Posts by Moderboot

    Ein schöner Schlußsatz. Wir suchen die vitaminreiche, nicht sauer schmeckende Zitrone.


    Es hängt sehr davon ab, wie man das Boot rannimmt. Bei einem sportlich orientierten Boot, dem sog. Average Performance Cruiser, kann der Hersteller halt nicht vorher wissen, wer ihn kauft und in welches Wetter er kommt.


    Die Haarrisse in der Varianta haben wir ihr wahrscheinlich in einer versehentlichen Sturmfahrt zugefügt. Der Vercharteter bestand zunächst darauf, wir seien aufgelaufen, was wir nur mühsam und mit Verweis darauf entkräftigen konnten, dass der Bodensee dafür zu tief ist.


    Die Haarrisse in der Albin kamen auch von ein oder zwei Sturmfahrten. Mit einer Monsum 31 oder einem Staverse Kotter wäre das nicht passiert. Vielleicht noch mal über den Bootstyp nachdenken?

    Kartoffelbrei Motorbootspiegel sind ja etwas anders als ein Kajütaufbau o.ä. Es ist immer Holz drin und zu der Last an ubd für sich kommt hoher punktueller Druck. Das kocht auf Dauer alles weich.


    Im Gegensatz zu Abplatzern sind Haarisse immer eine Kombination aus Last und dickem Gelcoat. Fehlt eins davon, gibts keine*. Deswegen hat es auch immer etwas mit der Art des Gebrauchs zu tun. Wir z.B. wohnen in einer kurvigen Gegend und ein Satz Reifen hat früher bei mir über den Sommer oder über den Winter gehalten. Die Bremsen dafür länger, weil das nur die Felgen dreckig macht. Auf Belastungen unbekannter Art kann man im Grunde keine Garantie geben.

    X hört sich nach leichtem Boot und viel Segel an. Man nehmestatt dessen eine Monsun oder einen Staverse Kotter. Die kriegen keine Haarrisse. Unsere Albin hatte welche nach einer Saison und eine geliehene K4 nach 3 Wochen Bodensee.


    Optisch ist es immer ein Mangel. Ich denke auch nicht, dass das Boot während einer (freiwillig angebotenen) Garantiezeit oder im ersten Jahr der SmH welche kriegt, aber wenn, dann wollen sie nicht zahlen. Welcher Wahnsinnige hätte mir damals eine 2jährige Haltbarkeitsgarantie auf meine Reifen gegeben?


    Zur Sachmängelhaftung vlt. noch ein Wort: Der Kunde ist zunächst von der Beweislast befreit. Das hindert den Verkäfer/ Hersteller natürlich nicht daran, im Rahmen seiner Endkontrolle einen bestimmten Zustand festzustellen oder feststellen zu lassen. Gelingt es ihm nachzuweisen, dass die Haarrisse von Dir sind, zahlt er sie zumindest nicht auf Basis der Sachmängelhaftung.

    Die gesetzliche Garantie ...

    ... ist genau genommen eine Sachmängelhaftung. Bezieht sich auf Sachmängel, die bei Auslieferung vorhanden gewesen sind. Im ersten Jahr, ursprünglich im ersten halben, geht man zugunsten des Käufers davon aus, dass es so gewesen sein wird und nur übersehen wurde.



    Wir machen es jetzt auch so, dass wir mit dieser Klausel nicht unterschreiben.

    Sehr gut. Ab 10 Stück wird man sicherlich bessere Bedingungen aushandeln können.

    Mal nebenbei gefragt: Warum willst Du auf eine freiwillige Leistung verzichten, deren einziger Makel darin besteht, dass sie umfangreicher sein könnte?


    Mit Blick auf das Gewesene machtes nicht viel. Laminat ist kein Balsaholz und zahllose Boote mit Gelcoatrissen oder Abplatzern haben in den Bereichen auch nach 40 und 50 Jahren keinerlei Probleme. Die Formel Laminat = Löschpapier ist anschaulich aber völlig übertrieben.


    Woher kommts? Gelcoat ist spröder als das Laminat untendrunter. Gerade in Cockpitecken oder in verwinkelten Bereichen an Deck ist es fast unvermeidbar, dass das Gelcoat im Produktionsprozess dort nirgends seine optimal Schichtstärke von rund 300 bis 500 Mikrometer überschreitet. Ab etwa 600 drohen Risse.


    Es gibt Boote, die ei e gallische Fertigungsmentalität zur Schau stellen, solche Risse sogar schon auf der BOOT in D.dorf mit ausgestellt hatten und seit Jahren bis heute keinerlei Probleme hatten, sogar als ausgesprochen zählebig gelten.


    Mach wie Du meinst - ich hätte keine ernsthaften Bedenken.

    Je kleiner das Boot umso wahrscheinlicher der Umstand, bei Bedingungen, die weiter draußen problemlos sind, beim Ein- und Auslaufen doch Probleme zu kriegen. Sowas gibts in sehr vielen Revieren, dort aber besonders deutlich. Es genügt irgendeine Restdünung von einem Sturm auf dem Atlantik.


    Bei aller Aversion gegen die geschriebene Sprache, könnte man sich trotzdem bewusst machen, dass ein Einzelschicksal, ein Youtuber z.B., dort an einem einzigen Tag gewesen ist und an diesem Tag gerade nichts vom Atlantik kam. Wenn einer beim Roulette oder beim Kartenspiel auf Rot setzt und es wird rot, beweist das doch weiter garnichts, als dass auch das möglich ist. Schwarz heißt: Wenn Du drin bist "und gerne zur Großschot greifst", kann es sein, dass Du nicht gut rauskommst, draußen aber herrlichstes Wetter ist. WennDu draußen bist und des Abends gern in einem Restaurant speisen möchtest, kann es sein, dass die einzigen Probleme an dem Tag in der Einsteuerung lauern. Man kann dann immer noch sagen "lassen wir das".

    Wenn man auch morgen wieder gerne zur Großschot greift, sollte man das immer als Plan-B haben. Es gibt zwar auch topogragische Umstände, die das begründen, aber das währe zu viel des Guten.


    Angesehen von Bequemlichkeit und Reiseplanu g gibt es keine Gründe, es nicht zu tun. Was aber in vielen anderen Revieten und auch dort garnichts mit Theoretisieren zu zun hat: Bei haarigen Bedingungen bleibt man dort, wo man ist. Bist Du drin, bleibst Du drin. Bist Du draußen, bleibst Du draußen. Das weiß ich von einem Mann, der weder eine Tastatur (damals nur mit mechanisch gekoppelten Drucker zu kriegen) noch einen Füllfederhalter besaß. Galt und gilt unter Freunden der Großschot als Algemeingut.


    Reiseberichte von früher (vor 2010) sind vielleicht nicht so interessant, aber um es einzudampfen: das Wort 'opportun' kommt von 'o portus' = dem Hafen gegenüber oder dem Hafen vorgelagert. Das vermeidet etliche Probleme und erleichterte früher, noch früher sogar die Verteidigung. Häfen in tiefen Buchten, nicht zwangsläufig an deren Ende, sind leichter anzulaufen. Sachen die Kahrtausende gut oder nicht so gut funktioniert haben, würde ich eine höhere Bedeutung zumessen, als 10 min Youtube von jemandem der weder sehr alt ist noch gute Chancen hat, es zu werden.

    Um Romans Idee mit der Motorfahrt aufzugreifen: Solche Situationen, wie auf dem Foto entstehen typischerweise, wenn der Baum vorn in einer Schiene gelagert ist, wegen diesem und jenem Umstand am Fallende wie Kunstspleiße, überlange Schäkel mit Wirbel (und Kardan?*) der Segelkopf nicht ganz hoch gezogen werden kann und dadurch der halbe Verstellbereich der Schiene dazu dient, diesem Umstand aufzufangen.

    Kommt der Baum 2cm höher, ist alles wieder gut.


    Große Blockscheiben sind grundsätzlich besser als kleine. Lenige Schot besser als eine mit 0.05% weniger Reck. Kleinere Blockscheiben und Kugellager ziehen zwar am gleichen Strang - aber in unterschiedliche Richtungen. Und natürlich merkt man Kugellager beim Auffieren, beim Dichtnehmen und bei staubiger Umgebung. Sie halten - wie die Schoten auch - sehr lange, wenn man sie im Hafen reinholt. Diene Schot sieht mehr nach Saiaonschot (A&O) aus. Allerheiligen rein, Ostern raus. So ein störrisches Ding würde verhindern, dass die Kugellagerblöcke ihre Vorteile ausspielen.

    Kugellagerblöcke sind zwar staubgeschützt" freuen sich aber, über staubarme Umgebung auf dem Wasser.

    .das hält nur bei sehr geringen Lasten.

    ps. Wenn man's schlecht macht, hält's schlecht,

    In dem Fall ist das Ironisieren angebracht.


    Ähnlich wie odysseus erwähnt, war das früher zum Platzsparen durchaus üblich. 14 Törns mit Mittel- oder Augbändsel gilt bei Taljereepsarbeiten als fachgerecht. Diese 14 Turns werden natürlich dichtgenommen und nicht mit einer tänzerischen Handbewegung übergeworfen. Die Festigkeit hängt dann vom verwendeten Garn oder Bändsel ab. Mehr als der Segelkopf muss es ja nicht aushalten.

    Eine nicht genannte Variante, wenn nichtmal Platz für einen Rohrringstek ist: ein genähter Takeling. Er ist zwar dicker als ein Spleiß, aber kurz. Kürzer gehts nicht.





    ps. Wenn man's schlecht macht, hält's schlecht, gut machen ist aber einfach. Nadel und Garn.

    Gerade bei Kanälen kann 1,5 gegen 1,9 ein Gamechanger sein

    Ist es. Auch bei Durchgangskanälen, die keine Hauptkanäle sind, ist die Zieltiefe heute oft 1.50. Weniger TG ist natürlich besser, denn selbst mit 0.90 kann man nicht wirklich sorglos fahren. Dafür hängt man mit 0.90 zu oft, als dass es anders sein könnte. Ich weiß, man kommt trotzdem überall hin. Interessanterweise wurden gerade die Boote, die "überall hinkommen" an solchen Stellen noch nie gesichtet.


    Der nächste Punkt wäre die Durchfahrthöhe. Das schränkt auch sehr ein. Neben-Routen mit festen Brücken unter 2m (?) Eisenbahnbrücken, die mal ne 3/4 Stunde zu sind (?) Selbst bei beweglichen, aber höheren Brücken wartet man oft, muss jedesmal die Segel einholen anstatt einfach durchzufahren.


    Allerdings waren friesische Binnenfahrwasser nicht auf der Wunschliste. Es lohnt sich mit so einem Boot nicht großartig sofern man keinen großen Wert darauflegt, dort hinzufahren wo alle hinfahren.



    Wie kommt Ihr auf Workum?

    Wir, unser Boot das wir mal hatten, hatte 1.45 und wenn es aus West nur genug weht, setzt man auch mal auf. Dann wird mal wieder gebaggert, dann stürmt es mal wieder, jetzt ist mal wieder gut.

    Der Trempel an der Schleuse wurde vor ein paar Jahren tiefergelegt. Der war auch ein Problem für Boote mit Tiefgang.


    Andere Häfen, die direkt am Ijsselmeer liegen, kann man auch mit 2.50 anfahren.

    Folien mit Karbonleitern

    ... und das funktioniert? Wusste ich nicht. 👍


    Bewertungen geben die Leute aber kurz nach dem Kauf ab. So lange haben auch die Draht-Vorgänger gehalten. In der 2ten Saison war meistens Ende. 50 Watt an den Füßen waren angenehm, aber die haben halt gezogen. 18 Watt sind natürlich immer noch furchteinflößend. Fast so viel wie ein Teelicht bzw. fast ein Taschen-Lagerfeuer.

    Also 1,45m zu 1,85m Tiefgang finde ich schon deutlich flacher..

    Mir ging es nicht um die höhere Mathematik, wie um die Frage, welche Zahl größer ist, sondern um das, was sich im Ijsselmeer, der angrenzenden Wattensee und auf der Nordsee dadurch an neuen Revieren oder zumindest Fahrwassern eröffnet. Fast nichts. Dafür kreuzt sie etwas schlechter oder von mir aus minimal. Gemessen an einem Nutzen, der in Summe irgendwo zwischen -0.1 und +0.1 rangiert, ist letztlich jeder Preis zu hoch.


    Die westliche Wattensee ist tief, auch über 2.50 sind kein Problem, nur die östliche ist flach. Dort will der Kollege aber nicht hin. Binnen, wo man das am ehesten merken würde, auch nicht. Bleiben als Problemzonen die Einsteuerung von Workum und zum Abkürzen eine handvoll Wattenfahrwasser der west. Wattensee, auf denen man mit 1.45 aber auch nicht sehr glücklich wird. Fraansche Gatje mit 1.45? Nur mit Stoppuhr! Und dafür den Geldverbrennungsofen anwerden? Mehr wert ist sie danach ja nicht. Eher umgekehrt, weil man den Interessentenkreis auf flache Reviere beschränkt.


    Bisher wurden Gründe für einen Umbau genant. Die, die dagegen sprechen, gibt es halt auch.

    Erfahrungen wurden genannt. Wenn einer entsprechende Erfahrungen mit Heizhandschuhen und Heizstiefeln hat, sich aus gutem Grund schließlich entscheidet, sie nicht zu ersetzen, wird er nicht als nächstes Heizwesten testen. Auch Heizdecken haben nur gehalten, wenn Du Dich nicht draufgelegt hast.


    Heute ist das alles wieder neu, es scheint zumindest so, weil die, die Erfahrungen damit weitergeben könnten, ganz überwiegend keinen Kontakt mehr zu outdooraffinen Leuten haben, sondern bestenfalls ihr Motorhome zum Überwintern nach Portugal fahren.


    Es liegt nicht an "früher" sondern an Gesetzen der Mechanik. Das Konstantan der Heizdrähte ist weniger biegefest als Kupfer und irgendwo bricht es dann. Wenn man bedenkt, dass das alles doch mal Geld gekostet hat, viel zu früh und außerdem nicht zuhause im Schrank, sondern beim Gebrauch und damit zur Unzeit.

    Sieht man von diesem klitzekleinen Nachteil ab, gibt es zwei Kategorien. Die eine hilft viel und braucht viel Strom, die andere braucht wenig Strom. Der el. Strom wird 1:1 in Wärme ungesetzt. Viel rein = viel raus. Das alles hört sich offensichtlich und leider sehr unlogisch an, aber ausschlaggebend bei allen die sowas hatten, dass es gemessen am Preis und gemessen an Lösungen ohne Heizdraht nicht lange genug hielt und meistens gerade dann ausfiel, wenn man sich drauf verlassen hatte, dass es funktioniert.

    Bei starrer oder zumindest weitgehend starrer Verlegung der Heizdrähte ist das was anderes. Damit schließt sich der Kreis zur Sitzheizung.

    Hast du denn bereits eine mit Kurzkiel gesegelt?

    Das ist oft ne ganz andere Hausnummer.


    Pro's, um es doch so zu lassen:

    Ijsselmeer selbst mit komfortablam Abstand zu froesischen Ufer und den ganzen Säbden ist kaum ein Thema. Workum ist vlt. etwas flach, aber wieso willst Du nach Workum?

    Die Hauptkanäle hinter dem Ijsselmeer kannst Du auch fahren. Auf der angrenzenden (?*) Nordsee orientiert man sich an der 20m-Linie. Harlingen, Den Helder, Texel, Vlieland, Terschelling, Lauwers, Borkum, Emden - selbst mit 2 Metern lacht man sich da einen.


    Das Kurzkiel oder Flachkiel ähnelt eher einem tiefergelegten VW-Bus. Tiefgaragentauglich ist er immer noch nicht, obwohl hier und da die entscheidenden Millimeter eine Rolle spielen können. Die weniger tiefgehende Bavaria ist immer noch nicht so flachgehend, dass man flache Touren fahren könnte. Wollte man das, wäre man mit einem völlig anderen Boot gut beraten.


    Es kommen mit dem immer noch stattlichen Tiefgang vielleicht eins, zwei Häfen, drei, vier Fahrten dazu, die vorher nicht gingen, aber der Preis dafür, auch auf dem Wasser, wird hoch sein. Warte noch ein paar Jahre und schau nach einer Ovni. Die kann dann das, was sie soll.




    * Die an das Ijsselmeer angrenzende Nordsee ist wie das an Deutschland angrenzende Ungarn. Da ist Österreich dazwischen, bzw. die Wattensee. </klugscheißaus>

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    Klar die bessere Lösung und völlig unverständlich warum das nicht in Europa gängige Praxis ist wie in den USA.

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    Die verzinnten Kabel sind etwas weniger flexibel. Kabel die regelmäßig bewegt werden oder mit Vibrationen belastet werden, rächen sich. Da können Amifreunde ein Liedchen von singen.


    Wenn es mehr als eine simple Navigationsleuchte ist, die innen Klemmkontakte hat, wäre die nächste Frage, wie es in dem Gehäuse weitergeht. Ist dort alles vergossen oder ist dort ein Kabelstecker vergossen? Dann ist es völlig wurscht, was darin korrodieren könnte, wenn er es nicht wäre.


    Je grobschlächtiger ein Anschluss, je zweifelhafter die Dichtung eines Gehäuses, umso mehr profitiert man von verzinnten Adern. In einem richtig ranzigen Gehäuse können dünne Kupferdrähte in weniger als 10 Jahren hinüber sein.


    Den Erstbesitzer eines europ. Bootes wird es ohnehin nicht interessieren. Bis sich die Spreu vom Weizen trennt, dauert es gut 40 Jahre.

    die Frage was mit der Schichtdicke bei Hartantifouling auf Segelbooten passiert

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    Schließe mich diesmal dem Kollegen mit dem Naßschliff an. 3 Leute? Sagen wir pro 25 Fuß einen Mann. Das ist noch tiefenentspannt. Wenn man einen 2ten hat, lässt man den mit einem Kännchen gießen. Je weniger Schleif-Pampe sich im Schleifpapier sammelt, umso flotter geht's voran. Ich nehme 80er und schleife, bis die Grundierung durchschimmert. 40er ist zu grob, bei 120er brauchst Du wirklich drei Leute.

    noch unterm Kran mit Hochdruck reinigen, dann drei Leute, Einweganzüge und Attacke mit Nasschliff,

    Wohl so. KFZ-Kabel sind gut. Es gibt viel mehr Autos als Boote und deswegen heißen KFZ-Kabel nur im Boote-Shop Bootskabel.


    Ist alles fertig, Aderendhülsen drauf oder ein Stecker verlötet, versiegelst Du die Kabelenden mit etwas Fett. Z.B. kann man die Kabelenden in flüssig gemachtem Polfett baden.

    Moinsen,


    die Frage, was zu einer flächigen Ablösung des Gelcoats vom Laminat führte, ist spannend und kann aus der Ferne kaum beantwortet werden. ... Von allein löst sich das Gelcoat ja nicht ab.

    Die Frage ... kann aus der Ferne kaum beantwortet werden, wenn die letzten 2% Ungewissheit ausgeschlossen werden sollen. Deine Anmerkung, dass da was oberfaul ist, dürfte - auch aus größter Entfernung betrachtet - wohl richtig sein.


    Die Epoxidbeschichtung eines feuchten Holzkerns kann man sich sparen. Feucht ist alles was feuchter als staubtrocken ist. Macht was ihr wollt, Kauf den Dampfer, lass Dir 1500 € übrig. Für das Geld kriegst Du einen holländischen Stahlkreuzer mit besserer Substanz und kannst damit noch ein paar Jahre segeln gehen.


    so konkret wie möglich: was steht zu befürchten?

    Ich bin nicht vom Fach, was wahrscheinlich auch wenig nutzen würde, denn es wäre Zufall, als Hersteller irgendwann so etwas zu reparieren. Boote sind seit fast 55 Jahren mein größtes Hobbie. Ich könnte das zwar ausschmücken, aber wozu.


    Anhand von Balsadecks, Balsa-Böden und auch kleinerem Balsagerödel wie Schiebelukgaragen und Cockpitböden: Das Balsa wird feucht, leitet diese Feuchte weiter und weiter. Es ist relativ fäulnisbeständig und pilzresistent. Dadurch bleibt es strukturell lange intakt. Irgendwann passieren 2 Sachen: Das Laminat löst sich vom Balsakern und der Balsakern beginnt außerdem zu quellen*. Das passiert nicht zwangsläufig gleichzeitig oder in festzulegender Reihenfolge, aber zeitnah zueinander, wenn man den gesamten Prozess des Verfalls betrachtet. Es hält zu dem Zeitpunkt immer noch. Die Sandwichstruktur wird durch den fehlenden Verbund mit dem Laminat und weil es selbst zwar druckfest aber nicht biegeresistent ist, nach und nach immer weicher. Irgendwann wird dann der Zerfall des Holzes über das weitere bestimmen. Ab einem Punkt verlieren die Leute das Vertrauen in die Festigkeit und werden aktiv. Meist äußert sich das darin, dass sie Verkaufsanzeigen schalten oder Kleinteile, wie Cockpitböden, Schiebelukgaragen, Lukendeckel usw. austauschen lassen. Darüber findet man wahrscheinlich nichts.


    Bei Searay war das Problem sehr bekannt. Dazu müsste es etliche "Internetbeweise" geben. Es war gleichzeitig begrenzt, der innere Boden über dem V des Rumpfs eben und der Wert der Boote nach der Reparatur war wieder hoch, was schon von den Motoren herrührte. Vorweg: das einzige was geholfen hatte, war, alles herauszunehmen. Die Liste der Dinge, die nicht geholfen hatte, war lange. Darunter das Abnehmen des äußeren Bodens, um das Balsa trocknen zu lassen. das gelang schon dewegen nicht, weil man nicht wirklich an die Unterseite rankam. Mit einer Lochsäge Löcher bohren, um über große Querschnitte trocknen zu können. Später wollte man Schaumstücke einkleben und drüberlaminieren. ebenfalls nutzlos. Viele haben kurzerhand eine Holzplatte draufgelegt und da drüber den obligatorischen Cockpitteppich. Dass man so das Problem nicht wirklich an der Wurzel packt, ist wohl selbsterklärend.


    Nun hast Du einen ganzen Rumpf aus dem Zeug. Man könnte wahrscheinlich die äußere Rumpfhaut abnehmen und eine flächige Leistenstruktur statt dem Balsa draufbauen, danach laminieren, das Deck wieder aufsetzen und festkleben. Aber lohnt sich das? welcher Gutachter auf dieser Erde (der Deine Interessen vertritt!) würde sagen: "Och so´n bisschen nasses Balsa, et hot noch emmer jot jejange" (!?) Es ist wie Leberzirrhose. Würdest Du jemandem mit dieser Diagnose Geld leihen, das er Dir persönlich in 10 Jahren zurückgibt?


    Das Boot wird sicherlich noch ein paar Jahre halten. Ich weiß nicht wie lange. 5 Jahre? Vielleicht etwas mehr? Ich hätte Bedenken, dass es schneller geht und außerdem sind selbst 10 Jahre schnell vorbei. So lange wird es, wenn man andere Sandwichschäden betrachtet, nicht dauern.


    Ebenfalls sehr ähnlich die Myriaden sterbender Außenborderspiegel, die an Feststoffdinghys und Motorbooten mit einer innenliegenden Holzschicht verstärkt sind. Dort hat man kein Balsa, sondern Holz, das über die Druckfestigkeit hinaus weitere statische Eigenschaften übernimmt. Hier beginnt es damit, dass über Jahre festsitzende Beschläge erst einsinken und das dann wieder verschwindet - einhergehend mit Torfbildung. Dann lockert sich der Motor, die Unterlegplatten werden größer und irgendwann ist es dann nicht mehr möglich, die Augen noch länger zu verschließen. Auch dazu sollte man Internetbeweise finden. Du wirst keinen einzigen Finden, der das nasse Holz wieder regeneriert.


    VG Chris




    * Kennen einige, die als Päckchenlieger über Massen fremder Boote steigen: An einigen Vorschiffen beobachtet man, wie sich um die Luke herum das Deck hebt, Es sieht aus, als hätte einer die Schrauben zu fest angezogen.

    Nach der Pressemitteilung stehen die Chancen gut, dass ein Investor AWN übernimmt. Ich wünsche den Mitarbeitern alles Gute. Einfach scheint mir diese Aufgabe aber nicht zu sein.

    Die Frage für den Investor wird doch sein: Was kaufe ich da eigentlich? Geschäftsräume, deren Teppich noch 7 Jahre hält? Dazu eine Horde schmalbrüstiger Verkäufer, die darauf lauern, eine Abfindung zu kriegen? Eine riesige Kundenkartei, von denen 90% in den letzten 10 Jahren weniger als 200 € Umsatz gemacht haben? Eine Marke, die sich mit geschmacklich grenzwertigen Aufdrucken als verlängerter Arm von Tradechina für Kleinkunden einen Namen gemacht hat? Es wäre ebenso gut möglich, dass der Investor letztlich nur die Lagerbestände kauft und das genau so sieht.




    Du bist ja fast ein fashion victim, so andersherum

    Und Du bist nicht gut im Raten. Es geht ja wohl um das Vollflächige. Im Grunde agal wo. Es gibt außerdem immer noch die Variante nichts zu vermissen.

    Hast Du das Foto von dem gebrauchten Peugeot oben sehen? Bevor man den kauft, sollte man mal einen Kompressionstest und ein Lackgutachten in Auftrag geben. Man weiß ja nie. Etwas Abschlag einkalkulieren, falls die Mindestprofiltiefe unterschritten ist oder der Ölzettel abgefallen ist.

    - So ein Boot ist in den letzten Atemzügen. Ob es noch ein Jahr geht oder noch 5 Jahre, dermaßen stümperhaft geflickte Rümpfe, zusätzlich mit Balsakern spotten jeder Beschreibung. Wenn man zu jedem noch so aussichtslosen Objekt einen Gutachter schleppt, weil der ja noch irgendwas Positives berichten könnte, dann sollte man sich lieber ein kleines neues Boot kaufen oder sich für ´ne Zehnerkarte interessieren.