport und der von Häften / Schultz für den SSS. Da findet man im Index genau gar nichts zu Gatten oder Seegatten. Die Diskussion zum Praxisbezug der deutschen Segelprüfungen (und damit der Ausbildung) müssen wir aber an anderer Stelle führen.


    Den Vorschlag zum stärkeren Hervorheben der Unsicherheit der Betonnung und deren Kartierung kann ich nur unterstützen. Es gibt dazu auch mindestens einen Untersuchungsbericht der BSU. Wir sind auch schon vor der Otzumer Balje eine Stunde Kreise gesegelt um einen höheren Wasserstand abzuwarten und schließlich mit der roten Tonne auf unserer Steuerbordseite in das Gatt eingelaufen. Auf der anderen Seite der Tonne hatten sich die Seen gebrochen. Und ohne erfahrenen Skipper an Bord wären wir ziemlich unsicher gewesen.


    Ahoi

    Tja, sofern Du keine BSU-Beteiligten im Forum vermutest, bleibt uns aber wohl nichts anderes übrig.


    Es muss aus meiner Sicht niemand vom BSU sein. Jemand aus einer Verkehrszentrale könnte aber sicher erklären, wie üblicherweise reagiert wird, wenn die Radar- und AIS-Überwachung solche Fahrtrouten zeigt.


    Wenn der Fehler korrigiert wurde, sobald er bemerkt würde, dann wäre da aus meiner Sicht eine etwas armselige Navigation auf der Brücke gelaufen. Ein Blick auf das ECDIS hätte früh gezeigt, dass man gerade auf bestem Kurs in den Gegenverkehr war. Da muss man ja von Glück reden, wenn schließlich die Ansteuerungstonne im Weg lag.
    Ahoi

    Im neuesten Untersuchungsbericht der BSU 74/20


    Untersuchungsbericht 74/20


    sieht man in den Abbildungen 3 und 4 sehr gut, dass der Katamaran vor seinem Unfall die Trennzone des Verkehrstrennungsgebiets befahren hat. Nach meinem Verständnis verstößt das gegen die Regel 10 der KVR. Im Bericht wird an keiner Stelle darauf eingegangen.


    Nun meine Frage an die Profis:
    Wird das im Bericht ignoriert, weil es keinen Bezug zum nachfolgenden Unfall gibt oder interessiert das auch sonst niemanden, solange es zu keiner Behinderung kommt?


    Danke für kompetente Rückmeldungen, spekulieren kann ich schon selber. :face_with_rolling_eyes:

    Verfolge die Diskussion mit Interesse. Ja, man muss hier wohl von Glück im Unglück sprechen und froh sein, dass außer dem Schiff niemand ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Interessant finde ich wirklich den Aspekt der Resourcennutzung bei der Schiffsführung. Wer hat nicht schon den Skipper erlebt, der alle Hafenmanöver selber gefahren hat. Aber die in meinen Augen richtig guten Skipper schaffen es, einen weniger erfahrenen Rudergänger und die Crew zu einem gelungenen Hafenmanöver wertschätzend anzuleiten.


    Sicher sind seid dem Unfall einige Personen im Hintergrund mächtig unter Druck und es ist m.E. nicht alles ganz transparent. Zwei Dinge finde ich noch bemerkenswert:
    Im Zwischenbericht aus dem letzten Jahr wird der Abschlussbericht für den Sommer 2020 angekündigt. Was mag wohl die Verzögerung um ein Dreivierteljahr verursacht haben? Und wenn ich mir folgenden Beitrag in der Mediathek ansehe
    https://www.ardmediathek.de/vi…tODcwZC0zYzIyZTFkZWY5NzA/


    dann bekomme ich bei der Aussage von Joachim Kaiser ab etwa 50 s ein ziemlich flaues Gefühl in der Magengegend, aber nicht wegen ungemütlichen Seegangs.
    Ahoi

    Moin,
    nachdem ich in letzter Zeit häufig im Forum gelesen habe, möchte ich nun aktiver werden und stelle mich hier erst einmal vor.
    Vor knapp 13 Jahren habe ich mit dem Segeln begonnen und betrachte mich inzwischen fast 60jährigen als Spätbekehrten. Jetzt bin ich aber ordentlich infiziert und von der Vielfalt des Segelns total fasziniert. Seien es nun Buchtenbummeln, Törns unter anspruchsvollen Bedingungen in ebensolchen Revieren, Überführungstörns oder Regatten. Alles sauge ich auf und schaue gerne bei unterschiedlichen Skippern ab. Auch die jeweilige Dynamik bei neu zusammengesetzten Crews finde ich total spannend und lehrreich. Wegen meiner süddeutschen Lage bin ich öfter mal auf dem Bodensee, im Urlaub aber auch sehr gerne auf der Nordsee und angrenzenden Gewässern. In unserer Betriebssportgruppe / Segelgruppe fungiere ich auch als Ausbilder und hoffe, andere für das Segeln begeistern zu können.
    Und jetzt freue ich mich auf einen anregenden Austausch in diesem bunten und aus meiner Sicht vorbildlich geführten Forum.
    Ahoi
    Dietrich


    :segeln: