Sie sind nicht angemeldet.

Werbung

Boote kaufen

Windstärken

Windstärkentabelle

Hallo Besucher, willkommen im Segeln-Forum! Hier kannst Du Dich registrieren, um unser Forum in seiner vollen Pracht genießen zu können! - Weitere Infos zur Registrierung - Login für Mitglieder -

808

Donnerstag, 14. Juni 2018, 11:14

Eduard und Vitali, ihres Zeichens Importeur und Firmenchef von Ducky, hatten auf dem diesjährigen Treffen der Schlauchkatamaransegler am Altmühlsee die zwei neuesten zerlegbaren Katamarane aus dem Hause Ducky im Reisegepäck, den D14s und den D16 mit jeweils 4,40 m und 4,80 m Rumpflänge. Die beiden gegensätzlichen Schlauchkats gingen jüngst in Serie. Wir bekamen Gelegenheit zur kostenlosen Probefahrt. (Konkurrenten berechnen Kosten, die bei einer positiven Kaufentscheidung auf den Kaufpreis angerechnet werden.) Nach meinen 4 Jahren Erfahrung mit dem D17 (Bericht hier => Ducky 17, ein Fahrten-Schlauchsegelkatamaran aus der Ukraine ) möchte ich Euch kurz meine subjektiven Eindrücke von den beiden Neuschöpfungen schildern.

Der neue Ducky 16 wird für Familienväter interessant sein, die ein relativ schnell aufzubauendes, etwas einfacher gehaltenes, sicheres und bequemes Boot mit größerem Platzangebot suchen. Interessenten, die ein Reiseboot der Seetauglichkeitsklasse C suchen, werden zu den größeren Modellen D17 oder D19 greifen. Wer lieber sportlich und meist alleine segelt, wird sicherlich mit der anderen Neuerscheinung, dem D14s glücklicher.

Bei dem 4,80 m langen D16 handelt es sich, grob gesagt, um einen verkleinerten, technisch vereinfachten und sparsamer ausgestatteten D17. Die unten aufgezählten technischen Vereinfachungen kommen dem Wunsch vieler Käufer nach einem unkompliziert zu trimmenden Boot und einem schnelleren und einfacheren Aufbau entgegen.
Die auffälligsten Unterschiede zum D17 finden sich im Heckbereich. Der D16 verfügt statt der Doppelruderanlage über eine mittige Einfachruderanlage, die - weiter vorne - an der Hecktraverse des Haupttrampolins angebracht ist. Ein Hecktrampolin wie bei den größeren D17/19 Modellen hat er nicht. Wer am D16 einen Motor anbringen möchte, muß den Motorspiegel auf Höhe der Pinne mithin direkt am Haupttrampolin anbringen.
Während die Rümpfe des größten Ducky 19 jeweils von drei halbkreisförmigen Aluminiumbügeln umspannt werden, von denen für den kleineren D17 einer übrig blieb, hat der D16 nur noch einen halben, innen liegenden Bügel, der von oben in eine senkrechte Rumpflasche eingesteckt wird. Dadurch schauen die D16 Rümpfe von der Seite elegant glatt aus, aber die Möglichkeit der trimmbaren Rumpfbiegung, wie bei den D17/19, entfällt. Da der D16 kein Mastkreuz hat, läßt sich auch die Mastkurve nicht mehr trimmen. Das war übrigens laut Vitali der Hauptgrund, warum man das D16 Rigg mit nur 8 qm Segelfläche am Wind belasten mochte. Der D16 folgt dem Trend zum baumlosen Rigg, wodurch weitere Trimm- und Reffmöglichkeiten entfallen. Der Mast ist aber, wie bei Ducky üblich, voll funktionstüchtig drehend gelagert.

Mit den größeren D17/19 hat der D16 das bei Ducky selbstverständlich begehbare Bugverdeck aus Netzgurten sowie die Möglichkeit (aufpreispflichtiges Zubehör), Seitentaschen in den Hahnepots unter den Wanten einzuhängen, gemeinsam. Außerdem kann als aufpreispflichtiges Zubehör ein Gennaker mit dem duckyspezifisch schwenkbaren Gennakerbaum erworben werden.

Der 4,8 m lange D16 kann und will mit seiner nur 8 qm großen Segelfläche keine Rennmaschine sein. Trotzdem kommt er bei meiner Probefahrt mit Flaute klar, weil die Segel auch ohne großen Winddruck ausreichend ins Profil fallen können. Die Bedienung der kurzen Pinne empfand ich als unbequem. Als Käufer würde ich mir den Pinnenausleger (Zubehör) sofort mitbestellen. Ansonsten sitzt man auf dem D16 genauso komfortabel wie auf den beiden größeren Ducky-Brüdern. Gegenüber dem D17 erschien mir der D16 weniger hecklastig. Der D16 hat die Seetauglichkeitsklasse D.

Nach den Probefahrten gab es für das Boot einen ernsthaften Interessenten aus der Schlauchkat-Szene. Lassen wir uns von der Zukunft überraschen.

Link zum Hersteller: http://www.ducky.com.ua/ducky16/?lang=en

Ducky Forum: http://ducky.com.ua/forum_eng/viewtopic.php?f=30&t=271

*

Der neue D14s zielt auf ein anderes Publikum, nämlich den sportlichen Regattasegler.

Bereits auf den ersten Blick fasziniert der katgetakelte, 4,40 m lange D14s durch seine auffallend ungewöhnliche Konstruktion. So "schwebt" der Mastfuß unterhalb des Höhenniveaus des Trampolins an 4 Drahtseilen. Etwas weiter achtern, unter dem Trampolin, befindet sich eine Art aufwändiger Traverse in deren Mitte ein laminiertes Zentralschwert drehbar gelagert ist. Das Mittelschwert kann mit Hilfe einer dreifach geschorenen Talje hinter dem Mast über den üblichen 90 Grad Winkel hinaus weiter nach vorne abgewinkelt werden. So soll die Lateralplanfläche bei einem Betrieb mit Gennaker nach vorne verlagert werden können um einer Leegierigkeit entgegen zu wirken. Das hohe, schlanke, durchgelattete Mylar Segel mit 8,5 qm Segelfläche wird an einem drehbaren Mast mit dreifachem Mastkreuz gesetzt. Das Mastkreuz stabilisiert den leichten, dünnen Alumast und erlaubt darüber hinaus eine Trimmung der Mastkurve. Wie der D16 hat auch der D14s keinen Baum mehr. Ich persönlich hätte einem halben Gabelbaum den Vorzug gegeben. Zur besseren Beherrschung des Segels verfügt der D14 s über einen praxisnahen Traveller, dessen Travellerschot über Umlenkungen quer über das vordere Trampolin läuft. Der Traveller ist mit der jeweils vorderen Hand schnell und sicher zu bedienen. Etwas Funktionaleres habe ich in dem Bereich noch nicht gesehen.

Neuartig am D14 s ist auch die Abspannung des Trampoline. Vorne und hinten laufen statt der üblichen Traversen Drahtseile durch konkave Kanäle am Trampolinrand, die wiederum mit Taljen gespannt werden. Seitlich an den Rohren sind längliche aufblasbare Luftkissen im Trampolin integriert. So liegt, sitzt oder reitet man bequem aus, statt auf harten Rahmenrohren Platz nehmen zu müssen. Nur der schwarze Trampolinstoff stieß nicht bei jedermann auf Gegenliebe. In der Sonne heizte sich das Material unangenehm stark auf. Vitali versprach, zukünftig graues oder weißes Trampolinmaterial zu verwenden.

Der sportliche D14s ist der erste Ducky mit Ausreitgurten. Als reinrassiges Sportgerät soll so steif wie möglich sein. Im Gegensatz zu den D17/19 sind die Steckverbindungen des D14s Rahmens daher nicht drehbar. Zur erhöhten Steifigkeit passen die zwei Vorstage, die an den vorderen Rahmeneckpunkten angeschlagen sind. Die Mastabspannung mit Stagen und Wanten ähnelt also einem 4-eckigen Tipizelt. So können sich die Rümpfe weniger gegeneinander verwinden.

Wie bei den größeren Ducky entschied man sich beim D14s für eine Doppelruderanlage. Wichtigster Grund für den Mehraufwand dürfte der Traveller gewesen sein.

Einen Gennaker hatten Vitali und Eduard nicht dabei. Nähere Informationen dazu konnte ich auf der Homepage nicht finden. Ich würde mir für dieses Sportgerät einen kleineren Gennaker Zero für alle Kurse zum Wind wünschen.

Meine Probefahrt erfolgte bei Flaute. Dank der integrierten Seitenschläuche lümmelte ich mich liegend auf das Trampolin und wartete vergeblich auf etwas mehr Wind. Der Kat lief jedoch selbst bei Flaute. Der schwebend aufgehängte Mast verhielt sich genauso steif wie mein D17 Mast. Trotz Flaute kassierte der D14 s von allen Probeseglern gute Kritiken. Das Vorführmodell war am Sonntagabend bereits verkauft.

Link zum Hersteller: http://www.ducky.com.ua/ducky14s/?lang=en

Ducky Forum: http://ducky.com.ua/forum_eng/viewtopic.php?f=29&t=262

Beide neuen Duckys haben das bei allen Duckys obligatorische Doppelkammerschlauchsystem. Aus nachvollziehbaren physikalischen Gründen bietet Ducky für alle Modelle ausschließlich weiße Schlauchrümpfe an.

Fragen beantworte ich gerne, soweit es mir möglich ist.

Ralph

Dieser Artikel wurde bereits 502 mal gelesen.

Tags: ducky, Schlauchkatamaran, Schlauchsegelkatamaran, zerlegbarer Katamaran

Kategorien: Bootsvorstellung


Blog Navigation

Nächster Artikel

Die 5. Plauer Segelwoche 2018

Von KlabauterR (Sonntag, 18. November 2018, 09:33)

Vorheriger Artikel

Die Plauer Segelwoche 2017

Von KlabauterR (Sonntag, 1. Oktober 2017, 10:36)


Kontrollzentrum

Helvetia

Novosail

Professionelle Reinigung von Segeln und Bootsplanen