Posts by Seelebaumelnlassen

    Nachvollziehbare Problemstellung und Diskussion. Sehr auch Spiegel unserer Zeit. Was bin ich froh, dass ich bereits in den frühen Neunzigern so viele und gute See-Segel-Erlebnisse mit Freunden hatte (und noch Kartennavigation machte)! Froh natürlich auch darüber, dass alles gut ging und keine Notwendigkeit juristischer Nachbetrachtung resultierte. Einen Skipper haben wir allerdings immer vor Törnstart schon bestimmt (und die Törnplanung auch schon Monate vor Leinen los begonnen). Sogar die anderen Rollen an Bord waren immer festgelegt (hauptverantwortlich für Navi, seglerische Bootsbelange oder Motor, Kombüse u.s.w.), auch wenn wir natürlich reihum die Tätigkeit und vor allem das Rudergehen tauschten. Den Skip haben wir immer bestmöglich von Konkretem entlastet - Ehrensache und im Bewusstsein dass Überblick behalten und Perspektivisches Aufgaben genug sind.

    Hi! Aus der Erfahrung mit 15er, 16er und 20er Jollenkreuzern Holz und GfK heraus (4 besessen, weit über 10 verschiedene gesegelt):

    Zum einen. An den oft Jahrzehnte alten Dingern wurde zumeist viel herumgebastelt. Oft wurden Ruderblätter schon ersetzt. Holz durch GfK, Stahl oder Alu. Die dünneren Profile der Metallblätter erzeugen im Rahmen mehr Spiel ganz allgemein kann auch die Bohrung an der Achse ausschlagen. Und das System der Auf- und Niederholer ist oft über die Jahre modifiziert worden. Ich würde zunächst mal hier schauen, ob Spiel im Spiel ist - so wie Franz völlig zu Recht schrieb. Anders als sein Vorschlag aber würde ich einen etwaigen Abstand (wo es schlackert) mit etwas anderem als Neopren auffüllen. Selbst hatte ich mit Unterlegscheiben experimentiert, deren kleiner Durchmesser im Vergleich zum Ruderlager aber nicht optimal gewesen war. Unser Hafenmeister hat bei den Vereinsjollen mit gleichartigen Problemen einfach Reste von Plexiglas zugeschnitten, also gerne auch etwas großflächiger (gemäss Lager, Ruder) und das hält seit -zig Jahren und lässt sich gut bedienen.

    Zum anderen. Das Ruderblatt ist bei Jollenkreuzern auch eine Trimmeinrichtung! Man kann durch (vorsichtiges, schrittweises) verändern der Lage des Blattes, also leicht aufgeholt gegenüber ganz herabgelassen - aber nur ganz leicht, den Trimm enorm verändern. Das hat Einfluss auf Ruderdruck, Luv/Lee-Gierigkeit, Kursstabilität u.s.w.. Wichtig ist dabei, dass einerseits Auf- und Niederholer für das Ruderblatt existieren (hat nicht jedes Boot, sollten konstruktiv sehr schwere Ruderblätter vorgesehen worden sein so gibt es gelegentlich auch nur den Aufholer und aber ohne beiderseitigen Zug lässt sich das nicht exakt fixieren!) und andererseits muss man wissen, dass mit einem Aufholen des Ruderblattes (= mehr nach achtern abstehen) die Kräfte an der Pinne enorm zunehmen können! Also alles mit Gefühl und nach try and error - Windverhältnisse und Besegelung sind natürlich auch wichtige Faktoren. Ich hatte mal einen Jollenkreuzer besessen bei dem das (ganz offensichtlich gewechselte) Ruderblatt in "unten" Stellung sogar ein klein wenig nach vorlich hin (statt 90° nach unten) in Position kam. Das hatte ein relativ gefühlloses (zu neutrales) Steuergefühl bei vorlichen Winden zur Folge und auch gab es ein Schwirren und leichte Vibrationen. Die Lösung war denkbar einfach: Beim takeln das Ruderblatt nie in Endstellung bringen, sondern immer den Aufholer soweit durchsetzen, dass das Blatt wirklich gerade nach unten steht und nicht noch vorlich. Durch diese eher zufällige Entdeckung mal vor ?25 Jahren fing ich an das aufholbare Ruder der Jollenkreuzer als Trimm-Möglichkeit für mich zu entdecken.

    Also: Technik auf Spiel im System checken und ggf Lagerung verbessern. Und dann Rudertrimm. Wenn alles nicht hilft dann könnte wie weiter oben erwähnt auch die ungünstige Profilierung des (getauschten?) Ruderblattes ursächlich sein.

    In gänzlich unjuristischer Weise gehe ich bei solcherlei Ärgernissen so vor.

    Erstrechnung. Ich überschlage grob die Stunden Lebenszeit, die es mich kosten wird die Angelegenheit formal bis zum Letzten zu klären. Diese Zeit setze ich in Beziehung zu meinem Netto-Stundenlohn und das Ergebnis wiederum in Beziehung zu dem materiellen Schaden/Verlust um den es in der Sache geht. Bei dieser Gegenüberstellung kann man gerne noch die Lebenszeit mit einem Ungewissheitsfaktor x2 höher veranschlagen sowie (angesichts fehlender Expertise in juristischen Belangen) einen Ärgernis-Stress-Faktor mit einrechnen (der in der Regel ja dann höher zu bewerten ist als bei der eigenen Erwerbsarbeit, bei der man fest im Sattel sitzt und es nicht um den eigenen Kram geht den es aufzuräumen gilt).

    Die Zweitrechnung, ebenfalls grob überschlagsweise, betrifft eine Gegenüberstellung des Emotionalen: Ärger durch Verzicht auf (juristische) Klärung versus Ärger durch ebenjene Klärung.

    Das Ergebnis beider Abschätzungen ist bei mir zum Schluss fast immer dasselbe: Augen zu, Krönchen richten, unter "Erfahrung" verbuchen, weitermachen und hoffentlich das nächste Mal klüger sein.

    Beim "das nächste Mal klüger sein" kann man dann wahlweise noch die Erfahrung machen, dass es Käufer/Handelspartner abschreckt, wenn man a priori auf zu viel Vertragliches pocht. Dem einen ist genau das Recht und seriös, dem anderen nicht. Und nicht immer ist der dem Voll-Vertraglichen Abgeneigte ein Betrüger, oft sind es sogar recht unbedarfte freundliche Naturen, deren Argwohn umgekehrt erst geweckt wird wenn ein Verkäufer eine Festung aus Paragraphen um sich herum baut.

    Leben und leben lassen. Ärger gehört so der so immer wieder mal dazu, aber es gibt (zumindest bei mir) auch sehr viele positive Erfahrungen. Gleichwohl kann ich den Ärger des TO sehr gut verstehen und grüße solidarisch: Hallodris als Vertragspartner hatte ich auch schon. Ist doof, Ja.

    Wenn man sich mit den Stichworten durch diverse Händlerinserate googelt so findet man Beschreibungen demnach ein Schalldämper am Lufteinlass (-3dB) und die Verbessung der elektronischen Zündung (bessere Kaltstarteigenschaften) neu sein könnten. Das ist alles was ich auf die Schnelle gefunden habe.